Nösel, auch Nößel, Oessel, Oeßel, Ösel oder Pinte, war eine bis ins 20. Jahrhundert gebräuchliche Maßeinheit.
Die Einheit wurde im Einzelhandel sowie in der Küche verwendet. Nösel war in verschiedenen Regionen dem Schoppen, dem Seidel oder dem Mäßchen gleich.
Eine Maßkette für Nösel war
Ein Nösel entsprach ungefähr 450 Milliliter. Dieses Maß unterlag regional stärkeren Schwankungen; so entsprach ein Nösel
Das Nöselmaß war zumeist ein Flüssigkeitsmaß (sehr selten ein Gewichtsmaß), das sich von Kanne ableitete. Eine Kanne enthielt oft zwei Nösel. In den einzelnen deutschen Regionalstaaten war das Volumen dieser Maße unterschiedlich groß, selbst innerhalb des Königreichs Sachsen. Die Dresdner Kanne enthielt gut 0,94 Liter, das Nösel rund 0,47 Liter. Wurde aber nach der „Leipziger (Schenk-)Kanne“ gemessen, dann ging es um 1,2 Liter, beim Nösel folglich um 0,6 Liter. Das Nöselmaß diente im Kleinverkauf und im Haushalt zum Abmessen von Hülsenfrüchten, Sämereien und anderen Schüttgütern.
Auch in Sachsen galten die vorgenannten Maße offiziell bis zum Jahre 1868, dann wurde das metrische System (Meter, Gramm, Liter usw.) eingeführt. Im privaten Bereich aber hielten sich die alten Maße noch Jahrzehnte.
In Thüringen gab es eine Besonderheit. Dort war das Nösel ein Aussaatmaß, d. h. ein Maß für die Ackerfläche, die mit einem Nösel Saatgut bestellt werden konnte. Das waren 14,6 Quadratmeter.
In den Salzwerken von Halle war
In Meißen nutzte man das Maß für Holz.