Berg (Starnberger See)

Wappen Deutschlandkarte
Berg (Starnberger See)
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Berg hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 47° 58′ N, 11° 21′ OKoordinaten: 47° 58′ N, 11° 21′ O
Bundesland:Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Starnberg
Höhe: 639 m ü. NHN
Fläche: 36,63 km²
Einwohner: 8128 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 222 Einwohner je km²
Postleitzahl: 82335
Vorwahlen: 08151, 08171
Kfz-Kennzeichen: STA, WOR
Gemeindeschlüssel: 09 1 88 113
Gemeindegliederung: 15 Gemeindeteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Huberfeld 10
82335 Berg
Website: www.gemeinde-berg.de
Erster Bürgermeister: Rupert Steigenberger (BürgerGemeinschaft)
Lage der Gemeinde Berg im Landkreis Starnberg
KarteAmmerseeStarnberger SeeLandkreis Bad Tölz-WolfratshausenLandkreis FürstenfeldbruckLandkreis Landsberg am LechLandkreis MünchenLandkreis Weilheim-SchongauMünchenAndechsBerg (Starnberger See)FeldafingGautingGilchingHerrsching am AmmerseeInning am AmmerseeKraillingPöckingSeefeld (Oberbayern)StarnbergTutzingWeßlingWörthsee (Gemeinde)
Karte

Berg ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Starnberg und liegt am Ostufer des Starnberger Sees.

Gemeindegliederung

Es gibt 15 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):

Es gibt die Gemarkungen Bachhausen, Berg, Höhenrain, Kempfenhausen und Wadlhauser Gräben.

Geschichte

Bis zum 19. Jahrhundert

Der Ort wurde 822 erstmals urkundlich als perge cum basilica (Althochdeutsch/Vulgärlatein Berg mit Kirche) erwähnt. Prähistorische Funde legen nahe, dass es bereits germanische Siedlungen gab.

Mit der Gemeinde Aufkirchen kam es zur Bildung der Berger Hofmark im 15. Jahrhundert, deren Besitzer die reichen Patrizierfamilien Ligsalz aus München und Hörwarth aus Augsburg waren.

Im 17. Jahrhundert begann der Einfluss der Wittelsbacher auf das Fischer- und Bauerndorf. Der Kurfürst Ferdinand Maria erwarb ein Grundstück am See, auf dem das Schloss Berg errichtet wurde, das bis heute im Familienbesitz der Wittelsbacher ist. Ludwig II. nutzte das Schloss als Sommerresidenz. Dort waren beispielsweise die Kaiserinnen von Russland und Österreich zu Besuch.

Im Jahr 1818 entstand die politische Gemeinde.

20. Jahrhundert

Auf Vorschlag von Hanns Johst, dem Präsidenten der Reichsschrifttumskammer, wurde Galeazzo Ciano, italienischer Außenminister unter Mussolini, von den Nazis im Spätsommer 1943 mit seiner Familie in Allmannshausen untergebracht. Der Große Faschistische Rat hatte zuvor kurzfristig Mussolini entmachtet, und man befürchtete die Verfolgung all derer, die gegen ihn gestimmt hatten. Die Villa gehörte zum Besitz des Freiherrn von Wittgenstein und stand damals unter staatlicher Verwaltung.

Am Ende des Zweiten Weltkrieges, am 26. April 1945, trieben SS-Männer 6887 Häftlinge des KZ Dachau auf einem Todesmarsch in Richtung Süden, bei dem jeder zweite Häftling durch Entkräftung oder Mord ums Leben kam. Weil sich der Marsch durch die Gemeinde Berg bewegt hatte, wurde im Ortsteil Aufkirchen an der Straße nach Wolfratshausen eine Bronzeskulptur zum Gedenken an die Opfer der NS-Gewaltherrschaft errichtet.

Leoni (um 1900)

Eingemeindungen

Aufkirchen und Leoni wurden schon 1818 Teil der Gemeinde Berg. Am 1. Oktober 1937 wurde Kempfenhausen eingemeindet. Im Zuge der Gebietsreform kamen am 1. Januar 1975 Bachhausen und Höhenrain zur Gemeinde Berg. Zum 1. Januar 1993 wurde das gemeindefreie Gebiet Wadlhauser Gräben aufgelöst und in die Gemeinde Berg eingegliedert.

Einwohnerentwicklung

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 6709 auf 8296 um 1587 Einwohner bzw. um 23,7 %.

Verlauf der Bevölkerungsentwicklung
Jahr184019001939195019611970198719911995200520102015
Einwohner117414602316450346215106638171267313793681568264

Politik

Gemeinderat

Gemeinderatswahl Berg 2026
Wahlbeteiligung: 67,5 % (2020: 65,0 %)
 %
40
30
20
10
0
31,9
16,7
13,8
11,7
11,2
9,3
5,4
QUH b
EUW c
BG d
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2020
 %p
   6
   4
   2
   0
  −2
  −4
+5,8
−3,0
−2,0
−0,5
−2,4
+0,4
+1,7
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
b 
Quer.Unabhängig.Heimatverbunden
c 
Einigkeit Unabhängige Wählergruppe für die Gemeinde Berg
d 
BürgerGemeinschaft
Sitzverteilung im Gemeinderat Berg seit 2026
       
Insgesamt 20 Sitze
Sitzverteilung im Gemeinderat
JahrCSUSPDGrüneFDP/PfEUWBGÜPQUHGesamtWahlbeteiligung
2026 722132—32067,5 %
2020 523132—42065,0 %
2014 531142042053,5 %
2008 431142142057,7 %
2002 531154102061,3 %

EUW = Einigkeit Unabhängige Wählergruppe für die Gemeinde Berg
BG = BürgerGemeinschaft
ÜP = Überparteiliche Wähler
QUH = Quer.Unabhängig.Heimatverbunden

Bürgermeister

Erster Bürgermeister der Gemeinde Berg ist seit dem 1. Mai 2020 Rupert Steigenberger (BG). Er wurde als Nachfolger des nicht mehr antretenden Rupert Monn (EUW) gewählt. Monn hatte im Jahr 2000 das Amt von Gustl Ullmann übernommen.

