Backsteinkirche Axien

Kirche Axien

Die Backsteinkirche Axien wurde um 1170 während der Zeit der Christianisierung dieser Region erbaut. Neben der Pötnitzer Kirche ist sie eines der südlichsten Bauwerke der romanischen Backsteinarchitektur in Sachsen-Anhalt. Die ältesten erhalten gebliebenen Kalkmalereien im Chorraum werden auf das Jahr 1235 datiert. Auch aufgrund dieser Wandbilder wird sie eine der kulturgeschichtlich wertvollsten Kirchen im mitteldeutschen Raum genannt.

Beschreibung

Chorraum der Kirche

Den spätromanischen Backsteinbau in vollständiger Anlage kennzeichnen ein flach gedecktes Kirchenschiff, der kreuzgratgewölbte Chorraum, die halbkuppelförmig gewölbte Apsis sowie der um das Jahr 1675 vergrößerte Westquerturm. Die als Rundbogen ausgeführten Schallöffnungen im Glockengeschoss des Turmes stammen wahrscheinlich aus spätgotischer Zeit.

Kreuzbogenfriese finden sich an Chor, Apsis und Kirchenschiff. Die Fenster der Apsis sind im Original erhalten. Die restlichen Öffnungen des Sakralbaues wurden während der barocken Umgestaltung um 1680 erweitert. Ebenso wurde der Chor an der Nordseite durch einen Sakristeianbau ergänzt. Kirchenschiff und Chorraum sind durch einen spitzbogigen Triumphbogen voneinander getrennt.

Die Wandmalereien in Chorraum und Apsis stammen aus der Zeit um 1235. Sie waren seit 1795 unter Putz verborgen, wurden 1908 entdeckt, 1914 teilweise freigelegt und während einer Restaurierung in den Jahren 1999 bis 2000 wieder gänzlich sichtbar gemacht. In der Apsis ist Christus als thronender Weltherrscher in der Mandorla dargestellt, umgeben von den Evangelistensymbolen. Rechts und links stehen Maria und Johannes der Täufer, darunter acht Apostel. Im Scheitelpunkt des Chorgewölbes ist das Lamm Gottes abgebildet. Darunter bilden die alttestamentarischen Propheten Sacharja, Jonas, David, Daniel, Jeremia, Jesaja, Hesekiel und Maleachi einen Kreis. Sie halten jeweils Spruchbänder in den Händen, auf denen Bibelworte auf Christus hinweisen. Vier Engel mit Posaunen in den Ecken künden das Jüngste Gericht an. Auf der südlichen Chorseite ist die Hölle zu erkennen, auf der nördlichen über der Tür zu Sakristei das Paradies. Die restliche Kirche wurde 1913/14 mit Jugendstilornamenten ausgemalt.

Aus dem 17. Jahrhundert stammt das Altarkruzifix. Die heute vorhandene Kanzel wurde 1822 während einer Umbaumaßnahme errichtet. Der zylinderförmige Taufstein mit Kelch stammt aus dem Jahr 1591 und ist mit einem Pflanzendekor versehen. Die Orgel ist ein Werk der Firma Rühlmann aus dem Jahr 1914 mit 11 Registern auf zwei Manualen und Pedal, das einer Restaurierung bedarf. Als Ersatz wird ein Harmonium verwendet.

Grabdenkmäler aus dem 18. Jahrhundert sowie ein originales Sühnekreuz aus dem Jahr 1560 sind an den Außenmauern der Kirche zu finden.

Die Kirche steht unter Denkmalschutz und ist als Baudenkmal mit der Erfassungsnummer 094 35065 im Denkmalverzeichnis von Sachsen-Anhalt registriert.

Kirchengemeinde

Zur Parochie Axien gehörten die Filialkirche Lebien und der damals eigenständige Ort Kähnitzsch. Die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde ist Teil des Pfarrbereichs Annaburg-Klöden-Prettin II im Kirchenkreis Wittenberg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland, zu dem insgesamt sechzehn Kirchengemeinden mit zumeist mittelalterlichen Kirchen gehören.

Literatur

Commons: Dorfkirche Axien – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. ↑ Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt, Landkreis Jessen, 1993.
  2. ↑ Christian Beuchel: Bücherkirche Axien. In: ekmd.de. Abgerufen am 24. Juni 2026.
  3. ↑ Informationen zur Orgel
  4. ↑ Internetplattform Mitteldeutsche Kirchenstrasse (Memento vom 13. September 2010 im Internet Archive)
  5. ↑ Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung. (PDF) 19. März 2015, abgerufen am 8. März 2026 (9,9 MB; Anfrage der Abgeordneten Olaf Meister und Claudia Dalbert (Bündnis 90/Die Grünen) – Kleine Anfrage 6/8670; Drucksache 6/3905 – Antwort durch das Kultusministerium – betrifft: Denkmalverzeichnis des Landes Sachsen-Anhalt – siehe PDF-Seite 4272).
  6. ↑ Pfarrbereich Annaburg-Klöden-Prettin II. In: ekmd.de. Abgerufen am 24. Juni 2026.

Koordinaten: 51° 41′ 59″ N, 12° 53′ 16″ O