Der alte Name Balgen stand für das Gemäß, welches für Kohle allgemein galt. In Kohlengruben von Osnabrück wurde dafür die Bezeichnung Riegel verwendet. Der Inhalt war anfänglich 1 Kubikfuß. Später war gesetzlich 2 ½ Kubikfuß vorgeschrieben und das Gemäß nannte man das Zweihimtengemäß. Ein Balgen Steinkohle hatte durchschnittlich 1 Zentner.
Der Begriff bedeutet im niedersächsischen Sprachraum auch Kufe, Waschfass, Zuber und die Hälfte einer durchgesägten Tonne.
Literatur
August Schiebe: Universal-Lexikon der Handelswissenschaften. Band 3, Friedrich Fleischer, Gebrüder Schumann, Leipzig/Zwickau 1839, S. 571.
Bruno Kerl: Die Oberharzer Hüttenprozesse zur Gewinnung von Silber, Kupfer, Blei und arseniger Säure mit bes. Berücksichtigung des Vorkommens und der Aufbereitung der Erze. Verlag Grosse’sche Buchhandlung, Clausthal 1860, S.XXIV.
↑Berg- und Hütten-Kalender für das Jahr 1861. Verlag D. Bädeker, Essen 1861, S. 22.
↑Alexander Lachmann: Neueste illustrierte Münz-, Maß-, und Gewichtskunde. Moritz Schäfer, Leipzig 1867, Band 2, S. 205
↑Christian Nelkenbrecher: J. C. Nelkenbrecher’s Allgemeines Taschenbuch der Münz-, Maß- und Gewichtskunde. Sanderschen Buchhandlung, Berlin 1828, S. 250.
↑ R. Klimpert: Lexikon Der Münzen, Maße, Gewichte, Zählarten und Zeitgrössen. Verlag C. Regenhardt, Berlin 1896, S. 29.
↑Hanns Bruno Geinitz, Hugo Fleck, Ernst Hartig: Die Steinkohlen Deutschland’s und anderer Länder Europa’s: Ihre Natur, Lagerungs-Verhältnisse, Verbreitung, Geschichte, Statistik und technische Verwendung. Geschichte, Statistik und Technik. Band 2, R. Oldenbourg, München 1865, S. 203.
↑Johann Christoph Adelung: Versuch eines vollständigen grammatisch-kritischen Wörterbuches der hochdeutschen Mundart: Mit beständiger Vergleichung der übrigen Mundarten, besonders aber der Oberdeutschen. Band 1, Teil 1, Bernhard Christoph Breitkopf und Sohn, Leipzig 1774, S. 623.