| Battle City | |
| Entwickler | Namco Dempa Shimbunsha (Heimcomputer) Nova (Game Boy) |
|---|---|
| Publisher | Namco Micomsoft (Heimcomputer) Nova (Game Boy) |
| Veröffentlichung | Famicom
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| Plattform | Famicom, Arcade (VS. System), MZ-1500, X1, FM-77, Game Boy, Virtual Console, Switch, PlayStation 4, Steam, Xbox One |
| Genre | Action, Shoot ’em up |
| Spielmodus | Einzelspieler, Mehrspieler |
Battle City (jap.: バトルシティー, Batoru Shitī) ist ein von Namco entwickeltes und 1985 für den Nintendo Family Computer veröffentlichtes Panzerkampf-Videospiel. Die Heimumsetzung des 1980 erschienenen Arcadespiels Tank Battalion (タンクバタリアン, Tanku Batarian) verfügt über einen Einzel- und Zweispielermodus und einen einfachen Leveleditor. Ebenfalls im Jahr 1985 erschien mit VS. Battle City eine auf der Hardware des Family Computer basierende Arcade-Umsetzung des Spieles.
Battle City erschien auch als modifizierte Version für den Nintendo Game Boy: 1991 als Einzelmodul und 1996 in der Spielekompilation Namco Gallery Vol. 1 (ナムコギャラリー Vol. 1). Namco legte das Spielkonzept im Arcade-Nachfolger Tank Force (1991) neu auf.

Battle City umfasst 35 Level, von denen jedes auf die Größe eines Bildschirms begrenzt ist. Jedes Level ist zu Beginn des Spiels frei wählbar. Die Level stellen Schlachtfelder aus der Vogelperspektive dar und enthalten immer folgende Elemente: Das Hauptquartier, den eigenen Panzer, feindliche Panzer und Hindernisse wie Mauern oder Wasserflächen. Das Hauptquartier, symbolisiert durch einen Wappenadler, befindet sich mittig am unteren Bildschirmrand und ist von einer Schutzmauer umgeben. Wird diese Mauer durch gegnerische oder eigene Schüsse zerstört und der Adler getroffen, geht das Spiel verloren. Verliert der Spieler alle Leben, führt dies ebenfalls zum Spielende.
Der Spieler steuert einen gelben, links neben dem Hauptquartier startenden Panzer und wird im kooperativen Mehrspielermodus durch einen, vom zweiten Spieler gelenkten, grünen Panzer unterstützt. Ziel jedes Levels ist es, unter gleichzeitiger Verteidigung des Hauptquartiers alle feindlichen Panzer zu zerstören.
Die Gegner erscheinen an drei Plätzen im oberen Bildschirmabschnitt. Mit fortschreitendem Spielverlauf kämpft der Spieler gegen schnellere und besser gepanzerte Feindpanzer (insgesamt vier Typen) und manövriert an unterschiedlichen Hindernissen wie Backstein- und Stahlmauern oder Gewässern vorbei bzw. zerschießt sie. Einzelne Spiellandschaften stellen Figuren aus anderen Namco-Spielen dar: Nach der Levelreihenfolge sind dies Libble Rabble und Mappy (beide 1983), Dig Dug (1982) und Galaxian (1979). Während sich die Gegnerzahl bei jedem Level auf zwanzig beläuft, variiert die Menge der jeweiligen Panzertypen. Wird ein rot blinkender Panzer getroffen, erscheint eines von sechs unterschiedlichen Power-ups: Die Granate etwa zerstört alle sichtbaren Gegner, die Stoppuhr macht sie kurzzeitig bewegungsunfähig. Zur Verbesserung der Schusskraft und -geschwindigkeit des eigenen Panzers dient das Stern-Power-up (bis zu dreimal möglich). Nach Abschluss jeder Stage werden die zerstörten Panzer aufgezählt und die Punktzahl errechnet. Wird das letzte Level erfolgreich abgeschlossen, beginnt das Spiel mit einer veränderten Gegnerkonstellation von vorne.
Die Famicom-Version von Battle City gehört zu den ersten Videospielen mit integriertem Leveleditor. In diesem können auf einer 26 mal 26 Felder großen Fläche sämtliche Terrain- und Hindernisgrafiken des Spiels platziert werden, wobei eine einzelne Kachelgrafik 2 mal 2 Felder einnimmt. Spieler- und Gegnerstartpunkte können jedoch nicht festgelegt werden. Ebenso wenig lässt sich das erstellte Level dauerhaft speichern. Nach Verlassen des Editors ersetzt die angefertigte Karte das Startlevel.
