| Barmer Bergbahn | |
|---|---|
| Basisinformationen | |
| Staat | Deutschland |
| Stadt | Barmen, später Wuppertal |
| Eröffnung | 1894 |
| Elektrifizierung | 1894 |
| Stilllegung | 31.03.1970 |
| Betreiber | Barmer Bergbahn AG, später Wuppertaler Stadtwerke AG |
| Infrastruktur | |
| Spurweite | 1000 mm (Meterspur) |
Die Barmer Bergbahn AG war ein öffentliches Personennahverkehrsunternehmen, dessen Ausgang eine meterspurige Zahnradbahn in Wuppertal-Barmen bildete, die von 1894 bis 1959 existierte. Die Barmer Bergbahn AG ging erst 1940 in die Wuppertaler Bahnen, 1948 dann in der Wuppertaler Stadtwerke AG auf.
Das an die Zahnradbahn anschließende Straßenbahnnetz der Barmer Bergbahn AG trug die Hauptlast des öffentlichen Personennahverkehrs in Ronsdorf und Cronenberg sowie darüber hinaus nach Remscheid und Solingen. Durch den umfangreichen Güterverkehr, insbesondere in Ronsdorf und dem Morsbachtal als auch auf der Solinger Strecke, wurden große Mengen Güter transportiert. Die Nachfrage sank erst mit dem Aufkommen größerer und leistungsstärkerer LKW in den 1950er Jahren.
Die Straßenbahnstrecke Toelleturm – Ronsdorf wurde 1894 von der Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn im Auftrag der Barmer Bargbahn gebaut und betrieben. Sie führte weiter über Lichtscheid und die sogenannte Waldstrecke durch die Ronsdorfer Anlagen nach Ronsdorf zum Stadtbahnhof. Bereits 1897 wurde die Strecke und von der Barmer Bergbahn AG übernommen und elektrifiziert. Hier bestand Anschluss an die Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn.
Im Jahr 1902 kauft die Bergbahn dann den gesamten Betrieb der Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn. Im Anschluss an die Übernahme wurde das restliche Netz elektrifiziert und erweitert. So wurde in Remscheid-Clarenbach eine Strecke über Haddenbach zur Schönen Aussicht mit Übergang zur Straßenbahn Remscheid geschaffen. Ebenfalls nach Solingen wurde eine Verlängerung der Strecke von Müngsten bis Solingen Krahenhöhe gebaut, die jedoch kaum genutzt und bereits 1909 wieder stillgelegt wurde. Heute befindet sich dort ein Wanderweg, die sogenannte Bergbahntrasse.
Die Straßenbahn Elberfeld-Cronenberg-Remscheid/Sudberg wurde 1909 von der Barmer Bergbahn AG gekauft. Diese eröffnete am 10. August 1900 die Straßenbahnstrecke Elberfeld – Cronenberg – Sudberg. Ein Jahr später erfolgte der Abschnitt Cronenfeld – Remscheid-Hasten. Bereits 1905 wurde die Bahn von der Solinger Kreisbahn übernommen. Diese beauftragte die Straßenbahn der Stadt Elberfeld mit dem Bau der Strecke Elberfeld – Ostersbaum, um diese zu gepachten.
Nach der Übernahme durch die Bergbahn wurden die Betriebsteile Cronenberg und Toelleturm durch den Einbau einer Verbindungskurve in der Gerstau verbunden. An dieser Kreuzung gab es mit der Ronsdorf-Müngstener-Eisenbahn erheblichen Disput über die Querung. Kurzzeitig wurde sogar über den Bau einer Brücke nachgedacht. Man einigte sich dann darauf, dass ein Wagen zweimal am Tag die Gleise zu Betriebszwecken überfahren durfte. Dieser diente dann als Pendelwagen von Gerstau nach Hasten, so dass die Fahrgäste zu Fuß über den Bahnübergang gehen mussten.
Von Cronenberg aus wurde dann eine Erweiterung des Netzes im Jahre 1914 bis Solingen über Kohlfurt errichtet. Diese Strecke bildet die heutige Bergische Museumsbahn.
Nach der Elektrifizierung einigte man sich den Bergischen Kleinbahnen über eine gemeinsame Nutzung der Strecken ab dem 2. Januar 1903 in Ronsdorf. Dazu wurde eine Verbindungskurve von Rondorf, Fachschule zum Stadtbahnhof geschaffen. Die Stadtstrecke diente nur dem Personenverkehr und wurde bergauf befahren. Die Waldstrecke wurde vom Personenverkehr bergab und vom Güterverkehr in beiden Richtungen genutzt.
Von Lichtscheid aus einigte man sich, analog zur Mitbenutzung der Ronsdorfer Stadtstrecke, mit der Bergischen Kleinbahn AG zur Benutzung der Strecke bis zum Gelpetaltunnel, bog jedoch auf eine neue Strecke ab über Freudenberg bis Friedenshain. Sie verband damit ab 7. August 1926 die ersten Strecken (Betriebsteil Toelleturm) mit der ebenfalls übernommenen Strecke Elberfeld – Cronenfeld – Remscheid-Hasten (Betriebsteil Cronenberg).
In beiden Betriebsteilen gab es, auch noch nach der Übernahme durch die Bahnen Wuppertal bzw. die Wuppertaler Stadtwerke AG, teils erheblichen Güterverkehr zwischen dem Bahnhof Solingen Nord und der Firma Rasspe sowie im gesamten Morsbachtal, mehreren Firmen innerhalb von Ronsdorf sowie Vorwerk und Co. auf Lichtscheid. Die Barmer Bergbahn AG beschaffte eigens dazu bei AEG große elektrische Lokomotiven der Bauart Letmathe. Teilweise wurden auch Lokomotiven aus Straßenbahnwagen umgebaut oder solche modifiziert.