Becklingen Stadt Bergen | |
|---|---|
| Koordinaten: | 52° 52′ N, 9° 54′ O |
| Höhe: | 84 (77–87) m |
| Einwohner: | 345 (31. Dez. 2022) |
| Eingemeindung: | 1. Februar 1971 |
| Postleitzahl: | 29303 |
| Vorwahl: | 05051 |
Becklingen ist eine Ortschaft der niedersächsischen Stadt Bergen im nördlichen Landkreis Celle in der Lüneburger Heide.
Becklingen liegt etwa 7 km nördlich von Bergen an der Bundesstraße 3 und hat 345 Einwohner (Stand: 31. Dezember 2022). Das Dorf gliedert sich in die Ortsteile Becklingen, Oehus und Tannensieksberg.
Der Ort liegt in einer Landschaft in zwei verschiedenen Formen: Östlich das Naturschutzgebiet Großes Moor bei Becklingen und westlich das im Truppenübungsplatz Bergen gelegene, nicht öffentlich zugängliche Becklinger Holz, mit der höchsten Erhebung Falkenberg (Lüneburger Heide), 150 m.
In der Gemarkung befinden sich zahlreiche Hügelgräber: Die größte Gruppe mit sechzehn Gräbern auf dem Kattenberg im Großen Moor und eine weitere Gruppe mit neun Gräbern auf dem Tannensieksberg sowie eine zusammenhängende Gruppe von vierzehn Gräbern an der alten Heerstraße beim ehemaligen Gertrudenhof. In diesen Gräbern sind mehrere bronzezeitliche Halskragen gefunden worden.
Becklingen wurde urkundlich erstmals 1231 unter dem Namen Bekelinge erwähnt. Der einstellige Hof Oehus wurde 1258 erstmals urkundlich erwähnt.
Seit dem 14. Jahrhundert ist als unterste Verwaltungs- und Gerichtsinstanz die Amtsvogtey Bergen belegt, der ein herzoglicher Vogt vorstand. Die ausschließlich die Ortschaft Becklingen betreffenden Belange wurden von der Realgemeinde, d. h. den Besitzern der an der Allmende berechtigten Höfen, beraten und entschieden. Eine grundlegende Änderung brachten die politischen Reformen des 19. Jahrhunderts, infolgedessen die politische Gemeinde Becklingen entstand. Die Mitbestimmung der dörflichen Angelegenheiten war nun nicht mehr von den Besitzverhältnissen abhängig, jeder männliche Dorfbewohner über 25 Jahren besaß nun das Stimmrecht.
1438 hat Becklingen 6 Höfe, 1563 waren es 8 Höfe, und 1587 gab es in Becklingen neun Bauernhöfe. Diese Höfe blieben bis Mitte des 19. Jahrhunderts Kern des Ortes. Erst dann begann eine allmähliche Bebauung, denn das 19. Jahrhundert war von umfangreichen Agrarreformen geprägt. Grundlegend für die weiteren Reformen waren die zu Beginn des 19. Jahrhunderts durchgeführte Generalteilung, durch die die Dörfer feste Grenzen erhielten und jedes Stück Land einer Gemeinde zugehörig war. Der Umfang der den einzelnen Dörfern zugeteilten Flächen richtete sich nach den in der Vergangenheit in Anspruch genommenen Weiderechten. Dem folgten in den Jahren 1838 bis 1858 die Gemeinheitsteilungen. Die Allmende, d. h. die bis dato gemeinschaftlich genutzte Flächen, wurde nun den einzelnen Höfen als freies Eigentum übertragen, abhängig von den jeweiligen bestehenden Nutzungsrechten an der Allmende. Der erste Handwerker im Ort ist 1881 vermerkt.
Auf Grundlage der Ablösungsverordnung für das Königreich Hannover aus dem Jahr 1833 erfolgte die Ablösung der auf den Höfen ruhenden Verpflichtungen der Grundherrschaft gegenüber. Die nach dem so genannten Meierrecht vergebenen Höfe waren zu zahlreichen Dienstleistungen und Geldzahlungen verpflichtet, die nun gegen Zahlung einer Summe die dem 25-fachen der bisherigen jährlichen Verpflichtung entsprach, aufgehoben wurden. Die Höfe gingen damit als freies Eigentum in den Besitz der Bauern über.
Einschneidend für Becklingen war 1935/36 die Einrichtung des Truppenübungsplatzes Bergen-Hohne. Die Gemeinde musste 71 % ihrer Fläche (=1200 ha) abgeben, zwanzig Einwohner wurden umgesiedelt. Landwirtschaftliche Betriebe verloren Äcker, Forsten und Ödlandflächen. Nach 1945 erhöhte sich die Einwohnerzahl durch Zuzug von Flüchtlingen auf über 500.
Seit der Eingemeindung am 1. Februar 1971 im Zuge der Gebietsreform in Niedersachsen ist Becklingen eine Ortschaft der Stadt Bergen.
Zwei örtliche Ereignisse sind geschichtlich gesehen eng mit Becklingen verknüpft:
Westlich von Becklingen, in dem Forst „Becklinger Holz“, der heute auf dem Truppenübungsplatz Bergen liegt, wurde am 13. Januar 1872 der seinerzeit letzte Wolf in Niedersachsen gesehen und geschossen. Schütze war der Förster H. Grünewald aus Wardböhmen, ehemals ein Leibjäger von König Georg V. von Hannover, dem letzten König von Hannover.
Aufsehen erregte 1931 ein Münzfund, den der Hofbesitzer Habermann beim Pflügen seines Neulandes vor dem Becklinger Holz machte. Vierzig Zentimeter in der Erde fand er einen prall gefüllten Topf mit 23 Gold- und ca. 1700 Silbermünzen aus der Zeit von 1370–1472.
Die folgende Tabelle zeigt die Einwohnerentwicklung von Becklingen. Anzumerken ist, dass der sprunghafte Anstieg der Einwohnerzahlen nach dem Zweiten Weltkrieg im Wesentlichen durch den Zuzug Vertriebener bedingt ist.
| Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | Jahr | Einwohner | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1820 | 106 | 1939 | 231 | 1970 | 349 | ||
| 1848 | 180 | 1945 | ca. 500 | 2000 | 382 | ||
| 1925 | 234 | 1961 | 305 | 2015 | 362 |
Vertreten wird Becklingen durch den Ortsrat und den Ortsbürgermeister. Der Ortsrat hat u. a. Entscheidungskompetenzen für die in der Ortschaft gelegenen öffentlichen Einrichtungen, ist zuständig für die Förderung der Ortsbildpflege und des Vereinslebens und muss von der Stadt Bergen bei allen die Ortschaft betreffenden Belangen gehört werden.
Der Ortsrat setzt sich aus fünf gewählten Vertretern, den aus Becklingen stammenden Mitgliedern des Gemeinderates Bergen sowie dem Bürgermeister der Stadt Bergen zusammen.
Bei der Kommunalwahl 2021 ergab sich folgende Sitzverteilung:
Der Ortsrat wählt den Ortsbürgermeister, Amtsinhaber ist seit 2016 Dirk Ebel.
Siehe auch Baudenkmale in Becklingen
Die örtliche Wirtschaft besteht aus der (rückläufigen) Land- und Viehwirtschaft, in geringerem Maße aus Gastronomie, Fremdenverkehr, Handel, Handwerk und Gewerbe. Weitere Arbeitsplätze gibt es auf dem nahegelegenen Truppenübungsplatz in Bergen.