Wie für Spiele dieser Zeit üblich, verfügt Battle City weder über einen Abspann noch wurden die Mitwirkenden in der beiliegenden Spielanleitung genannt. Aus der extrahierten ROM-Datei des Spiels konnte jedoch entnommen werden, dass Ryōichi Ōkubo sowie die langjährigen Namco-Mitarbeiter Takefumi Hyodo und Junko Ozawa am Spiel mitgewirkt haben. Ōkubo (Spitzname „Open-Reach“) war für die Programmierung des Spiels zuständig, während Ozawa (Spitzname „Zunko“) das Sounddesign verantwortete. Takefumi Hyodo wird die Rolle des Gamedesigners bzw. der Projektleitung zugeschrieben. Hiroshi „Mr. Dotman“ Ono erstellte die Grafiken des Spiels. Das Entwicklungsteam der Game-Boy-Fassung aus dem Jahr 1991 war ähnlich klein, mit Kaeru Taniguchi, Yoshitaka Takeya und dem unter dem Pseudonym „Drumming K. Oda“ aufgeführten dritten Mitwirkenden in verschiedenen Rollen, sowie dem Soundverantwortlichen Norihiko Togashi.
Die ersten Heimkonsolen-Portierungen seines Arcade-Shooters aus dem Jahr 1980 veröffentlichte Namco noch unter dem Titel Tank Battalion, reicherte die Umsetzungen jedoch mit einigen neuen Spielinhalten an. Battle City für das Famicom baute auf der MSX-Heimcomputer-Variante des Spiels auf und übernahm die Wappenadler-Grafik für das Hauptquartier, sowie die Start- und Niederlagenmelodie des Vorgängers. Es übernahm und erweiterte das Konzept der Panzer-Upgrades und der verschiedenen Gegnerarten. Die Titelbildillustrationen der jeweiligen Spieleverpackungen sind weitgehend identisch.
Das Spiel hat eine Gesamtgröße von 24 Kilobyte, wobei die Spielgrafiken 8 Kilobyte einnehmen. Gegenüber dem Spielhallenvorgänger und den Heimcomputer-Versionen für den MSX und den Sord M5 verfügt Battle City über komplexere Bitmap-Grafiken, die plastischer wirken. Des Weiteren sind die Panzerketten des Spielerpanzers und der Gegner animiert. Abgesehen von Schuss- und Explosionssounds ertönen beim Spielerpanzer im Stand Leerlauf- und in Bewegung Fahrgeräusche, während die MSX-Fassung beim Stillstand des Fahrzeugs vollkommen geräuschlos ist. Das Spiel enthält, ebenso wie seine Vorgänger, keine Musik innerhalb des eigentlichen Spielgeschehens.
Ab 1978 begann Namco damit, eigene Videospielautomaten herzustellen. Das 1980 in Japan und 1981 in den Vereinigten Staaten und Deutschland veröffentlichte Tank Battalion (タンクバタリアン, Tanku Batarian) sollte eines der ersten Geräte dieser Periode sein. Der multidirektionale Shooter wurde mit einem 4-Wege-Joystick und einem einzelnen Schussknopf bedient. Er enthielt keine Power-Ups und nur eine Gegnerart.
Nach dem internationalen Erfolg von Titeln wie Galaxian (1979) und Pac-Man (1980) beschloss das Unternehmen, seine Spiele für den Heimvideospielmarkt zu veröffentlichen. Erste Portierungen für den MSX-Heimcomputer und den Sord M5 konnten jedoch nur einige Tausend Mal verkauft werden und Namco-Gründer und -Präsident Masaya Nakamura wies seine Entwickler an, Nintendos Family Computer zu analysieren. Die im Juli 1983 veröffentlichte Spielkonsole verkaufte sich schon im ersten Halbjahr fast eine halbe Million Mal, blieb jedoch zunächst für externe Entwickler unzugänglich. Namco nahm Verhandlungen mit Nintendo auf und schloss einen Fünfjahresvertrag, der es dem Unternehmen erlaubte, als einer der ersten Lizenznehmer Spiele für die neue Konsole zu veröffentlichen. Als neuntes Spiel dieser Namco-Erstserie wurde am 9. September 1985 Battle City veröffentlicht. Namco begleitete den Release des Spiels mit Werbespots im japanischen Fernsehen. Im selben Jahr erschien das Spiel auch in einer Version ohne Leveleditor für Nintendos Famicom-basierte Arcadeplattform VS. System.
Obwohl das Spiel offiziell nur in Japan erschien, erlangte es durch unautorisierte Kopien auch außerhalb des Inselstaats weite Verbreitung: Es erschien unter anderem als Tank oder Tank 1990 und war Bestandteil zahlreicher Multi-Spiel-Module. Besondere Popularität genoss das Spiel in Russland, wo es oftmals der Famicom-Kopie Dendy beigelegt wurde. Darüber hinaus handelt es sich bei Battle City um einen beliebten Titel der Rom-Hacking- und Homebrew-Szene.
