Beim Investitionsgütermarketing (auch Industriegütermarketing) handelt es sich um das Marketing von Produktionsfaktoren (Potenzial- und Repetierfaktoren), deren Absatz nicht an Konsumenten, sondern an privatwirtschaftliche oder öffentliche Organisationen erfolgt. Häufig wird heutzutage auch von B2B-Marketing gesprochen. Zielgruppe sind die Marktteilnehmer auf dem Investitionsgütermarkt, wo Investitionsgüter gehandelt werden.
Im Bereich der Produktpolitik ist die Integration des Kunden in das Innovationsmanagement wichtig. Aufgrund der nicht vorhandenen Testmärkte können neue Produkte nur von Pilotkunden getestet werden.
Häufig erfolgt bei der Beschaffung von Industriegütern eine mehr oder weniger formalisierte Ausschreibung an die in Frage kommenden Lieferanten (Competitive Bidding). Eine Strategie über Preisdifferenzierung oder Preisänderung ist daher schwer möglich.
Die Kommunikationspolitik verlangt eine intensive Befriedigung des Informationsbedarfs der einzelnen Mitglieder im Buying Center. Direktmarketing, Messen und Ausstellungen sind wichtiger als Mediawerbung. Auch das Ingredient Branding (Markenname von Komponenten) nimmt immer weiter an Bedeutung zu.
Dem Customer-Relationship-Management (CRM) kommt eine hohe Bedeutung zu, z. B. um Kunden durch Newsletter gezielt zu informieren, zu Messen einzuladen und allgemein um die Kundenbindung zu erhöhen.
Bei der Kommunikation mit den Interessenten und Kunden sind auch die unterschiedlichen Beschaffungssituationen (Buyclass Framework) zu berücksichtigen.
| Beschaffungssituation | Neuartigkeit des Problems | Informationsbedarf | Alternativensuche |
| Neue Aufgabe | hoch | sehr hoch | bedeutsam |
| Modifizierter Wiederkauf | mittel | mittel | in begrenztem Umfang |
| Routineeinkauf | niedrig | sehr niedrig | unterbleibt |
Innerhalb der Distributionspolitik liegt der Fokus bei hochwertigen Investitionsgütern auf dem Direktvertrieb, der Versorgungssicherheit sowie dem persönlichen Verkauf.
Viele hochspezialisierte Lieferanten von Investitionsgütern sind weltweit tätig, da es in jedem Land nur wenige potenzielle Abnehmer gibt. Insofern sind kulturelle Unterschiede und landesspezifische Vorschriften z. B. im Bereich der Arbeitssicherheit zu beachten. Im weltweiten Vertrieb wird häufig mit regionalen Vertriebsgesellschaften für die Kernmärkte im Ausland sowie mit selbstständigen Handelsvertretern für weniger wichtige Märkte gearbeitet.
Da sich die Produkte der einzelnen Hersteller in vielen Märkten nur geringfügig voneinander unterscheiden, werden die begleitenden Dienstleistungen zur Differenzierung vom Wettbewerb zunehmend wichtiger: