Bazagor (auch: Bazagar, Bazagour) ist ein Dorf in der Stadtgemeinde Tchintabaraden in Niger.
Geographie
Das Dorf liegt auf einer Höhe von 419m. Es befindet sich rund 78 Kilometer nordöstlich des urbanen Zentrums von Tchintabaraden, dem Hauptort der gleichnamigen Stadtgemeinde und des gleichnamigen Departements Tchintabaraden. Zu den Siedlungen in der näheren Umgebung von Bazagor zählen Aghazar im Nordwesten, Aggaya und Aggock im Nordosten, Inagar im Südosten, Garaou im Südwesten sowie Egawane im Westen.
Bazagor ist Teil der Übergangszone zwischen Sahara und Sahel. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 200 und 300mm.
Geschichte
Ausschnitt einer Karte von 1908 mit Bazagor (Bazagour) im Zentrum
Der Ortsname Bazagor leitet sich von einer gleichnamigen gelben Steinart ab, den Frauen zum Schminken verwenden.
Über das Dorf verlief in den 2010er Jahren eine Ost-West-Route für den Waffenschmuggel. Sie führte Richtung Osten über Amataltal nach Aderbissinat und Richtung Westen über Tarissadat und Egarek zur Staatsgrenze mit Mali. Im Juni 2016 starben in Bazagor durch ungewöhnlich schwere Regenfälle drei Menschen. Das Armed Conflict Location and Event Data Project erfasste für das erste Quartal 2024 in der Region Tahoua insgesamt 37 gewaltsame Konfliktfälle mit 18 Toten und nannte Bazagor unter den betroffenen Orten.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Bazagor 976 Einwohner, die in 161 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 684 in 125 Haushalten.
Wirtschaft und Infrastruktur
Bazagor liegt in einem Gebiet der Naturweidewirtschaft. Mit einem Centre de Santé Intégré (CSI) ist ein Gesundheitszentrum im Ort vorhanden. Es gibt eine Schule. Das nigrische Unterrichtsministerium richtete 1996 gemeinsam mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen zahlreiche Schulkantinen in von Ernährungsunsicherheit betroffenen Zonen ein, darunter eine für Nomadenkinder in Bazagor. Ein Diesel-Solar-Hybridkraftwerk nahm 2023 seinen Betrieb auf. Es dient der Stromversorgung im Dorf.
Einzelnachweise
↑Julien Rechenmann:Catalogue des stations gravimétriques réoccupables en Afrique Occidentale. Mesures effectuées de 1953 à 1965. ORSTOM, Bondy 1966, S.137 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 25.September 2026]).
12Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 14.August 2026]).
↑Edmond Bernus:Touaregs nigériens. Unité culturelle et diversité régionale d’un peuple pasteur. ORSTOM, Paris 1981, S.68.
↑Niger DSS.In:Systeme Nationale d’Information Sanitaire (SNIS).Ministère de la Santé Publique, République du Niger,archiviertvomOriginalam8.Januar 2023;abgerufen am 11.Mai 2026(französisch).
↑Arrêté n°276/MEN/DAF/2445/IV du 21 octobre 1996, portant création de cantines scolaires en milieu nomade et transhumant. Ministère de l’Education Nationale, République du Niger, 21.Oktober 1996 (web.archive.org[abgerufen am 25.September 2026]).