| Film | |
| Titel | Bahnpostfahrer |
|---|---|
| Produktionsland | DDR |
| Erscheinungsjahr | 1980 |
| Länge | 16 Minuten |
| Produktionsunternehmen | Hochschule für Film und Fernsehen, Potsdam-Babelsberg |
| Stab | |
| Regie | Herwig Kipping |
| Kamera | Martin Schlesinger |
Bahnpostfahrer ist ein surrealistisch beeinflusster Dokumentarkurzfilm von Herwig Kipping von 1980.
Der Bahnpostfahrer Andreas sortiert Briefe, Zeitungen und Päckchen in einem Postwagen der Deutschen Reichsbahn. Zwischen den Erzählungen über seine Sehnsüchte und Wünsche erscheinen Bilder von einem Auge, Lippen, einer Handfläche, Haaren, Blutstropfen, Blumen, Kerzen, auch Bahnhöfen, einer langen Vollmondeinstellung, einem Zug, der über die Kamera im Gleisbrett rollt.
Bahnpostfahrer war eine Filmübung von Herwig Kipping im zweiten Studienjahr an der Filmhochschule Babelsberg. Er beruhte auf seinen zweijährigen Erfahrungen in diesem Beruf sowie auf dem britischen Film Night Mail (1936), weitere Vorbilder waren Luis Buñuel, Andrej Tarkowski und Dsiga Wertow. Der Film wurde 1982 beim Leipziger Kurz- und Dokumentarfilmfestival gezeigt, durfte danach aber einige Zeit nicht mehr öffentlich gezeigt werden. Auch eine Aufführung bei den Westdeutschen Kurzfilmtagen in Oberhausen wurde trotz mehrfacher Anfragen von den DDR-Verantwortlichen nicht genehmigt.
Bahnpostfahrer wurde 2024 von der DEFA-Stiftung digitalisiert und 2025 bei den Internationalen Kurzfilmtagen in Oberhausen gezeigt, wo er wegen seiner für die DDR untypischen Gestaltung einige Aufmerksamkeit erhielt.