Weitere Wahlen

In der folgenden Tabelle sind die Ergebnisse von Bundes-, Landtags- und Europawahlen in Berg dargestellt.

Jahr Wahl Wbt. CSU Grüne AfD SPD FDP Linke BSW FW Sonst.
2025 Bundestagswahl 88,3 43,6 14,2 13,1 9,1 9,1 3,7 2,5 2,3 2,4
2024 Europawahl 73,6 41,8 13,9 9,1 6,7 9,0 0,8 3,0 5,5 10,2
2023 Landtagswahl 79,6 41,5 16,5 9,1 6,2 7,4 0,9 — 13,3 5,1

Gemeindepartnerschaften

Wappen

Blasonierung: In Blau ein silberner Wellenbalken, darüber eine goldene Königskrone, darunter ein silberner Fisch.

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Votivkapelle in Berg am Starnberger See

Votivkapelle

Die zu Ehren von Ludwig II. errichtete Votivkapelle liegt oberhalb der Stelle, wo die Leiche des Königs am Pfingstsonntag, 13. Juni 1886, im See gefunden worden ist. 1887 stiftete seine Mutter Königin Marie eine Totenleuchte, die später in die Treppenanlage integriert wurde. Den Grundstein zum Bau der sogenannten Votivkapelle legte der Prinzregent Luitpold am 10. Todestag des Königs im Juni 1896. Vier Jahre später konnte die im neuromanischen Stil gebaute Kirche eingeweiht werden. Entworfen hatte sie Hofoberbaurat Julius Hofmann, der ehemalige Architekt des Königs. Noch heute treffen sich „Königstreue“ jährlich an dem Sonntag, der dem Todestag des Königs am nächsten liegt, zu einem Gedenkgottesdienst an der Votivkapelle.

Schloss Berg

Joseph Albert: Schloss Berg am Starnberger See, um 1886

Das Schloss Berg befindet sich am Starnberger See und steht zusammen mit Park und Kapelle unter Denkmalschutz. Es wurde 1640 von Hans Friedrich von Hörwarth erbaut und bereits 1676 von den Wittelsbachern erworben. Von König Max II. angefügte Mauerkronen und Ecktürme wurden 1950 wieder entfernt. Seit seiner Gründung 1923 gehört es dem Wittelsbacher Ausgleichsfonds und ist aktuell der Wohnsitz von Franz von Bayern.

Kultur

Tourismus

Sowohl Berg (Gemeindeteil am See) als auch Leoni sind Anlegepunkte der Fahrgastschiffe der Bayerischen Seenschiffart am Starnberger See. Durch beide Gemeindeteile führen Fahrrad- und Wanderwege.

Persönlichkeiten

Verstorbene

Oskar Maria Graf, 1927
Heinz Rühmanns Grab in Aufkirchen

Lebende

Commons: Berg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Einwohnerzahlen – Stand: 31. Dezember 2025. (PDF; 4,1 MB) Gemeinden, Kreise und Regierungsbezirke in Bayern. In: statistik.bayern.de. Bayerisches Landesamt für Statistik, Mai 2026, abgerufen am 21. Mai 2026 (Hilfe dazu).
  2. ↑ Gemeinde Berg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 9. September 2019.
  3. ↑ Gemeinde Berg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 13. Dezember 2021.
  4. ↑ Gemarkungs- und Gemeindeverzeichnis. In: ldbv.bayern.de. Landesamt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung, 17. April 2025, abgerufen am 16. Dezember 2025.
  5. ↑ Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Band 1. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 1995, ISBN 3-89331-208-0, S. 120
  6. ↑ Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 576.
  7. ↑ Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart / Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 591 (Statistische Bibliothek des Bundes und der Länder [PDF; 41,1 MB]).
  8. ↑ Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung, abgerufen am 12. Juli 2014.
  9. ↑ Ergebnisse Gemeinderatswahl Berg 2026 in GEMEINDE BERG. Abgerufen am 10. März 2026.
  10. ↑ Das Wappen der Gemeinde Berg. Gemeinde Berg, abgerufen am 30. Mai 2020.
  11. ↑ Wappen von Berg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  12. ↑ merkur.de: Ehre für König Ludwig II: Königstreue feiern Gottesdienst am See
  13. ↑ Die Aufkirchner Dorfbühne. Aufkirchner Dorfbühne e. V., abgerufen am 15. November 2016.
  14. ↑ Das Fenster ins Weltall. Christian-Jutz-Volkssternwarte Berg e. V., abgerufen am 2. Juli 2014.
  15. ↑ Haus Buchenried. Das neue Seminarzentrum am Starnberger See erwartet Sie. Münchner Volkshochschule, abgerufen am 15. November 2016.
  16. ↑ Kulturverein Berg e. V. Kulturverein Berg e. V., abgerufen am 2. Juli 2014.
  17. ↑ Das Schulmuseum in Aufkirchen. Gemeinde Berg, abgerufen am 2. Juli 2014.
  18. ↑ Berger Kulturspaziergang. Gemeinde Berg, abgerufen am 2. Juli 2014.
  19. ↑ Reinecker, Herbert. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 991.
  20. ↑ bund-freiheit-der-wissenschaft.de: Friedrich Hermann Schubert