Die Internationalen Filmfestspiele Berlin 1956 fanden vom 22. Juni bis 3. Juli 1956 statt.
Als 1951 die Berlinale ihre Premiere erlebte, hatte sie ohne Erlaubnis der FIAPF eine Jury eingesetzt, die die ersten Goldenen Bären vergab. Die FIAPF untersagte das, weswegen die Berlinale seit 1952 die Gewinner der Goldenen Bären durch eine Publikumsabstimmung feststellte. 1955 hatte die FIAPF nun entschieden, dass die Berlinale zum A-Festival aufstieg und eine internationale Jury einsetzen durfte.
Dennoch blieben die Organisatoren bei ihrer Publikumsabstimmung und so wurden 1956 zwei Goldene Bären vergeben, einer von der ersten internationalen Jury, einer vom Publikum, das weiter ungebrochene Begeisterung zeigte. Der ungezwungene Umgang mit den Filmstars brachte der Berlinale das Image des „Festivals des kleinen Mannes“ ein. Das änderte sich jedoch durch die Aufwertung zum A-Festival: Vor den Festspielorten waren jetzt Absperrungen vorgeschrieben und den Stars konnte man nur aus der Distanz winken.
Die Entscheidungen der ersten internationalen Jury wurden von vielen Kommentatoren heftig kritisiert. Einladung zum Tanz (Invitation to the Dance) von Gene Kelly war ihnen zu seicht für den Hauptpreis eines A-Festival. Favorit vieler Kritiker war der finnische Beitrag Der unbekannte Soldat (Tuntematon Sotilas) von Edin Laine gewesen, ein illusionsloser Anti-Kriegsfilm nach einem Roman von Väinö Linna.
Zwei politische Aktionen von Festivalleiter Alfred Bauer erregten Aufsehen: Durch Protest beim Berliner Senat verhinderte er die unabhängige Aufführung von DEFA-Filmen. (Die Veranstaltung war unter dem Motto der „Völkerverständigung“ von der Berliner Zille-Gesellschaft geplant worden.) Um seinen Ruf als politisch unvoreingenommener Vertreter der Berlinale zu retten, ließ er Alain Resnais’ Film Nacht und Nebel (Nuit et Brouillard) als Sondervorführung zeigen. Der Film dokumentiert die Verbrechen der Deutschen im Konzentrationslager Auschwitz und war zuvor auf Einspruch der Bundesregierung in Cannes aus dem Festival-Programm genommen worden, Begründung: Der Film diene nicht der „Völkerverständigung“.
Präsident der ersten internationalen Jury der Berlinale war der französische Regisseur Marcel Carné. Er stand folgender Jury vor:
Der Siegerfilm ist orange unterlegt.
Bronzene Bären
Große Goldene Plakette
Große Silberne Plakette
Große Bronzene Plakette
Kleine Goldene Plakette
Kleine Silberne Plakette
Kleine Bronzene Plakette
Lobende Erwähnung
OCIC-Preis