Ayla Yildiz

Ayla Yildiz 2023 bei einer Kinoaufführung ihres Dokumentarfilms Me Time

Ayla Yildiz (* 1991 in Wuppertal) ist eine deutsche Dokumentarfilmerin, gelernte Mediengestalterin Bild und Ton sowie Multimedia-Redakteurin und Begründerin der Filmproduktionsfirma ay film. Ihr Kinodebüt feierte sie 2022 mit dem in Eigenproduktion gefertigten Dokumentarfilm Me Time über kinderfreies Leben, Erwartungen an Mütter und Regretting motherhood (Bereuen der Mutterschaft).

Leben und Werk

Yildiz verbrachte ihre Kindheit und Jugendzeit in ihrer Heimatstadt Wuppertal. Bereits in jungen Jahren entwickelte sie ein starkes Interesse am Drehen von Filmen. Als sie mit dem Medienprojekt Wuppertal in Berührung kam, erhielt sie erstmals die Möglichkeit, eigenständig im professionellen Rahmen Kurzfilme und Dokumentationen zu produzieren.

2012 zog sie nach Bonn, wo sie ein Studium der Kunstgeschichte und English Studies begann und nebenberuflich für Uni-Bonn TV arbeitet. Währenddessen produzierte sie eigene Kurzfilme, die ausgezeichnet wurden, wie Das Herz vergisst nicht oder Die weiße Dame. Zu Beginn ihrer Selbständigkeit gehörte schon die Nichtregierungsorganisation World Vision e.V., für die sie einen Imagefilm drehte, zu ihren Auftraggebern. Sie schloss eine Ausbildung als Mediengestalterin Bild und Ton ab. Um ihr journalistisches Wissen zu verbessern, absolvierte sie ein Bild- und Multimedia-Volontariat bei der Funke Mediengruppe in Essen. Gleich darauf gründete sie das Medienunternehmen ay film und arbeitet seitdem als freie Mitarbeiterin für diverse Medienunternehmen.

Die Filme von Ayla Yildiz widmen sich gesellschaftlich relevanten, politischen Fragen. Sie beleuchtet unterschiedliche kulturelle Perspektiven, setzt sich für gesundheitliche Aufklärung ein und hinterfragt Gesellschaftsnormen. 2015 begleitete sie beispielsweise für ihre Reportage I call it foodge Aktivisten, die sich gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen.

Me Time: Ein Kinodokumentarfilm über kinderfreies Leben und Erwartungen an Mütter

2022 veröffentlichte sie in Selbstproduktion den Kinodokumentarfilm Me Time. Der Film handelt von kinderfreiem Leben, Erwartungen an Mütter und dem Gesellschaftsdruck, Kinder zu bekommen. Dafür porträtierte Yildiz das Leben von sechs Protagonisten, die offen über persönliche Erfahrungen zu Themen wie Schwangerschaftsabbruch, ungewollter Schwangerschaft, Sterilisation, kinderfreiem Leben und Regretting Motherhood sprechen.

Der Film war mehrfach auf Kinotour in Deutschland und Österreich, unter anderem in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung oder als Teil der Aktion 16 Tage gegen Gewalt an Frauen der Frauenreferentin in Klagenfurt. Yildiz wurde für die Dokumentation als Best Director beim Berlin Indie Film Festival ausgezeichnet.

Ayla Yildiz lebt und arbeitet in Bonn.

Rezeption

Der Dokumentarfilm Me Time sowie die thematischen Schwerpunkte von Yildiz’ Arbeit wurden in verschiedenen Medien aufgegriffen und im Kontext gesellschaftlicher Debatten über Mutterschaft, Selbstbestimmung und Familienbilder diskutiert.

In einem Porträt im ARD-Format FrauTV wurde insbesondere ihr Umgang mit gesellschaftlichem Druck im Zusammenhang mit Kinderwunsch thematisiert. Auch in der ARD-Produktion Past Forward wurde sie im Kontext aktueller Debatten über das Kinderkriegen gezeigt.

Darüber hinaus war Yildiz in der SWR-Talksendung Nachtcafé zu Gast und nahm an der ZDF-Diskussionssendung 13 Fragen teil, in denen Fragen zu Familienbildern und gesellschaftlichen Erwartungen verhandelt wurden.

In einem Beitrag im Blog der taz wurde ihr Film zudem im Zusammenhang mit feministischen Diskursen über Mutterschaft und Selbstbestimmung eingeordnet.

