Archäologisches Fenster

Ein Archäologisches Fenster dient dazu, ein Bodendenkmal oder die Ergebnisse einer archäologischen Ausgrabung am Ort ihrer Auffindung sichtbar zu machen.

Funktion

Archäologische Fenster werden dort eingerichtet, wo archäologisch interessante Strukturen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, die nicht ohne weiteres aus dem Boden geborgen werden können oder die absichtlich in der vorgefundenen Schichtenfolge an Ort und Stelle belassen werden. Dabei sind die archäologischen Fenster oft so aufgebaut, dass sie die Strukturen vor Wettereinflüssen oder vor Berührung und damit vor unbeabsichtigter oder beabsichtigter Beschädigung schützen, es aber ermöglichen, sie von außen durch eine Glasscheibe oder ein Gitter zu betrachten.

Im weiteren Sinne werden als Archäologisches Fenster auch allgemein Orte bezeichnet, wo archäologische Funde vor Ort besichtigt werden können, auch wenn sie nicht durch ein besonderes Gehäuse geschützt sind, beispielsweise weil sie sich im Inneren von Gebäuden befinden, und wenn sich zwischen ihnen und dem Betrachter kein Hindernis angeordnet ist.

Historische Bauforschung und bauliche Denkmalpflege

In der historischen Bauforschung und baulichen Denkmalpflege werden kleine Partien der übereinanderliegenden Putzschichten und Farbfassungen von Wänden, Decken und anderen Bauteilen schichtweise abgetragen, um Stratigraphie und ursprünglichen Bestand zu ermitteln. Die dabei freigelegten Stellen werden auch als Befundfenster oder Fassungsfenster bezeichnet. Die in mehreren nebeneinanderliegenden Streifen freigelegte Malabfolge in chronologischer Ordnung wird Suchtreppe, Schichtentreppe, Freilegetreppe bzw. Freilegungstreppe oder Querschliff genannt.

Beispiele

Archäologische Vitrine im Elisengarten in Aachen
Reste der Zwingermauer im Souterrain eines Geschäftshauses in München
Bestattungsort in der Krypta der Wasserkirche in Zürich
Commons: Archaeological windows – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Jacky Beumling: Möglichkeiten und Grenzen der Befunderhebung am Baudenkmal – Vorgehensweise und Fallbeispiele von farbiger Architekturdekoration, S. 47ff, Aufsatz in der Publikation "Farbbefunde am Baudenkmal: Bedeutung – Methodik – Auswirkung", Dokumentation zum 26. Kölner Gespräch zu Architektur und Denkmalpflege in Köln, 7. Mai 2018; Mitteilungen aus dem LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland - Heft 32; LVR-Amt für Denkmalpflege im Rheinland, Landschaftsverband Rheinland
  2. ↑ Archäologische Fenster in Aachen. In: archaeologie-aachen.de. Stadt Aachen, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 3. Oktober 2015; abgerufen am 4. April 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ Archäologische-Vitrine – Elisengarten. In: archaeologische-vitrine.de. Stadt Aachen, abgerufen am 4. April 2019.
  4. ↑ Archäologisches Fenster. In: bad-windsheim.de. Stadt Bad Windsheim, 4. Juli 2018, abgerufen am 5. April 2019.
  5. ↑ Archäologische Fenster. In: berlin.de. 15. Juni 2018, abgerufen am 4. April 2019.
  6. ↑ Querschnitt durch die Jülicher Stadtgeschichte. In: Aachener Zeitung. 6. November 2018, abgerufen am 5. April 2019.
  7. ↑ Heinrich Habel, Johannes Hallinger, Timm Weski: Landeshauptstadt München – Mitte (= Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege [Hrsg.]: Denkmäler in Bayern. Band I.2/1). Karl M. Lipp Verlag, München 2009, ISBN 978-3-87490-586-2.
  8. ↑ Archäologische Fenster - Stadt Zürich. In: stadt-zuerich.ch. Stadt Zürich, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 5. April 2019; abgerufen am 4. April 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.