Ein Archäologisches Fenster dient dazu, ein Bodendenkmal oder die Ergebnisse einer archäologischen Ausgrabung am Ort ihrer Auffindung sichtbar zu machen.
Archäologische Fenster werden dort eingerichtet, wo archäologisch interessante Strukturen der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen, die nicht ohne weiteres aus dem Boden geborgen werden können oder die absichtlich in der vorgefundenen Schichtenfolge an Ort und Stelle belassen werden. Dabei sind die archäologischen Fenster oft so aufgebaut, dass sie die Strukturen vor Wettereinflüssen oder vor Berührung und damit vor unbeabsichtigter oder beabsichtigter Beschädigung schützen, es aber ermöglichen, sie von außen durch eine Glasscheibe oder ein Gitter zu betrachten.
Im weiteren Sinne werden als Archäologisches Fenster auch allgemein Orte bezeichnet, wo archäologische Funde vor Ort besichtigt werden können, auch wenn sie nicht durch ein besonderes Gehäuse geschützt sind, beispielsweise weil sie sich im Inneren von Gebäuden befinden, und wenn sich zwischen ihnen und dem Betrachter kein Hindernis angeordnet ist.
In der historischen Bauforschung und baulichen Denkmalpflege werden kleine Partien der übereinanderliegenden Putzschichten und Farbfassungen von Wänden, Decken und anderen Bauteilen schichtweise abgetragen, um Stratigraphie und ursprünglichen Bestand zu ermitteln. Die dabei freigelegten Stellen werden auch als Befundfenster oder Fassungsfenster bezeichnet. Die in mehreren nebeneinanderliegenden Streifen freigelegte Malabfolge in chronologischer Ordnung wird Suchtreppe, Schichtentreppe, Freilegetreppe bzw. Freilegungstreppe oder Querschliff genannt.

