Das von einem traditionellen Ortsvorsteher (chef traditionnel) geleitete Dorf befindet sich rund 39 Kilometer nördlich des urbanen Zentrums von Tchintabaraden, dem Hauptort der gleichnamigen Stadtgemeinde und des gleichnamigen Departements Tchintabaraden. Zu weiteren Siedlungen in der Umgebung von Garaou zählen Tarissadat im Nordwesten, Egawane und Bazagor im Nordosten sowie Dambou Tane im Südwesten.
Garaou ist Teil der Übergangszone zwischen Sahara und Sahel. Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge beträgt hier zwischen 200 und 300mm. Beim Dorf hat der nördliche Hauptarm des Trockentals Azar seinen Ursprung. Es ist ein Nebental des Dallol Bosso.
Geschichte
Durch Garaou verlief bereits Mitte der 2010er Jahre eine stark frequentierte Route für die Migration durch Niger, die im urbanen Zentrum von Tchintabaraden begann und sich nach Garaou über Tassara, Assamaka und Tamanrasset fortsetzte. Verschärfte Kontrollen führten ab 2016 zu Änderungen bei den Passagen für den Menschenschmuggel durch Niger. Garaou behielt dabei seine Rolle als Knotenpunkt, allerdings führte die Route nunmehr von der Stadt Tahoua über Taza und Dambou Tane nach Garaou und von dort aus weiter über Egawane, Azanag, Inabaghirit und Assamaka nach Tamanrasset.
Bevölkerung
Bei der Volkszählung 2012 hatte Garaou 2796 Einwohner, die in 534 Haushalten lebten. Bei der Volkszählung 2001 betrug die Einwohnerzahl 1515 in 277 Haushalten und bei der Volkszählung 1988 belief sich die Einwohnerzahl auf 2255 in 390 Haushalten.
In Garaou leben Angehörige der Tuareg-Untergruppe Illabakan, deren Hauptsiedlungsgebiet in der Landschaft Tegama liegt.
Wirtschaft und Infrastruktur
Im Gebiet von Garaou wird Pastoralismus betrieben. Auf einer Fläche von 18 Hektar werden als Viehfutter dienende Luzerne und Mais angebaut. Östlich des Dorfs verläuft die 258,9 Kilometer lange Nationalstraße 22 zwischen Mararaba Kao und Tassara. Es handelt sich in diesem Abschnitt um eine einfache Piste.
12Damien Hauswirth, Hassane Yayé, Abdoulaye Sambo Soumaila, Badamassi Djariri, Issaka Lona, Malam Boukar Abba:Appui à la formulation concertée de la SPN2A pour la République du Niger. Identification et évaluation des options d’agriculture intelligente face au climat prioritaires pour l’adaptation face aux changements climatiques au Niger. Volume 2: Annexes. Ministère de l’Environnement, de la Salubrité Urbaine et du Développement Durable / Ministère de l’Agriculture et de l’Elevage / Conseil National de l’Environnement pour un Développement Durable / Haut-Commissariat à l’Initiative 3N / AFD / Facilité Adapt’Action / Baastel – BRL – ONFI, Niamey / Brüssel 2020, S.7 (spn2a.org[PDF; abgerufen am 14.August 2026]).
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↑Victor Chidubem Iwuoha, Alistair D. Edgar:European Biometric Border System, Securitization and (Im)mobilities in West Africa. In: Alternatives: Global, Local, Political. Volume 51, Nr.2, 25.September 2024, doi:10.1177/03043754241287603.
↑Recensement Général de la Population 1988: Répertoire National des Villages du Niger. Bureau Central de Recensement, Ministère du Plan, République du Niger, Niamey März 1991, S.328 (web.archive.org[PDF; abgerufen am 15.August 2026]).
↑Edmond Bernus:Continuité et ruptures chez les Illabakan du Niger. In: Revue des mondes musulmans et de la Méditerranée. Nr.57, 1990, S.184 (persee.fr[abgerufen am 24.September 2026]).