Bad Driburger

Bad Driburger Naturparkquellen GmbH & Co. KG
Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1782
Sitz Bad Driburg, Deutschland
Leitung Thomas Dörpinghaus
Mitarbeiterzahl ca. 52 (2022)
Branche Getränkehersteller
Website bad-driburger.de

Die Bad Driburger Naturparkquellen GmbH & Co. KG ist ein deutsches mittelständisches Unternehmen der Mineralwasser- und Getränkeindustrie aus Bad Driburg, Kreis Höxter, in Nordrhein-Westfalen. Bad Driburger gehört zur Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff.

Geschichte

Die Driburger Quellen wurden 1620 erstmals kartographisch erfasst. 1647 wurden in Matthäus Merians Topographia Westfaliae zwei heilsame und gute Brunnen erwähnt. Aus dem Jahr 1757 stammt die „Gründliche Beschreibung des zu Driburg im Hochstift Paderborn gelegenen Gesund- und Stahlbrunnens“ von Bernardus Wilhelmus Rödder, Leibarzt des Fürstbischofs Clemens August, Herzog von Bayern.

Die Vermarktung im größeren Stil setzte erst nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges ein. Um 1665 wurden die Quellen auf Befehl des Paderborner Fürstbischofs Ferdinand, der ihnen auch ein Gedicht gewidmet hatte, gefasst. Auf einer Ledertapete in Schloss Vinsebeck ist der Transport von Mineralwasserflaschen um 1720 dargestellt. Zu diesem Zeitpunkt wurde das Wasser bereits nach London, Kopenhagen, Stockholm, Danzig, Amsterdam, Hamburg, Hannover, Kassel und in weitere Städte versandt. 1781 lernte der braunschweigische Oberjägermeister, Freiherr Caspar Heinrich von Sierstorpff, die Quellen auf einer Reise kennen. 1781 erwarb er das Brunnenareal käuflich und begann, die Kuranlagen auszubauen, indem er nach und nach das gesamte Gelände um die Quellen zusammenkaufte, entwässerte und mit Wegen versah. Das Logierhaus, das heutige Sierstorpff-Haus, und das Armenhaus, in dem sich heute die Verwaltung befindet, wurden zwischen 1783 und 1786 errichtet. Ein zweites Bad- und Logierhaus folgte ab 1793/94, das spätere Hölderlin-Haus. 1803 ließ Sierstorpff sich ein Wohnhaus bauen, das immer noch von seinen Nachfahren bewohnt wird.

Nach dem Ende der Napoleonischen Kriege konnte Sierstorpff auf finanzielle Hilfen von Preußen zurückgreifen und die Kuranlagen weiter ausbauen. 1820 teilte er dem Kanzler Graf Hardenberg mit, das Bad sei so frequentiert, dass man Gäste abweisen müsse, und erbaute ein weiteres Logierhaus, das spätere Vincke-Haus. Es folgte eine neue Wandelhalle, die von Peter Joseph Krahe entworfen wurde. Die historische Substanz der Anlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert blieb erhalten.

Besonders das Wasser der Caspar-Heinrich-Quelle erfreute sich großer Beliebtheit da es ebenso bekömmlich wie vielseitig anwendbar war. Zu den Nutzern gehörten Friedrich Hölderlin, Wilhelm Heinse, Susette Gontard, Annette von Droste-Hülshoff und Sophie von La Roche.

Im Jahr 1919 wurde Driburg als Bad anerkannt; 1932 wurde ein selbstständiger Brunnenbetrieb gegründet. 1979/80 wurde an der Caspar-Heinrich-Quelle eine zweite Abfüllanlage eingerichtet, in der durchschnittlich 100.000 Flaschen pro Tag gefüllt werden.
Ferner wurde 1980 eine Bohrung nach Bad Driburger Mineralwasser an der Josefmühle abgeteuft und 1990 eine Pipeline an dieser Quelle in Betrieb genommen. 2004/05 wurde nach zahlreichen anderen Erweiterungen eine neue Füllhalle angebaut und die gesamte Abfüllanlage für PET und Glas umgebaut.

Sortiment

Erhältlich sind:

Heilwasser

Das Wasser Bad Driburger Caspar-Heinrich-Quelle war ein durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zugelassenes Heilwasser. Es handelte sich um einen erdigen Säuerling. 2022 wurde der Verkauf des Caspar-Heinrich Heilwassers eingestellt, da sich nach Unternehmensangaben die „geologische Beschaffenheit“ der Quelle zu stark verändert hätten.

Wiktionary: Bad Driburger – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Unternehmen/Zeitgeschichte: Aus dem Teutoburger Wald nach ganz Europa. bad-driburger.de, abgerufen am 30. Dezember 2017.
  2. ↑ Bad Driburger Naturparkquellen Beteiligungs GmbH. Abgerufen am 21. August 2026.
  3. ↑ Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff GmbH & Co. KG Holding. Abgerufen am 21. August 2026.
  4. ↑ Bad Driburger Klinik erarbeitet sich in 40 Jahren eine landesweit führende Position. Abgerufen am 21. August 2026.
  5. ↑ Unternehmensgruppe Graf von Oeynhausen-Sierstorpff GmbH & Co. KG Holding. Abgerufen am 21. August 2026.
  6. 1 2 Die heutige Generation – Wir adeln, was wir lieben. graeflicher-park.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 30. Dezember 2017.
  7. ↑ Tradition/Engagement. (Memento vom 2. Dezember 2011 im Internet Archive)
  8. ↑ Entwicklung des Brunnenbetriebes. Abgerufen am 25. April 2014.
  9. ↑ Bad Driburger, Bad Driburg – „Wo die Römer baden gingen“. stark-fuer-nrw.de, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Juli 2017; abgerufen am 28. Januar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  10. 1 2 Bad Driburger. In: Bad Driburger Naturparkquellen. Abgerufen am 8. April 2026.
  11. ↑ Erfrischungsgetränke. In: Bad Driburger Naturparkquellen. Abgerufen am 8. April 2026.
  12. ↑ Caspar-Heinrich Quelle Heilwasser. In: heilwasser.com. Archiviert vom Original; abgerufen am 8. April 2026.
  13. ↑ Bad Driburg Touristik GmbH | Heilmittel & Indikationen. In: Bad Driburg. Archiviert vom Original am 23. September 2015; abgerufen am 8. April 2026.
  14. ↑ Heilwasser aus Bad Driburg wird nicht mehr verkauft. In: Westfalen Blatt. Abgerufen am 8. April 2026.

Koordinaten: 51° 44′ 15,9″ N, 9° 1′ 20,8″ O