Barbara Brandl

Barbara Brandl ist eine deutsche Soziologin und Hochschullehrerin.

Leben und Wirken

Nach dem Studium der Soziologie, der Volkswirtschaftslehre und der Politikwissenschaft in München und Maastricht war Barbara Brandl zunächst von 2010 bis 2013 Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Soziologie der LMU München. Ein Jahr als Visiting Scholar an der Pennsylvania State University schloss sich an. Es folgten Tätigkeiten als Gastwissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für Gesellschaftsforschung in Köln im Sommer 2015 sowie als Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Trier (2016/2017) und an der Friedrich-Schiller-Universität Jena (2017/2018).

Einen Ruf auf die Juniorprofessur für Wissenschaft und Gesellschaft am Forum Internationale Wissenschaft (FIW) der Universität Bonn lehnte sie im Sommer 2018 ab zugunsten der Professur für Soziologie mit dem Schwerpunkt Organisation und Wirtschaft an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main, die sie seit November 2018 innehat, unterbrochen durch eine Elternzeit im Jahr 2019.

Brandl forscht schwerpunktmäßig zur Wirtschaftssoziologie. Im Jahr 2016 wurde sie als Stipendiatin des Cusanuswerks an der LMU München mit einer Arbeit über die Entwicklung der Grünen Gentechnik in den USA und Deutschland promoviert. In neuerer Zeit beschäftigte sie sich insbesondere mit den gesellschaftlichen Bedingungen und Auswirkungen von digitaler Zahlungstechnik, digitalen Währungen und Bezahldiensten. Eine Arbeit, die 2025 in Zusammenarbeit mit anderen Forscherinnen am Weizenbaum-Institut entstand, kam zu dem Ergebnis, dass es deutliche Unterschiede zwischen ärmeren und reichen Haushalten bei der Verwendung digitaler Zahlungsmittel und -techniken sowie bei der Kreditaufnahme gibt. Im Gegensatz zu Girokonten und Bargeld ist die soziale Teilhabe an solchen Diensten deutlich ungleicher verteilt.

Schriften (Auswahl)

Auszeichnungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Angaben nach dem Lebenslauf auf der Website von Brandls Lehrstuhl an der Universität Frankfurt am Main, abgerufen am 4. November 2026.
  2. ↑ Barbara Brandl: Wissenschaft, Technologieentwicklung und die Spielarten des Kapitalismus. Springer Fachmedien Wiesbaden, Wiesbaden 2018, ISBN 978-3-658-18922-8, doi:10.1007/978-3-658-18923-5 (springer.com – Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität, München 2016, unter dem Titel: „Wissenschaft, Technologieentwicklung und die verschiedenen Spielarten des Kapitalismus. Über den Einfluss institutioneller Arrangements auf Inno- vationen. Am Beispiel der Grünen Biotechnologie).
  3. ↑ Marcus Wolf: Die Europäische Zentralbank will mit dem Digitalen Euro eine Alternative zu Paypal und Co. schaffen. In: Deutschlandfunk. 13. Mai 2026, abgerufen am 3. November 2026.
  4. ↑ Susanne Pohlmann: Übernahmegerüchte um Paypal: Prognose fürs Unternehmen schlecht – Könnte Stripe ein Ausweg sein? In: zdf heute. 8. März 2026, abgerufen am 3. November 2026.
  5. ↑ Christian J. Meier: Kann man bargeldlos zahlen, ohne auf Bargeld zu verzichten? In: RiffReporter. 29. Oktober 2024, abgerufen am 3. November 2026.
  6. ↑ Barbara Brandl, Zsófia Sulykosné Ignácz, Alexandra Keiner, Jenny Preunkert: Von der Kreditkarte zu Buy-Now-Pay-Later: Soziale Ungleichheiten in der Nutzung von digitalen Bezahldiensten und Konsumkrediten. Weizenbaum Institute, 2025, ISSN 2748-5587, doi:10.34669/WI.DP/49 (weizenbaum-library.de).
  7. ↑ Leonhard Pitz: „Die Leute haben sehr gute Gründe, Bargeld zu nutzen“. In: netzpolitik.org. 8. Mai 2026, abgerufen am 3. November 2026.