| BearingPoint Holding B.V. | |
|---|---|
| Rechtsform | Holding |
| Gründung | 2002 |
| Sitz | Amsterdam, |
| Leitung | Matthias Loebich, Managing Partner |
| Mitarbeiterzahl | 6.215 (2025) |
| Umsatz | 1025 Mio. EUR (2025) |
| Branche | Unternehmensberatung |
| Website | bearingpoint.com |
Die BearingPoint Holding B.V. ist eine Unternehmensberatung, die sich auf Management- und Technologieberatung spezialisiert. Seit einem Management-Buy-out im August 2009 ist das Unternehmen im Besitz seiner rund 200 Partner in Europa. BearingPoint beschäftigt rund 6.200 Mitarbeiter in 26 Ländern.
Der Geschäftssitz der Dachgesellschaft von BearingPoint ist Amsterdam. In Deutschland ist das Unternehmen an acht Standorten vertreten: Frankfurt am Main (Hauptsitz), Berlin, Düsseldorf, Hamburg, Leipzig, München, Stuttgart und Walldorf (SAP Solution Center). In der Schweiz ist BearingPoint in Zürich und Genf vertreten. In Österreich gibt es zwei Standorte in Wien und Graz (BearingPoint GmbH).
BearingPoint hat vier Geschäftsbereiche: Business Transformation, Enterprise SAP Transformation, Enterprise Microsoft Transformation und Products. Diese Struktur ist einheitlich in allen geografischen Regionen. Zusätzlich zu seinem Kerngeschäft im Consulting betreibt das Unternehmen zwei Joint Ventures: Arcwide, ein Joint Venture mit IFS, das sich auf technologiegestützte Business Transformation auf Basis von IFS-Lösungen spezialisiert hat. Und BearingPoint North America, ein Joint Venture mit ABeam Consulting, das sich auf Beratungsleistungen und Business Transformation auf Basis von SAP fokussiert. BearingPoint positioniert sich seit 2010 im Bereich „Business Consulting“. Dazu gehören Strategieerstellung, Prozessmanagement, Customer Relationship Management, Supply Chain Management, Finanzmanagement, Lösungen im Bereich Sicherheit (eSecurity) sowie Technologie, Infrastruktur und Integration.
Eine der Tochtergesellschaften von BearingPoint ist die BearingPoint Technology GmbH (früher: INFONOVA GmbH), gegründet 1989 in Österreich. BearingPoint Technology bietet Produkte und Services im Bereich Operational Support Systems (OSS) und Business Support Systems (BSS), Internet-Infrastruktur-Technologie, Netzwerkmanagement, eSecurity, Interactive TV & Digital Video Broadcasting sowie Technologie und Methodenberatung (Agile Advisory) und Training. Den Bereich BearingPoint RegTech bildet die Tochterfirma BearingPoint Software Solutions ab, die sich auf die Entwicklung, Wartung und Implementierung von Softwareprodukten fokussiert. Das bekannteste Softwareprodukt ist Abacus (ABACUS/DaVinci, ABACUS/GMP, Abacus360 Banking), eine Standard-Softwarelösung für das Meldewesen von Banken in verschiedenen europäischen Ländern (Deutschland, Luxemburg, Niederlande, Schweden, UK, Österreich), bzw. Versicherungen die europäische Säule 3 Anforderungen gemäß Solvency II mit Abacus/Solvency erfüllen können. Im November 2020 wurde bekannt, dass das Unternehmen Nordic Capital BearingPoint RegTech erwirbt, wobei BearingPoint eine Minderheitsbeteiligung behält. Im Jahr 2022 gründete BearingPoint mit dem Technologieanbieter IFS das Joint Venture Arcwide.

Ab dem Jahr 1997 begann die Abtrennung der Sparte „KPMG Consulting“ vom Mutterkonzern KPMG. Am 31. Januar 2000 wurde die amerikanische KPMG Consulting LLC zu einer eigenständigen Gesellschaft, die schließlich am 8. Februar 2001 als KPMG Consulting, Inc., an die New Yorker Börse NYSE ging. In den Jahren 2001 und 2002 übernahm KPMG Consulting, Inc., den Großteil der internationalen Consulting-Gesellschaften der KPMG. Einige Gesellschaften gingen an ATOS Origin oder verblieben bei KPMG.
Seit dem 2. Oktober 2002 wird die heutige Firmierung verwendet. Der Börsenhandel erfolgte ab dem folgenden Tag unter der Bezeichnung „BE“. Infolge des Zusammenbruchs von Arthur Andersen übernahm BearingPoint in verschiedenen Ländern deren Beratungsteile.
Im März 2005 wurde Harry You, damaliger Finanzchef von Oracle und früherer CFO von Accenture, operativer Chef von BearingPoint. Im Januar 2006 wurde Peter Mockler Teil des BearingPoint Management Teams. Er leitet BearingPoint EMEA (Europa, Naher Osten und Afrika) und ist Chairman des deutschen Management-Boards.
2007 führte BearingPoint einen Relaunch seiner Marke durch. In dem Jahr wurden allein in Deutschland mehr als 400 (europaweit 1200) Neueinstellungen durchgeführt. Am 3. Dezember 2007 ersetzte Edwin Harbach Harry You und wurde CEO.
Am 18. Februar 2009 beantragte BearingPoint, Inc., die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens nach Chapter 11 des US-Konkursrechts. Alle Gesellschaften außerhalb der USA, vor allem die Gesellschaften in EMEA, z. B. die BearingPoint GmbH in Deutschland, waren von diesem Verfahren nicht betroffen. Im August 2009 gelang BearingPoint EMEA der Management-Buy-out. Seit diesem Zeitpunkt ist BearingPoint EMEA ein rechtlich selbständiges Unternehmen. Die Leitung hatte weiterhin Peter Mockler inne, der im Mai 2015 als Managing Partner von BearingPoint zum zweiten Mal bestätigt wurde. Von 2018 bis 2024 führte Kiumars Hamidian das Unternehmen als Managing Partner. Im Jahr 2024 wurde Matthias Loebich zum Managing Partner von BearingPoint gewählt.
Die europäische BearingPoint-Partnerschaft hat ihren Umsatz seit dem Management-Buy-out von 441 Millionen Euro im Jahr 2009 auf 1,068 Milliarden Euro im Jahr 2024 gesteigert. Das Unternehmen verfügt über 56 eigene Niederlassungen in 26 Ländern und hat nach eigenen Angaben im Jahr 2025 2.249 Projekte in 57 Ländern durchgeführt.
Das Wortpaar „BearingPoint“ kommt ursprünglich aus der Navigation und heißt wörtlich übersetzt „Peilpunkt“ oder auch „Kursrichtung“. Der Name soll widerspiegeln, dass BearingPoint ein Geschäftspartner ist, der seinen Kunden hilft, Richtungen aufzuzeigen und Ergebnisse für langfristigen Erfolg zu erzielen.
BearingPoint hat zehnmal in Folge eine Auszeichnung beim „Best of Consulting“ Award der WirtschaftsWoche erhalten:
Linus Neumann kritisierte 2013 auf dem 30C3-Kongress die gleichzeitige Beratungstätigkeit von BearingPoint für die konkurrierenden Produkte De-Mail der Bundesregierung und E-Postbrief der Deutschen Post.