| Gemeinde Barbastro | ||
|---|---|---|
| Wappen | Karte von Spanien | |
| Basisdaten | ||
| Land: | ||
| Autonome Gemeinschaft: | ||
| Provinz: | Huesca | |
| Comarca: | Somontano de Barbastro | |
| Gerichtsbezirk: | Barbastro | |
| Koordinaten: | 42° 2′ N, 0° 7′ O | |
| Höhe: | 343 msnm | |
| Fläche: | 107,60 km² | |
| Einwohner: | 17.807 (Stand: 2025) | |
| Bevölkerungsdichte: | 165 Einw./km² | |
| Postleitzahl(en): | 22300 | |
| Gemeindenummer (INE): | 22048 | |
| Verwaltung | ||
| Bürgermeister: | Fernando Torres Chavarría | |
| Website: | barbastro.org | |
| Lage des Ortes | ||
Der Ort Barbastro ist die Hauptstadt der Comarca Somontano de Barbastro in der spanischen Provinz Huesca und hat 17.807 Einwohner (Stand: 2025). Es ist Zentrum des herausragenden Weinbaugebietes Somontano, in dem seit Jahrhunderten weltbekannte Weine gekeltert werden.
Barbastro ist das westliche Eingangstor zur Gebirgskette der Sierra de Guara; die Stadt liegt in etwa 350 m Höhe am Río Vero ungefähr 120 km nordöstlich von Saragossa bzw. ca. 50 km südöstlich von Huesca. Das Klima ist gemäßigt bis warm; Regen (ca. 600 mm/Jahr) fällt überwiegend im Winterhalbjahr.
| Jahr | 1857 | 1900 | 1950 | 2000 | 2024 |
| Einwohner | 7.897 | 7.033 | 9.381 | 14.671 | 17.558 |
Die Mechanisierung der Landwirtschaft und die Stilllegung kleiner Bauernhöfe („Höfesterben“) sorgten für einen Überschuss an Menschen auf dem Land; diese wanderten zumeist in die größeren Städte ab.
Etwa die Hälfte der Arbeitnehmer ist im Dienstleistungssektor (Verwaltung, Schulen, Krankenhäuser etc.) beschäftigt; ca. 25 % arbeiten in der Kleinindustrie und im Energiesektor und ca. 12 % im Bauwesen.
Die Stadt hieß zur Zeit des Römischen Reiches Barbatius. Sie wurde im Jahr 717 von den Mauren erobert und trug von da an den Namen Madyar. Bis zum Jahr 882 war sie die Hauptstadt des Emirats von Brabstra. Bis zur christlichen Rückeroberung (reconquista) im Jahr 1100 unterstand sie dem Emir von Saragossa.
Die Festungsstadt war im Jahr 1064 Ziel eines multinationalen christlichen Feldzuges gegen die Mauren.
Im frühen 12. Jahrhundert wurde das Bistum Barbastro gegründet, das jedoch nur wenige Jahrzehnte existierte und im 16. Jahrhundert neugegründet wurde; es wurde im Jahr 1995 in Bistum Barbastro-Monzón umbenannt. Bischofskirche ist die spätgotische und durch Renaissance- und Barockelementen ergänzte Kathedrale Santa María de la Asunción.
Im Jahr 1873 gründete der Priester Saturnino López Novoa in Barbastro die Kongregation der Hermanitas de los Ancianos Desamparados („Kleine Schwestern der verlassenen Alten“), eine Gemeinschaft, die sich der Pflege alter Menschen widmet. Aus den Anfängen in Barbastro entstanden zahlreiche Altenheime in ganz Spanien, später auch im Ausland. Im Jahr 2021 waren die Ordensschwestern in 20 Ländern tätig.
Kurz nach Ausbruch des Spanischen Bürgerkriegs wurden am 20. Juli 1936 sechzig meist junge Ordensleute im Priesterseminar der Claretiner von Anarchisten im Rahmen der republikanischen Repression gegen wirkliche oder vermutete Unterstützer des Putsches verhaftet. Die Geistlichen wurden zunächst von den lokalen Repräsentanten der anarchistischen CNT vor Übergriffen geschützt. Die Lage änderte sich, als Anarchisten der Kolonne "Francisco Ascaso" in Barbastro ankamen. Innerhalb von vier Wochen wurden von den 60 Geistlichen der Stadt 51 Personen bzw. 87 % durch Erschießungskommandos umgebracht. Auch der Bischof Florentino Asensio Barroso wurde gefoltert und ermordet.
Der im Kampf gegen die Nationalisten verletzte freiwillige Spanienkämpfer und Schriftsteller George Orwell wurde im Sommer 1937 in das Lazarett in Barbastro eingeliefert. Da dieses überfüllt war, wurde er nach Lleida gebracht.
Barbastro hat mehrere Heilig- und Seligsprechungen vorzuweisen: