Baruch Arensburg

Baruch Arensburg (hebräisch ברוך ארנסבורג; geboren 1934 in Santiago de Chile, Chile) ist ein chilenisch-israelischer Anthropologe und Hochschullehrer an der Universität Tel Aviv.

Leben

Arensburgs Eltern emigrierten Anfang des 20. Jahrhunderts aus Russland nach Chile. 1958 und 1959 studierte Arensburg Anthropologie und Vergleichende Anatomie an der Universität von Paris (Sorbonne). 1959 wanderte er nach Israel aus. Dort studierte er an der Hebräischen Universität Jerusalem Geographie und Archäologie mit einem Bachelor-Abschluss und Geographie und Zoologie mit einem Master-Abschluss.

Nach seinem Studium arbeitete er mit Moshe Stekelis und mit Hilel Nathan zusammen. Mit Nathan analysierte er Knochenfunde aus den Höhlen der Judäischen Wüste. 1966 nahm Nathan seinen Schüler Arensburg mit an die Universität Tel Aviv. Dort gründete Arensburg ein Labor für Biologische Anthropologie und eine Skelettsammlung.

Arensburg war der erste, der vergleichende anthropologische Studien durchführte zur Bevölkerung Palästinas beginnend mit der Altsteinzeit über die biblische, klassische, römische und byzantinische Zeit bis zur Gegenwart. Arensburg promovierte 1974.

An der Sackler-Fakultät für Medizin der Universität Tel Aviv arbeitete Arensburg als Professor. Außerdem ist er Mitarbeiter des Dan David Center for Human Evolution and Biohistory Research im Steinhardt Museum of Nature der Universität Tel Aviv.

Neandertaler-Zungenbein aus der Kebara-Höhle

Ausgrabungen

Arensburg nahm an verschiedenen Ausgrabungen teil, darunter:

Forschungsinteressen

Arensburg forschte zu den Sprachfähigkeiten der Neandertaler anhand des Zungenbeins, das in der Kebara-Höhle gefunden wurde. Zusammen mit Marcus Goldstein, der ebenfalls nach Israel ausgewandert war, lieferte Arensburg 1971 den ersten paläontologischen Überblick Israels, beginnend mit dem Mittelpaläolithikum. Zusammen mit Nathan Hilel studierten die beiden Wissenschaftler die Entwicklung von Skeletten von Beduinen, die im Negev ausgegraben wurden. Sie untersuchten auch Krankheiten, an denen die Beduinen litten. Außerdem untersuchten sie die Krankheiten der Juden in Israel in der römisch-hellenistischen Zeit.

Trivia

1978 traf Arensburg bei Ausgrabungen in der Sinai-Wüste mit Israel Hershkovitz zusammen. Dieser ließ sich von Arensburg inspirieren, auf dessen Fachgebiet zu wechseln und sich an den archäologischen Untersuchungen von Skeletten zu beteiligen.

Veröffentlichungen

Einzelnachweise

  1. ↑ Arensburg, Baruḵ bei d-nb.info. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  2. ↑ Arensburg, Baruch bei id.loc.gov. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  3. 1 2 3 4 5 Jane Buikstra, Jane E. Buikstra, Charlotte Roberts: The Global History of Paleopathology: Pioneers and Prospects, Oxford University Press, 2012, ISBN 978-0-19-538980-7, S. 426, 427, 428, 431, 432, 433 online bei books.google.de. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  4. ↑ Baruch Arensburg bei data.bnf.fr. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  5. ↑ Dan David Center for Human Evolution and Biohistory Inaugurated bei english.tau.ac.il. Abgerufen am 17. Juni 2021.
  6. ↑ The Dan David Center for Human Evolution and Biohistory Research bei smnh.tau.ac.il. Abgerufen am 17. Juni 2021.
Personendaten
NAME Arensburg, Baruch
ALTERNATIVNAMEN Arensburg, Baruḵ; Arensburg, B.; ארנסבורג, ברוך (hebräisch)
KURZBESCHREIBUNG israelischer Anthropologe und Hochschullehrer
GEBURTSDATUM 1934
GEBURTSORT Santiago de Chile, Chile