| Banda Internationale | |
|---|---|
Banda Internationale, 2018 | |
| Allgemeine Informationen | |
| Herkunft | Dresden, Deutschland |
| Genre(s) | Brass, Weltmusik |
| Gründung | 2001 als Banda Comunale |
| Website | bandacomunale.de |
| Aktuelle Besetzung | |
Cello | Akram Younus Ramadhan Al-Siraj |
| Thabet Azzawi | |
Gitarre, Gesang, Schlagzeug, Percussion | Ezé Wendtoin |
Trompete, Flügelhorn | Germi Riess |
Trompete, Flügelhorn | Alexander Valnov |
Trompete | Arystan Petzold |
Klarinette, Kalimba | Michal Tomaszewski |
Tenorsaxophon, Querflöte | Richard Ebert |
Altsaxophon, Baritonsaxophon | Julian Loehr |
Posaune | Martin Schulze |
Posaune | Felix Korte |
Helikon, Tuba | Alfred Haberkorn |
Sousaphon | Peter Birkenhauer |
Schlagzeug | Arne Müller |
Percussion | Qutaiba Abu Rashed |
Banda Internationale ist eine ca. 15-köpfige Band aus Dresden, deren Stil zwischen Brass und Weltmusik einzuordnen ist.
Die Band „Banda Comunale“ wurde im Jahr 2001 von zunächst elf Dresdner Musikern als Reaktion auf die immer größer werdenden Neonaziaufmärsche in der Landeshauptstadt gegründet. Der musikalische Stil war von Anfang an durch starke internationale Einflüsse (Balkan/Osteuropa, Nordafrika, Lateinamerika) geprägt.
Überregional bekannt wurde die Band durch ihr politisches Engagement gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, insbesondere gegen die in Dresden stark vertretene PEGIDA-Bewegung. Regelmäßig unterstützte die Band mit ihren Auftritten entsprechende Initiativen und Demonstrationen und initiierte mit anderen Kulturschaffenden u. a. den „Dresdner Neujahrsputz“ als kreative Gegenreaktion zu montäglichen Spaziergängen der rassistischen Pegida. Für diese Aktionen wurde sie für den Sächsischen Förderpreis für Demokratie nominiert.
Im Juni 2015 trat die Band vor dem früheren Hotel Leonardo in Freital auf, das als Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber vorgesehen war. Rechtsextremisten versuchten die Unterbringung von Geflüchteten in Freital zu verhindern und brachten die Stadt mit Protesten, Ausschreitungen und rechtsterroristischen Anschlägen bundesweit in die Schlagzeilen.

Ab etwa 2015 suchte die Band gezielt unter den in der Region Dresden ankommenden Flüchtlingen nach Musikern und verstärkte sich seitdem mit Bandmitgliedern u. a. aus Syrien, Iran, Irak, Palästina und Burkina Faso. Anlässlich des anfangs nur temporär initiierten Projektes änderte die Band ihren Namen in „Banda Internationale“ um und führt ihn weiterhin. Das Projekt wurde 2016 mit dem Sonderpreis der Staatsministerin für Kultur und Medien Monika Grütters (CDU) gewürdigt. Von der Landesregierung Sachsen gab es ansteigend zwischen 106.871 € und 231.737 € jährlich finanzielle Mittel.
Die Band wurde 2024 für die Thüringer Achava-Festspiele, eine Veranstaltungsreihe zur jüdischen Kultur, engagiert.
Die Band ist unter Vertrag bei dem Münchener Label Trikont.
Auf dem DOK Leipzig 2017 zeigten die Dresdner Filmemacher Hechtfilm den Dokumentarfilm Wann wird es endlich wieder Sommer?, der das Engagement der Band über den Zeitraum eines Jahres begleitet, im internationalen Programm. Der Film ist ab Februar 2018 in deutschen Kinos zu sehen.
„Seit es Pegida gibt, regt sich Widerstand – bunt, laut und manchmal rhythmisch. Oft wurde der Takt der Gegendemonstrationen von der örtlichen Demo-Brass-Band „Banda Comunale“ vorgegeben, die sich formierte, wenn es darum ging, sich in Dresden, Freital oder Clausnitz die Straße zurückzuerobern. Doch bald war es den Musikern nicht mehr genug, immer nur „dagegen“ zu sein. Sie emanzipierten sich von den manischen Verteidigern des Abendlands, spielten vermehrt in Erstaufnahmelagern und Asylunterkünften und es dauerte nicht lange, bis die elfköpfige Combo durch Musiker aus Syrien, Burkina Faso, Palästina, dem Irak und dem Iran verstärkt und zur „Banda Internationale“ wurde.“
Seit 2017 führt das Musikerkollektiv neben der Bandarbeit in Trägerschaft der Projektschmiede Dresden (bis 2017) und des Ausländerrat Dresden e. V. (ab 2018) interkulturelle Musik-Workshops an sächsischen Schulen und ein Bandprojekt mit unbegleiteten jugendlichen Geflüchteten durch.
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