| Bajonett M.95 | |
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Niederländisches Infanterie-Säbelbajonett M.95 als Unteroffiziersausführung mit Schwertscheide | |
| Angaben | |
| Waffenart: | Bajonett |
| Entstehungszeit: | 1895 |
| Einsatzzeit: | 1895 – 1940 |
| Ursprungsregion/ Urheber: |
Österreich-Ungarn |
| Verbreitung: | Europa |
| Gesamtlänge: | 60,3 cm (alle Säbelbajonett) |
| Klingenlänge: | 25 cm (Messerbajonett) 36 cm (Infanterie-Säbelbajonett) 48 cm (Pionier-Säbelbajonett) |
| Klingenbreite: | 22 cm (Messerbajonett) |
| Werkstoff: | Stahl Holz Messing Leder |
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Das Bajonett M.95 war ein Bajonett der österreich-ungarischen Armee in verschiedenen Varianten für das Mannlicher Modell 1895 und wurde ab 1895 bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges eingesetzt.
Als im Jahr 1895 von Ferdinand Mannlicher ein neues Gewehr und ein neuer Karabiner mit einem neuen Verschluss auf dem Markt kam, adaptierte die Österreich-Ungarische Armee diese Waffen und nahm sie in den Bestand auf. Um damit auch Nahkampfangriffe durchführen zu können, wurden verschiedene Bajonette angefertigt. Am weitesten verbreitet war das Bajonett M.95
In den Niederlanden wurde ebenfalls 1895 das Mannlicher Modell 1895 als Gewehr und Karabiner in Dienst genommen, wodurch das alte Beaumont-Vitali Gewehr abgelöst wurde. Auch hier wurden Bajonette gefordert, welche sich im Aussehen von den ursprünglichen deutlich unterscheiden.
Von 1895 bis 1904 wurde die Produktion des von verschiedenen Herstellern in Österreich-Ungarn und dem Deutschen Kaiserreich produziert. Zum einen war dies die Österreichische Waffenfabriks-Gesellschaft (kurz: OEWG) in Steyr und die Fegyver- és Gépgyár (kurz: FÉG, deutsch: Waffen- und Maschinenfabrik) aus Budapest, welche die Hauptmasse an Bajonetten fertigten. Weiterhin stellten Ernst Busch Stahlwarenfabrik, Alexander Coppel & Cie. und die WKC Stahl- und Metallwarenfabrik aus Solingen mehrere Bajonette her.
Ab 1904 wurde eine weitere Produktion bei den Artillerie-Inrichtingen in Zaandam gestartet, welche bis ins Jahr 1940 andauerte. Die Artillerie-Inrichtingen hatte als besondere Markierung den Schriftzug Hembrug, was sich auf die Drehbrücke vor Ort über den Nordseekanal bezog, welche den Eisenbahnanschluss an das Werk ermöglichte. Dadurch, dass die Produktion in den Niederlanden deutlich länger durchgeführt wurde als an den anderen Standorten, hat sich später die Bezeichnung Hembrug weit verbreitet. Nur wenige niederländische Bajonette wurden bei der Österreichischen Waffenfabriks-Gesellschaft oder bei Alexander Coppel & Cie. hergestellt.


Die Grundvariante war das Messerbajonett M.95. Es hat eine einschneidige, 25 cm lange Klinge mit einer Hohlkehle. Die Klinge ist gerade und läuft spitz am Ende aus. Die Parierstange verfügt auf der einen Seite bei einigen Bajonette über einen speziellen Haken. Dieser ist, neben einem Bügel am Knauf die Vorrichtungen zum Befestigen des Portepee für Unteroffiziere und wurden dementsprechend auch nur von diesen genutzt. Diese Haken gab es bei allen Bajonettarten vom Typ M.95. Auf der anderen Seite befand sich eine Öse zum Aufpflanzen auf das Gewehr. Diese Öse greift direkt um den Lauf vom Gewehr und kann arretiert werden. Ab 1900 entfiel die Parierstange, da sie nicht mehr von Bedeutung erschien. Der Griff besteht aus Holzschalen, welche mit zwei Nieten am Erl mit der Klinge verbunden sind.
Die Scheide für alle österreich-ungarischen Bajonett besteht oder Stahl. In der Friedenszeit waren die Scheiden schwarz lackiert, mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurden sie feldgrau umlackiert.
Die Hohlkehle wurde in verschiedenen Varianten gefertigt. So waren die Hohlkehlen der OWEG rund, die von FGGY hingegen eckig. Weiterhin unterscheiden sich die Bajonette von Ernst Busch deutlich von den anderen Modellen. So wurde zum einen die Art und Weise der Beschriftung anders angebracht, als auch die Klingenform leicht verändert. Auch hatte das Sperrstück zwei rechtwinkelige Ecken, während die anderen Modelle eine rechtwinkelige und eine gerundete Ecke aufweisen.