Basierend auf dem Famicom-Remake lieferte Namco 1986 Heimcomputer-Umsetzungen für die Systeme Fujitsu Micro 7, Sharp MZ-1500 und Sharp X1 nach. Eine erste Handheld-Version des Spiels wurde von Nova entwickelt und erschien am 9. August 1991 für den Game Boy in Japan. Battle City wurde 1996 zusammen mit Galaga, Mappy und der Golfsimulation Namco Classic in die Game-Boy-Spielekompilation Namco Gallery Vol. 1 (ナムコギャラリー Vol. 1) aufgenommen.
Eine unveränderte Fassung des Spiels war in der japanischen Ausgabe des GameCube-Shooters Star Fox Assault als freischaltbares Extra enthalten und vom September 2007 bis zum Januar 2019 für die Wii (Virtual Console) erhältlich. Virtual-Console-Versionen für Nintendos 3DS und Wii U erschienen 2014 und 2015 ebenfalls ausschließlich in Japan. Unter dem Titel Arcade Archives VS. Battle City kam im September 2024 eine von der Hamster Corporation portierte Version der VS.-System-Fassung für die Nintendo Switch und die Sony PlayStation 4 heraus. Für Mobiltelefone bzw. Smartphones erschien Battle City in verschiedenen Varianten, unter anderem 2003 als Java-Anwendung für Mobiltelefone und 2012 als Neuinterpretation in Form der iPad- und iPhone-App Battle City Blitz (bis 2015 verfügbar). Darüber hinaus fand das Famicom-Spiel wiederholt Aufnahme in Spielekompilationen wie dem 2019 herausgebrachten Namco Museum Mini Player und der 2020 erschienenen Sammlung Namco Museum Archives Vol. 2, die für die Xbox One, PlayStation 4, Nintendo Switch und Steam erschien.
Die von Nova entwickelte Game-Boy-Fassung wurde im August 1991 in Japan veröffentlicht. Neben der hardwarebedingten Umstellung auf Schwarz-Weiß-Grafik unterscheidet sich diese Version in mehreren Punkten vom Famicom-Vorgänger: Anders als im FC-Teil ist in der Handheld-Version nur ein Teil des Spiel- bzw. Schlachtfelds auf einmal sichtbar; bei Bewegungen in Richtung des Randes scrollt der Bildschirmausschnitt mit. Eine kleine Gesamtkarte zeigt aus Übersichtsgründen die Position der Gegner an (jedoch keine Hindernisse). Die Levelanzahl beläuft sich auf 50 und anstelle einer kooperativen Zweispieleroption besteht bei verbundenen Game Boys die Möglichkeit eines Versus-Spiels, bei der die Spieler – jeder für sich – Gegnerwellen überstehen müssen und derjenige ausscheidet, der zuerst alle Leben verliert.
Der 1996 erschienene erste Teil der Namco-Gallery-Trilogie vereint Battle City und drei weitere klassische Namco-Spiele – Galaga, Mappy und Classic Golf – in einem Game-Boy-Modul. Die bis dahin umfangreichste Battle-City-Version enthält ein vierstelliges Passwort-System und wartet mit zusätzlichen Levels und zwei Ansichtsmodi (klassische und scrollende, vergrößerte Darstellung) auf. Beim Spielen mit einem Super Game Boy verfügt die Namco Gallery Vol.1 über eigene, vordefinierte Farbpaletten und spielspezifische Rahmen. Wie auch die Nova-Version enthält der Namco-Gallery-Teil keinen Karteneditor.
Battle City wurde wiederholt mit dem Atari-Spiel Combat aus dem Jahr 1977 verglichen, das dem Namco-Spiel visuell und spielmechanisch ähnelt. In retrospektiven Rezensionen fanden sowohl die Steuerung als auch die strategische Komplexität Anerkennung, die Battle City trotz der vergleichsweise simplen Spielmechanik bot. Insbesondere der Koop-Modus für zwei Spieler wurde lobend erwähnt. Zu den Kritikpunkten am Famicom-Spiel zählen die fehlende Hintergrundmusik und die nicht vorhandene Speichermöglichkeit für die im Editor des Spiels erstellten Levels. David Mathis, der als „RndStranger“ Videoreviews zu allen Famicom-Spielen veröffentlichte, bezeichnete Battle City als ein „weiteres wirklich gutes Spiel von Namco“ und hob die „große Vielfalt an Levels“ hervor, die für „ständig wechselnde Herausforderungen“ sorgen würden. Mit Blick auf den Vorgänger Tank Battalion wies Jeremy Parish auf technische Verbesserungen wie das flüssigere Gameplay hin und resümierte folgendermaßen: „Ich weiß nicht, ob ich ‚Battle City‘ als Meisterwerk bezeichnen würde, aber es ist [...] eine Arcade-Adaption, die das Original deutlich übertrifft.“