Benedict Wilhelm Zahn

Porträt des Benedict Wilhelm Zahn (Punktierstich um 1800 von Leonhard Schlemmer)

Benedict (oder Benedikt) Wilhelm Zahn (* 21. April 1738; † 26. April 1819) war ein Nürnberger Jurist und Beamter. Neben seiner juristischen Dissertation und Werken zur Geschichte Nürnbergs und des Nürnberger Raums ist von ihm eine Sammlung von Sprichwörtern aus dem fränkischen Sprachraum überliefert.

Leben

Geboren wurde Benedict Wilhelm Zahn am 21. April 1738 in Nürnberg als Sohn von Christoph Karl Zahn und Anna Maria Zahn, geborene Bittner. Er besuchte das Gymnasium und bekam zusätzliche Bildung durch seinen Vater und den Pastor E. Ch. Bezzel in Poppenreuth. An der Universität Altdorf erhielt er neben juristischer Bildung auch Unterweisungen in den Fächern Philosophie, Mathematik und Geschichte. 1760 bekam er eine Stelle als Akzessist beim Landpflegeamt, wofür er eine Empfehlung ans Reichskammergericht nach Wien ablehnte. Daraufhin stieg er zum Adjunkten und Registrator auf. 1771 wechselte er an das Landsteueramt und wurde 1775 Exekutor verschiedener Stiftungen. 1781 wurde er zum „Syndicus der Republik“ gewählt. An der Universität Altdorf promovierte er 1790 zum Doktor beider Rechte und bekleidete in den folgenden Jahren verschiedene Ämter bis zum Ende der Reichsstadt Nürnberg. Im Alter litt er zunehmend an einer Augenschwäche. Zahn starb am 26. April 1819.

Aus zweiter Ehe hatte Zahn fünf Söhne und acht Töchter. Als Gelehrter veröffentlichte er in seinem Leben einige Werke und besaß eine umfassende Bibliothek und Sammlung. Darüber hinaus war er Teil des größeren Rates der Reichsstadt Nürnberg.

Sprichwortsammlung

Um das Jahr 1806 begann Zahn mit dem Anlegen eines Manuskripts, in welchem er Nürnberger Sprichwörter sammelte. Das Manuskript wurde 1815 fertiggestellt aber nie veröffentlicht. Damit fällt seine Arbeit in die Frühzeit der germanistischen Sprachforschung noch vor den umfassenden Forschungen zur Sprachgeschichte der Gebrüder Grimm. Die meisten Sprichwörter enthalten Begriffe aus der Nürnberger Mundart aber auch Belege, die bereits zu dieser Zeit in anderen Mundarten gebräuchlich waren.

Die Handschrift, die in der Stadtbibliothek Nürnberg aufbewahrt wird, trägt den Titel „Nürnberger Sprüchwörter und deren Erklärung von Syndicus Zahn“. Die Handschrift weist durch ihre zahlreichen Kommentierungen und konkrete Literatur- und Quellenangaben einen deutlich wissenschaftlichen Charakter auf. Neben Sprichwörtern finden sich in den rund 200 Kapiteln auch Erläuterungen zu Personenbezeichnungen oder traditionellen Bräuchen.

Beispiele für Belege aus seiner Sammlung sind: „Jemand zum Dusel schicken“, „Er ist der Peterlein auf allen Suppen“ oder „Er denkt wie der Goldschmieds-Jung in Nürnberg“.

Weitere Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. Herbert Maas: Bäiderla af alli Subbm. Die Sprichwörtersammlung des Benedict Wilhelm Zahn. Hrsg.: Michael Diefenbacher, Wiltrud Fischer-Pache. Selbstverlag der Stadt Nürnberg, Nürnberg 1997, ISBN 3-87191-240-9.
    1. 1 2 S. 21f.
    2. ↑ S. 20
  2. ↑ Detailseite - Archivportal-D. Abgerufen am 18. Mai 2026.
Personendaten
NAME Zahn, Benedict Wilhelm
ALTERNATIVNAMEN Zahn, Benedikt Wilhelm (andere Schreibweise)
KURZBESCHREIBUNG Nürnberger Jurist und Beamter
GEBURTSDATUM 21. April 1738
STERBEDATUM 26. April 1819