Dieser Artikel befasst sich mit dem alten Volumenmaß. Zum deutschen Germanisten und Philosophen siehe Dieter Fuder.
Das Fuder ist ein Volumen- oder Hohlmaß für Flüssigkeiten und feste Stoffe, das vor der Einführung des metrischen Systems, manchenorts noch darüber hinaus, vor allem im Gebiet des Alten Reichs verbreitet war. Es bezeichnete das Volumen einer Fuhre oder Wagenladung, war also vor allem ein Begriff des Transportwesens, besonders gebräuchlich für Wein, aber auch Bier und Wasser, bei Feststoffen für Massengüter wie Holz, Kohle, Stein, Sand, Erz und Salz, mitunter auch für Getreide und Heu.
Etymologisch stellt „Fuder“ eine Ablautbildung zu „Faden“ dar, einem alten Längenmaß, das die Spanne zwischen den ausgestreckten Armen eines Mannes bedeutete (um 1,80 m).
Maße
Flüssigkeitsmaß (Wein und Bier)
Drei Weinfässer – zwei Fuderfässer zu 3125 und 1000 Liter (links) und ein Stückfass zu 1400 Liter (rechts) im sächsischen Radebeul
Das Fuder hatte je nach Region etwa 800 bis 1800 Liter. Üblicherweise bestand das Fuder aus 12 (Schank-)Eimern.
Zur Verarbeitung der Salzfuder gab es eigene Berufsgruppen, die erst Ende des 18. Jahrhunderts durch die Einführung kostengünstigerer Arten von Formsalz überflüssig wurden:
Fuderführer verschifften die in Salzkufen verpackten Fuder von Hallstatt nach Gmunden auf speziell angefertigten Fuderzillen.
Fuderhacker arbeiteten für die Gmundener Salzfertiger. Sie zerkleinerten die Fuder mit langstieligen Äxten und schaufelten das Salz auf einen Haufen.
Fuderstößer befüllten mit dem Salz eines Fuders neun bis zehn Küfel, wonach sie das Salz in den Küfeln mittels „Stößel“ feststampften
Johann Friedrich Krüger: Vollständiges Handbuch der Münzen, Maße und Gewichte aller Länder der Erde. Verlag Gottfried Basse, Quedlinburg/Leipzig 1830, S. 97.
↑Erhalten ist der Faden noch als Garnmaß und im angelsächsischen Raum als nautisches Tiefenmaß. Ansonsten wurde der Begriff historisch weitgehend vom „Klafter“ in dessen Funktion als Längenmaß verdrängt.
↑August Blind: Maß-, Münz- und Gewichtswesen. Walter de Gruyter, Berlin/Leipzig 1923, S.22.
↑Franz Michael Ress:Bauten, Denkmäler und Stiftungen deutscher Eisenhüttenleute. Verfasst im Auftrage des Vereins Deutscher Eisenhüttenleute. Verlag Stahleisen, Düsseldorf 1960, DNB453998070, S.310.