Beate von Molo

Beate von Molo, auch Beate Moissi-Molen und Beate von Molo-Moissi (* 4. Dezember 1906 in München als Beatrice Moissi; † 1998), war eine deutsche Tänzerin, Kabarettistin, Regisseurin und Dialogbuchautorin österreichischer Herkunft.

Leben und Karriere

Beate Moissi war die Tochter des Schauspielers Alexander Moissi und der Burgschauspielerin Marie Urfus. Ihre Halbschwester war die Schauspielerin Bettina Moissi.

Sie begann in den 1920er Jahren zunächst als Tänzerin unter ihrem Geburtsnamen Beatrice Moissi zu arbeiten. Beate Moissi debütierte als Filmschauspielerin 1933 in H. W. Beckers Kurz-Spielfilm Gutgehendes Geschäft zu verkaufen... sowie in Paul Heidemanns Kurz-Spielfilm Achten Sie auf Meyer, aus demselben Jahr. Beate Moissi übersiedelte schließlich nach Österreich und gründete dort 1935 zusammen mit Trude Kolman und Paul Morgan ein Kabarett im Grand Hotel Wien, für das Max Colpet die Texte lieferte. Beate Moissi emigrierte wenig später nach Großbritannien. In London besuchte sie die renommierte Royal Academy of Dramatic Art, die sie 1939 als Diplom-Schauspielerin verließ.

Sie kehrte nach Deutschland zurück, wo sie im März 1942 in Berlin den Journalisten, Cutter und Filmproduktionschef Conrad von Molo heiratete. Das Paar übersiedelte nach München, wo beide nach Kriegsende zunächst begannen, intensiv im Bereich der Film- und Fernsehsynchronisation zu arbeiten. Während Conrad von Molo Synchronregie führte, schrieb Beate von Molo die deutschen Dialogbücher. So erarbeiteten sie gemeinsam die deutschen Fassungen von Filmen, wie Plötzlich im letzten Sommer (1959), Der Graf von Monte Christo (1961) und Ein Mann wird gejagt (1966). In der von ihrem Mann gegründeten Molo-Film GmbH, war sie bis in die 1980er Jahre hinein als Dialogbuchautorin tätig.

Neben dieser Tätigkeit war Beate von Molo auch als Theaterregisseurin und künstlerische Leiterin bei diversen Münchner Theatern angestellt. Ihr Regiedebüt hatte von Molo 1946 mit einer Inszenierung von Verzeih, ich habe mich verspätet in der Kleinen Komödie. Es folgte ein Jahr später die Regiearbeit bei Das verschlossene Haus. Bald darauf übernahm sie die künstlerische Leitung des Ateliertheaters in München-Schwabing. 1951 übernahm sie, zusammen mit Herbert Weicker, die Leitung von Helge Pawlinins Dachtheater. Ihren Schwerpunkt bei der Auswahl der aufgeführten Stücke, legte von Molo dabei auf Werke, die zum Nachdenken anregen sollten und zeitgeschichtliche Aspekte aufgriffen, wie Max Frischs Als der Krieg zu Ende war. Bei der Ausarbeitung der Stücke griff sie häufig auf Ideen des Theaterreformers Konstantin Stanislawski zurück. Auf der Suche nach neuen Autoren oder Stücken, befand sie sich mehrmals im Jahr auf Reisen im Ausland.

In den 1950er Jahren führte Beate von Molo bei Aufführungen im Theater unter den Arkaden Regie (u. a. Meine Frau ist übersinnlich, 1959, und Die lieben kleinen Dingerchen, 1962) und führte es als Privattheater. Mitte der 1960er Jahre war sie als Autorin der deutschen Dialogpassagen, neben Gore Vidal, Francis Ford Coppola und Marcel Moussy, am Drehbuch zu René Cléments Spielfilm Brennt Paris? beteiligt, welcher 1966 seine Weltpremiere hatte.

Privates

Beate von Molo verband eine intime Freundschaft mit der deutschen Schauspielerin Sybille Schmitz, mit der sie zeitweise zusammenlebte und eine Beziehung führte. Ihr Mann tolerierte die Verbindung der beiden Frauen. Conrad von Molo führte zu diesem Zeitpunkt bereits eine Beziehung mit der deutschen Schauspielerin Hannelore Schroth, welche über Jahre bestehen blieb. Anders als in vielen literarischen Quellen angegeben, war sie, gemäß eigener Aussage, nicht mit dem deutschen Komponisten Willi Kollo verheiratet, sondern arbeitete in den 1920er Jahren nur mit diesem zusammen.

Aus der Ehe mit Conrad von Molo stammt die gemeinsame Tochter Elisabeth von Molo (* 1944), die ebenfalls als Synchronregisseurin und Dialogbuchautorin tätigt ist. Ihr Enkel ist der deutsche Schauspieler Gedeon Burkhard. Beate von Molo starb 1998, ein Jahr nach ihrem Mann und wurde wie dieser auf dem Waldfriedhof Solln beigesetzt.

Einzelnachweise

  1. ↑ Willibald Eser: Theo Lingen, Komiker aus Versehen. LangenMüller, München 1986, S. 233.
  2. 1 2 Wolfgang Jansen: Willi Kollo: Autor und Komponist für Operette, Revue, Kabarett, Film und Fernsehen 1904-1988. Waxmann Verlag GmbH, Münster 2020, S. 241.
  3. ↑ Oglinda Lumii - Weltspiegel - Le Miroir de Monde. Nr. 7, 1. Januar 1927, S. 455.
  4. 1 2 F V: Beate Moissi von Molo. In: Find a Grave. Find a Grave, 31. Oktober 2016, abgerufen am 28. Juni 2026 (englisch).
  5. 1 2 Alexanders Tochter führt Regie. In: Der Spiegel. 17. Oktober 1947, ISSN 2195-1349 (spiegel.de [abgerufen am 28. Juni 2026]).
  6. ↑ Bärbel Schrader, Dieter Wenk, Frithjof Trapp, Ingrid Maaß (Hrsg.): Biographisches Lexikon der Theaterkünstler. De Gruyter, Berlin 1998, S. 676.
  7. ↑ Royal Academy of Dramatic Art: Student & graduate profiles - Beate Moissi. In: RADA. Royal Academy of Dramatic Art, abgerufen am 28. Juni 2026 (britisches Englisch).
  8. ↑ Deutsche Synchronkartei | Dialogbuch | Beate von Molo. Abgerufen am 28. Juni 2026.
  9. ↑ Knisternde Männer fehlen. In: Der Spiegel. 23. Mai 1951, S. 30.
  10. ↑ Kulturfreunde e. V. (Hrsg.): Die Volksbühne: Mitteilungsblatt der Düsseldorfer Volksbühne. Band 10-12. Düsseldorfer Volksbühne, Düsseldorf 1957, S. 12.
  11. ↑ Christoph Hartung: Über den Film „Brennt Paris?“ Abgerufen am 28. Juni 2026.
  12. ↑ Karen-Susan Fessel, Axel Schock: Out! - 600 berühmte Lesben, Schwule und Bisexuelle. Querverlag, Berlin 2002, S. 328.
  13. ↑ Friedemann Beyer: Schöner als der Tod - das Leben der Sybille Schmitz. Belleville Verlag, München 1998, S. 161–164.