Banyuls-sur-Mer

Banyuls-sur-Mer
Banyuls de la Marenda
Banyuls-sur-Mer (Frankreich)
Banyuls-sur-Mer (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Okzitanien
Département (Nr.) Pyrénées-Orientales (66)
Arrondissement Céret
Kanton La Côte Vermeille
Gemeindeverband Albères, Côte Vermeille et l’Illibéris
Koordinaten 42° 29′ N, 3° 8′ OKoordinaten: 42° 29′ N, 3° 8′ O
Höhe 0–965 m
Fläche 42,43 km²
Einwohner 4.496 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 106 Einw./km²
Postleitzahl 66650
INSEE-Code
Website banyuls-sur-mer.com

Banyuls-sur-Mer

Banyuls-sur-Mer [baɲuls syʁ mɛʁ] (auf Katalanisch Banyuls de la Marenda) ist eine französische Stadt und Gemeinde mit 4496 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Pyrénées-Orientales in der Region Okzitanien. Sie liegt in der historischen katalanischen Comarca Rosselló. Die Bewohner werden Banyulencs genannt.

Geografie

Banyuls-sur-Mer liegt an der Küste des Golfe du Lion. Die Ausläufer der Pyrenäen, die Monts Albères, fallen hier ins Meer ab und formen eine Steilküste. Es grenzt an die französischen Nachbargemeinden Cerbère, Port-Vendres, Argelès-sur-Mer und Collioure sowie an Colera, Rabós und Espolla in Spanien. Besonders bekannt ist der Ort für den nach ihm benannten Süßwein Banyuls (VDN), darüber hinaus beherbergt er das ozeanographische Institut Observatoire océanologique de Banyuls-sur-Mer mit einem Museum und einem Aquarium.

Karte von Banyuls-sur-Mer

Geschichte

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt datiert aus dem Jahr 981, damals Balneum oder Balneola genannt. Im Jahr 1074 ändert sich die Schreibform in Bannils de Maritimo, um die Stadt vom 20 km entfernten Banyuls-dels-Aspres unterscheiden zu können. Der Begriff Marenda wird im Jahr 1197 (Banullis de Maredine) und im Jahr 1674 (Banyuls del Marende) erwähnt. Seit dem 19. Jahrhundert existiert die heutige katalanische Namensgebung Banyuls de la Marenda.

Der Name Banyuls bedeutet in der lokalen Sprache die Präsenz eines Weihers. Diesen gab es in der Tat bis zur Trockenlegung des Baches Vallauria im Jahr 1872. Der Namenszusatz de Maritimo, del Marende, sur mer etc. weisen in der jeweiligen Sprache auf die Lage an der Küste hin.

Während nahezu zwei Jahrhunderten spielte der Schmuggel von und nach Spanien eine große Rolle in Banyuls-sur-Mer. Je nach Bedürfnis der jeweiligen Epoche wurden Salz, Tabak, Silbermünzen, Zucker, Reis, Tuche und Leder geschmuggelt, und dies nahezu straffrei. Daneben lebte die Bevölkerung in der Hauptsache von Fischerei und Weinbau. Heutzutage ist der Tourismus von Bedeutung.

Jedes Jahr im Oktober findet das traditionelle Winzerfest Fête des Vendanges in Banyuls statt. Den Höhepunkt stellt das Déjeuner sur la Plage am Sonntag dar, bei dem Tausende Menschen das Eintreffen der mit Trauben beladenen Barken feiern.

Persönlichkeiten

Grabstein Maillols mit seinem Werk La Méditerranée im Musée Maillol Banyuls

Tourismus

In Banyuls-sur-Mer beginnt ein Wanderweg, der auf einem alten Fluchtweg der Fluchthelfer Lisa und Hans Fittko in der Zeit der nationalsozialistischen Diktatur entlang führt. Diese nach den Fittkos benannte „F-Route“ von Banyuls-sur-Mer in das spanische Portbou ist seit dem 24. Juni 2007 offiziell „Chemin Walter Benjamin“ (spanisch „Ruta Walter Benjamin“) benannt und als historischer Wanderweg markiert, um damit an den deutschen Philosophen Walter Benjamin zu erinnern, der diesen Weg unter dramatischen Umständen auf der Flucht vor den Nationalsozialisten am 25. und 26. September 1940 mit Lisa Fittko beschritt. Die spanischen Behörden ließen den Flüchtenden wegen eines neuen Dekrets nicht einreisen, sondern wollten ihn zurück nach Frankreich schicken. Daraufhin nahm sich Benjamin in der Nacht vom 26. auf den 27. September 1940 im Hotel Francia de Portbou das Leben, um seiner Auslieferung zu entgehen. Daran erinnert die in Portbou errichtete begehbare Landschaftsskulptur Passagen des israelischen Künstlers Dani Karavan. Auf dem Friedhof von Portbou befindet sich ein Gedenkstein zur Erinnerung an Walter Benjamin. Musikalisch wie szenisch wurde Benjamins Tod in der Oper Shadowtime von Charles Bernstein (Libretto) und Brian Ferneyhough (Komposition) verarbeitet.

Sehenswürdigkeiten

Film

Literatur

Commons: Banyuls-sur-Mer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Liste der Bürgermeister von Banyuls. In: FranceGenWeb. Abgerufen am 10. Januar 2018.
  2. ↑ Claudia Diemar: Passagen in die Freiheit. Der Chemin Walter Benjamin erinnert an die Flucht des Philosophen über die Pyrenäen vor genau siebzig Jahren. In: Berliner Zeitung. 4. September 2010, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 14. August 2014; abgerufen am 10. Januar 2018.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Reiser: Chemin Walter Benjamin, der F-Weg. In: uebersmeer.org. 19. Mai 2012, abgerufen am 2. Februar 2021.