
Bruce Alan Wallace (geboren am 17. April 1950) ist ein amerikanischer Gelehrter und Lehrer des tibetischen Buddhismus. Seine Bücher behandeln asiatische und abendländische wissenschaftliche, philosophische und kontemplative Untersuchungsmethoden, die sich häufig auf die Beziehungen zwischen Wissenschaft und Buddhismus beziehen. Er ist Gründer des Santa Barbara Institute for Consciousness Studies.
Wallace wurde in eine Familie von strenggläubigen Christen hineingeboren. Sein Vater war ein Baptisten-Theologe. Mit 13 Jahren entwickelte er eine Leidenschaft für die Wissenschaft, speziell für die Ökologie, inspiriert von einer Naturwissenschaftslehrerin. Mit 18 Jahren schrieb er sich an der University of California, San Diego, ein. Wallace begann 1970 sein Studium der tibetischen Sprache und des Buddhismus an der Universität Göttingen und setzte sein Studium in Dharamsala, Indien, fort, wo er 1975 von S.H. dem Dalai Lama zum buddhistischen Mönch ordiniert wurde.
Wallace setzte sein Studium fort und begann von 1975 bis 1979 am Institut für Höhere Tibetische Studien in Mont Pèlerin, Schweiz, zu lehren und widmete sich dann vier Jahre lang der Meditation in Vollzeit. 1987 war er Teilnehmer und Dolmetscher der ersten Mind and Life Conference und setzte diese Funktion bis 2009 fort.
1987 erlangte Wallace einen B.A. in Physik, Wissenschaftsphilosophie und Sanskrit am Amherst College, gefolgt von einem Ph.D. in Religionswissenschaften an der Stanford University. Seine Dissertation hatte das Thema der Kultivierung einer nachhaltigen freiwilligen Aufmerksamkeit im indisch-tibetischen Buddhismus zum Gegenstand. Er lehrte vier Jahre lang im Fachbereich Religionswissenschaft der University of California in Santa Barbara.
Wallace gründete 2003 das Santa Barbara Institute for Consciousness Studies, das sich der Aufgabe widmet, die wissenschaftliche und kontemplative Erforschung des Bewusstseins zu integrieren. Zusammen mit Clifford Saron entwickelte Wallace das Shamatha-Projekt bei dem 60 Personen 3 Monate lang an einem Meditationsretreat teilnahmen, bei dem Wallace als Lehrer und Saron als wissenschaftlicher Leiter der Studie fungierten. Forschungsergebnisse über die Auswirkungen auf Aufmerksamkeit, Emotionen und Wohlbefinden sowie auf Biomarker wurden in vielen wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.
Seit 1976 lehrt Wallace weltweit ein breites Spektrum buddhistischer Meditationen, ist als Dolmetscher für viele bedeutende tibetische Lamas tätig gewesen, darunter S.H. dem Dalai Lama, und wirkt an der Schnittstelle zwischen traditionellen Formen der buddhistischen Meditation und den Geisteswissenschaften. Seit 2010 leitet Wallace 8-wöchige Retreats, um Studierende in den meditativen Praktiken von Shamatha, den vier Unermesslichkeiten, Vipashayana und Dzogchen zu schulen. Wallace ist die treibende Kraft hinter der Entstehung und Entwicklung des Zentrums für kontemplative Forschung in der Toskana, Italien. Das Ziel ist es in Zusammenarbeit von Kontemplativen und Wissenschaftlern, die meditativen Erfahrungen aus der Perspektive der ersten Person mit den Methoden der Wissenschaft, die aus der Perspektive der dritten Person gewonnen werden, zu verbinden.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Wallace, B. Alan |
| ALTERNATIVNAMEN | Wallace, Bruce Alan |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Gelehrter und Lehrer des tibetischen Buddhismus |
| GEBURTSDATUM | 17. April 1950 |