Filmografie (Auswahl)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Ayla Yildiz – THURNFILM. Abgerufen am 18. September 2025.
  2. ↑ Simun Sustic: Kulturzentrum Brotfabrik in Beuel: Bonnerin Ayla Yildiz gibt Film-Workshop für Jugendliche. In: General-Anzeiger. 11. April 2022, abgerufen am 26. November 2023.
  3. ↑ Deutscher Generationenfilmpreis. 1. Februar 2014, abgerufen am 26. November 2023.
  4. ↑ Unsere Mitarbeiter/innen. In: Medienprojekt Wuppertal. Abgerufen am 26. November 2023.
  5. ↑ Mehr als nur Fussball: Ein Dank an die besten Eltern der Welt (WM 2015 | Dzsenifer Marozsan). In: WorldVisionDE. YouTube, abgerufen am 26. November 2023.
  6. ↑ Ayla Yildiz – THURNFILM. Abgerufen am 18. September 2025.
  7. ↑ Ayla Yildiz Film. In: Inside Bonn Podcast. Abgerufen am 26. November 2023 (Podcast, 34 min).
  8. ↑ Hendrik Stötter: Foodsharing in Wuppertal. In: TAL TV. 20. Februar 2015, abgerufen am 26. November 2023 (YouTube-Video, 12:48 min).
  9. ↑ Filmtalk: Me Time - mit Ayla Yildiz | SPUTNIK.DE. In: mdr.de. Abgerufen am 26. November 2023.
  10. ↑ Die Bonner Filmemacherin Ayla Yildiz. In: Lernredaktion der Medienwerkstatt Bonn. Abgerufen am 26. November 2023.
  11. ↑ Hannah Schayani: Erwartungen und Denkmuster - ein Gespräch mit Ayla Yildiz über Mutterschaft. In: bonnFM. 17. November 2022, abgerufen am 26. November 2023.
  12. ↑ Manuel Weigand: me time - Ein Dokumentarfilm über den Druck des Kinderkriegens. Heinrich Böll Stiftung Hessen, 28. März 2023, abgerufen am 26. November 2023.
  13. ↑ 16 Tage gegen Gewalt an Frauen: "ME TIME" Filmvorführung. Klagenfurt.at, 1. Dezember 2022, abgerufen am 26. November 2023.
  14. ↑ Winners 2023 February. Berlin Indie Film Festival, abgerufen am 26. November 2023 (englisch).
  15. ↑ Kein Kinderwunsch? Aylas Weg, mit dem Druck ihrer Familie umzugehen. In: FrauTV. WDR, abgerufen am 12. April 2026.
  16. ↑ Past Forward: Kinderkriegen in Krisenzeiten. In: ARD. Abgerufen am 12. April 2026.
  17. ↑ Kein Kinderwunsch? Aylas Weg, mit dem Druck ihrer Familie umzugehen. In: FrauTV. WDR, abgerufen am 12. April 2026.
  18. ↑ Past Forward: Kinderkriegen in Krisenzeiten. In: ARD. Abgerufen am 12. April 2026.
  19. ↑ Und das soll Familie sein? In: Nachtcafé. SWR, abgerufen am 12. April 2026.
  20. ↑ Kinder kriegen? In: 13 Fragen. ZDF, abgerufen am 12. April 2026.
  21. ↑ Gebärmuttertalk. In: taz Blogs. Abgerufen am 12. April 2026.
  22. ↑ ICMA//2011 - VIDEO 2nd PLACE- ALLEIN DIE LUFT IST UMSONST. Abgerufen am 26. November 2023 (deutsch).
  23. ↑ Kinofenster.de: Preisverleihung beim Bundesfestival Video in Gera - kinofenster.de. Abgerufen am 26. November 2023.
  24. ↑ Die weiße Dame (AT). In: crew-united.com. Crew United, Lutz und Zenglein GbR, abgerufen am 26. November 2023.
  25. ↑ Awards 2015 and the winner is… – Youth4Media. Abgerufen am 26. November 2023 (amerikanisches Englisch).
  26. ↑ Winners 2023 February. Abgerufen am 26. November 2023 (englisch).
  27. ↑ mt.7nab: Winners – March 2023. In: New York Int. Women Festival. 11. April 2023, abgerufen am 26. November 2023 (amerikanisches Englisch).
Personendaten
NAME Yildiz, Ayla
KURZBESCHREIBUNG deutsche Dokumentarfilmerin
GEBURTSDATUM 1991
GEBURTSORT Wuppertal