

Ein Quietscheentchen, auch Quietscheente, Quietschente, Gummiente, Badeente, ist eine Entenfigur aus elastischem Kunststoff, die in der Regel als Spielzeug in der Badewanne verwendet wird. Beim Zusammendrücken des Entchens strömt durch ein spezielles Ventil Luft, was den charakteristischen Quietschton erzeugt. Das Quietscheentchen kann schwimmen, weil es einen luftgefüllten Hohlkörper bildet. Als Erfinder gelten der Hongkonger Spielwarenproduzent Lam Leung-tim der die ersten Gummienten 1948 produzierte und der Bildhauer Peter Ganine.
Die Geschichte des Quietscheentchens ist eng mit der Entwicklung der Kautschuk- und Kunststoffverarbeitung im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert verbunden. Erste Gummienten entstanden, nachdem Charles Goodyear das Verfahren zur Vulkanisation von Gummi erfunden hatte, wodurch robustes, formbares und wasserfestes Material hergestellt werden konnte. Die ersten Gummienten waren aus hartem Gummi gefertigt und aufgrund ihrer Massivität nicht schwimmfähig, sondern als Beißspielzeug für Kinder gedacht.
Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung der heute bekannten Badeente wurde 1948 durch den Hongkonger Unternehmer und Spielzeugmacher Lam Leung-tim gelegt. Er produzierte die ersten gelben Plastikenten, die hohl waren und deshalb schwimmen konnten. Damit gilt Lam Leung-tim als einer der Pioniere des modernen Quietscheentchens.
Parallel dazu schuf der amerikanische Bildhauer Peter Ganine in den 1940er Jahren eine Entenplastik, die er patentieren ließ und von der weltweit über 50 Millionen Stück verkauft wurden. Diese Enten sorgten für die Verbreitung des Quietscheentchens als beliebtes Wasserspielzeug.
Das klassische quietschgelbe Quietscheentchen wurde zu einem ikonischen Kinderspielzeug, nachdem Jim Henson 1970 die von ihm gespielte Figur Ernie das Lied "Quietscheentchen" (Englisch: Rubbee Duckie) in der Sesamstraße in der Badewanne singen ließ. Das Lied erreichte im September 1970 Platz 13 der Billboard-Charts.
Die Gummiente wurde 2013 in die Toy Hall of Fame aufgenommen, was ihre Bedeutung als langlebiges und innovatives Spielzeug unterstreicht.
Kuriose Anekdoten wie die von Queen Elizabeth II., deren Quietscheente angeblich eine aufblasbare Krone trug, zeigen den Kultstatus dieser kleinen Badeente.
1992 gingen bei einem Frachter aus Hongkong, der nach Tacoma im US-Staat Washington unterwegs war, im Ostpazifik einige Container mit knapp 29.000 Spielzeugtieren über Bord, darunter zahlreiche Quietscheentchen. Diese schwimmen seitdem auf den Weltmeeren, einige haben inzwischen auch Europa erreicht. Forscher können die Sichtungen der Quietscheentchen nutzen, um die Ausdehnung der Müllstrudel auf den Weltmeeren zu berechnen.



Schweizer Forscher des Wasserforschungsinstitut Eawag untersuchten Badeenten aus Gummi. In vier von fünf Tieren fanden die Forscher potenziell krankheitserregende Bakterien und Keime. Sie fanden zwischen fünf und 75 Millionen Zellen pro Quadratzentimeter, unter anderem Legionellen, Pseudomonas aeruginosa und diverse Pilze. Auch gesundheitlich riskante Phthalsäureester wurden in diesem Spielzeug nachgewiesen. Der Quietschton einer Quietscheente ist laut. Es wurden Schalldruckpegel von bis zu 130 Dezibel gemessen. Damit ist ein Quietscheentchen so laut wie ein Düsenflugzeug oder ein Rockkonzert. Für Kinder, die sich ein solches Spielzeug direkt an das Ohr halten besteht die Gefahr eines Gehörschadens. Damit ist die Eignung von Quietscheenten als Kinderspielzeug fraglich.