Bernhard Barnstorff

Bernhard Barnstorff (* 14. September 1645 in Rostock; † 22. April 1704 ebenda) war ein deutscher Mediziner.

Leben

Bernhard Barnstorff wurde als Sohn des Rostocker Apothekers Peter Barnstorff (1606–1652) und dessen Frau Agneta, geb. Scharffenberg, geboren. Im März 1657 ist er erstmals an der Universität Rostock immatrikuliert, ohne jedoch, da noch minderjährig, den Immatrikulationseid geschworen zu haben. 1664 begann er ein zweijähriges Philosophie-Medizinstudium an der Universität Wittenberg unter anderem bei Michael Sennert und Konrad Viktor Schneider. Dabei hielt er 1665 seine erste Disputation, mit dem Thema verborgene Eigenschaften, und ein Jahr später über Gestalten der Meteore. Im Folgejahr, 1667, setzte er das Studium an der Universität Rostock fort.

1668/1669 unternahm er eine Forschungsreise zu den Niederlanden, nach Frankreich und nach England. Ein Jahr davon hielt er sich an der Universität Leiden auf, um Vorlesungen von unter anderem Franciscus Sylvius zu besuchen. Außerdem besichtigte er Krankenhäuser in Oxford und Paris. Auf seiner Rückkehr nach Deutschland besuchte er die Universitäten Straßburg, Heidelberg, Jena, Frankfurt und Leipzig. Zurück in Rostock hörte er weitere Vorlesungen, unter anderem bei Johann Bacmeister, und wurde schließlich bei Bacmeister am 28. Februar 1671 zum Doktor der Medizin promoviert. Seine Dissertation handelte über die Jungfernkrankheit. Danach wirkte er als praktischer Arzt und heiratete im Mai 1671 Elisabeth Weidenkopf, die Tochter des Doktor Eberhard Weidenkopf.

Am 28. Januar 1686 wurde Barnstorff in Rostock zum ordentlichen Medizinprofessor ernannt, da sein Vorgänger, Johan Jacob Döbelius der Ältere, am 3. Juni 1684 verstorben war. Zum Amtsantritt hielt er die Rede Ueber die unmerkliche Ausdünstung des menschlichen Körpers und schrieb Von der Herrschaft der Phantasie über die Sinne. 1695 wurde er zum Senior seiner Fakultät ernannt und war insgesamt sechsmal Universitätsrektor, einmal davon stellvertretend: 1686, 1691, 1695, 1696, 1696 und 1702.

Er verstarb in Rostock am 22. April 1704, 58-jährig. Barnstorffs Nachfolger an der Universität wurde Wilhelm David Habermann.

Sein Sohn Eberhard Barnstorff war in Greifswald Medizin-Professor; außerdem hatte Bernhard einen Bruder gehabt, den Juraprofessor Johann Barnstorff.

Barnstorff galt als fleißiger und gewissenhafter Lehrer wie auch Arzt. An der Universität war er eigentlich Medizin-Professor, hielt aber auch Vorlesungen über Chemie, weshalb er teils auch als Professor für Chemie bezeichnet wurde.

Werke

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Brüggemann gibt den 4. September 1625 an. New general biographical dictionary spricht vom 14. September 1625. Mehrheitlich findet sich in der Literatur aber 1645, so bei Falkenberg, Henke oder Krey.
  2. ↑ Auch hier gibt Brüggemann etwas anderes an. Dort heißt es […] 1686 Professor wurde und in demselben Jahre starb. Dies übernahm auch New general biographical dictionary.
  3. ↑ Immatrikulation von Bernhard Barnstorff im Rostocker Matrikelportal
  4. 1 2 3 Falkenberg
  5. 1 2 Biographie der Aerzte
  6. 1 2 3 4 Adolph Henke's Zeitschrift für die Staatsarzneikunde
  7. 1 2 New general biographical dictionary
  8. 1 2 Krey
  9. ↑ Hofmeister, Adolph: Die Matrikel der Universität Rostock III. (Ost. 1611 – Mich. 1694) Rostock 1895
  10. ↑ Promotion zum Doktor von Bernhard Barnstorff im Rostocker Matrikelportal
  11. ↑ Rezeption von Bernhard Barnstorff im Rostocker Matrikelportal
  12. ↑ Hofmeister, Adolph: Die Matrikel der Universität Rostock III. (Ost. 1611 – Mich. 1694) Rostock 1895
  13. ↑ Anna-Katharina Szagun: Rostock – Wege entstehen beim Gehen. 2001, S. 77; online bei Google Books
Personendaten
NAME Barnstorff, Bernhard
KURZBESCHREIBUNG deutscher Mediziner
GEBURTSDATUM 14. September 1645
GEBURTSORT Rostock
STERBEDATUM 22. April 1704
STERBEORT Rostock