Eine weitere Sondervariante des Bajonett M.95 war das Kavalleriebajonett M.95. Dies ist im Grunde identisch mit dem Säbelbajonett, verfügt am Mündungsring jedoch über ein Korn. Der Grund für diese Hilfsvisierung ist, dass das Kavalleriekarabiner nicht für ein Bajonett vorgesehen war. Pflanzte man ein Bajonett auf den Karabiner, veränderte sich der Treffpunkt beim Feuern mit Bajonett so grundlegend, dass man Abhilfe schaffen musste. Durch das Aufpflanzen des Bajonetts und dem Korn auf der Öse, war die gezielte Schussabgabe wieder möglich.

Weiterhin gibt es ein Ersatzbajonett M.95, welches sehr simpel und einfach konstruiert ist. Es besteht aus einem verdrehten Stück Bandstahl mit angenieteten Teilen zum Aufpflanzen auf das Gewehr.

Das Infanteriesabelbajonet M95 (deutsch: Infanterie-Säbelbajonett M.95) für die niederländische Armee war eine Sonderanfertigung, welches verändert und speziell für das Geweer M.95 hergestellt wurde. Es wurde von der Rigby-Patentkonstruktion des britischen Schwertbajonett P1888 inspiriert. Es hat eine einschneidige, sich verjüngende und T-förmige 36 cm Klinge ohne Hohlkehle. Die Gesamtlänge des Infanterie-Säbelbajonett M.95, sowie aller anderen Säbelbajonette, lag bei 60,3 cm. Das Bajonett ähnelt sehr stark dem französischen Épée Baionnette du Fusil Gras Modele 1874. Bei späteren Modellen wurde der Knauf um 90 Winkelgrad gedreht, da die Soldaten das Bajonett oftmals auf dem Rücken trugen und mit dem alten Knauf die Uniformen beschädigten. Die Holzgriffe wurden mit zwei großen Nieten durch den Erl gehalten. Die Bajonette konnten sowohl auf dem Gewehr, als auch auf dem Karabiner befestigt werden. Die Scheiden aller niederländischen Bajonette bestehen aus rotbraunem Leder und haben eine integrierte Gürtelschlaufe, welche an den Scheidenkörper genietet ist.
Für die niederländische Marine wurde ein eigenes Bajonett hergestellt, das Marinesabelbajonet M95 (deutsch: Marine-Säbelbajonett M.95). Es hat die gleiche Länge wie die Version der Infanterie und die gleiche Parierstange. Hier werden jedoch die Griffstücke mit einer einzigen Schraube am Erl gehalten, welche durch zwei ovale und 30 mm lange Platten ging. Der Grund hierfür war die Reparatur der Bajonette. Da das Holz der Marinebajonette durch die Meeresluft und das Salzwasser stärkeren Belastungen ausgesetzt war, sollte damit der Austausch vereinfacht, beziehungsweise ermöglicht werden.
Eine weitere Variante des niederländischen Säbelbajonett ist das Pionierssabelbajonet M95 (deutsch: Pionier-Säbelbajonett M.95). Es wurde von den Pionieren, der Artillerie und den Radfahrtruppen genutzt. Die Klinge bei diesem Modell ist um 18 cm auf insgesamt 48 cm verlängert worden. Der Grund lag an der Bewaffnung dieser Truppenteile. Diese verfügten ausschließlich über Karabiner und vor allem die Pioniere wollten eine längere Nahkampfwaffe, da der Karabiner kürzer war als das Geweer M95. Das Pionierbajonett hatte ein leicht abgewandelte Griffform und passte damit nicht mehr an das Gewehr, sondern nur noch an den Karabiner.
Das an die niederländische Kavallerie ausgegebene Cavaleriemesbajonet M95 (deutsch: Kavellerie-Messerbajonett) war ein Messerbajonett und damit deutlich kürzer als das Säbelbajonett der Infanterie. Es verfügt über Holzgriffe, welche von zwei Stahlscheiben gehalten werden und hatte eine Klingenlänge von 24 cm.
Alle Varianten des Bajonett M.95, mit Ausnahme der niederländischen, wurden während des Ersten Weltkrieges an allen Fronten von den österreich-ungarischen Truppen eingesetzt und bewährten sich in deren Augen hervorragend.
Die niederländischen Truppen setzten ihre Bajonette an allen Fronten und Kriegsschauplätzen ein, sowohl in Europa, als auch in den Kolonien.
Das Truppen des deutschen Kaiserreiches, hier speziell die Einheiten des Deutschen Alpenkorps, wurden mit Bajonetten von Ernst Busch ausgerüstet. An der Alpenfront unterstanden sie dem Befehl von Österreich-Ungarn und wurden mit österreichischen Waffen ausgerüstet, mit Ausnahme von Bajonetten.
Mit dem Einmarsch der Wehrmacht in die Niederlande während des Westfeldzuges 1940, gelangten mehrere Säbelbajonett M95 in den Besitz der Wehrmacht. In der Dienstvorschrift Kennblätter fremden Geräts wurden alle Varianten des Säbelbajonett als Seitengewehr 101 (h) geführt.