Bertil Lybeck (geboren am 8. August 1887 in Göteborg; gestorben am 31. März 1945 in Stockholm) war ein schwedischer Cartoonist, Grafiker, Illustrator und Zeichner.
Lybeck war ein Sohn des Direktors der Vestkustens Petroleum AB Anders Fredrik Lybeck (29. Januar 1849 – 7. Januar 1926) und dessen Frau Jenny Catarina (geborene Ericsson; 2. April 1856 – 1. Januar 1922). Gegen den Willen seines Vaters entschied er sich, Künstler zu werden, und besuchte nach dem Gymnasium in Lundsberg den Unterricht an der Schule der Svenska Slöjdföreningen. Anschließend setzte er seine Ausbildung an der Camberwell School of Arts and Crafts der University of the Arts London fort. Dort belegte er von 1905 bis 1908 Kurse in Anatomie, Werbegrafik, Typografie und Schriftgestaltung. Zugleich konnte er sich in dieser Zeit umfassende Kenntnisse in der Buchkunst und der Literatur aneignen. 1908 kehrte er zunächst nach Schweden zurück und mietete sich eine einfache kleine Wohnung in Stockholm. Bis 1910 fertigte er Zeichnungen für die Wochenzeitschrift Idun an und hielt darin aktuelle Ereignisse fest, und für das Magazin Söndagsnisse-Strix schuf er Illustrationen für Witze.
1909 bis 1914 studierte er, inzwischen mit Unterstützung seines Vaters, der ihm den Umzug ermöglicht hatte, an einer Radierschule und von 1915 bis 1916 an der Académie des Beaux-Arts in Paris. In Paris unternahm er zahlreiche Museumsbesuche und fertigte Skizzen an. Er malte auch im Atelier der Bildhauerin und Malerin Marie Vassilieff und lernte dort den Kubisten Maler Fernand Léger kennen. In den Jahren des Krieges plante Lybeck gemeinsam mit dem Kunsthändler Gösta Olsson und dem Journalisten und Maler Gunnar Cederschiöld (1887–1949) ein schwedisches Kunstzentrums in Paris, in dem Ausstellungen und Kunstverkäufe stattfinden sollten. 1919 realisierte die Bildhauerin Helena (Lena) Börjeson (1879–1976) dieses Vorhaben, aus dem sich die skandinavische Kunstschule (Académie Scandinave) im Maison Watteau in der Rue Jules-Chaplain entwickelte. Lybeck lebte acht Jahre lang bei Lena Börjeson.
Bonnier beauftragte Lybeck damit, für die Märchen aus Tausendundeiner Nacht (schwedisch En saga ur Tusen och en natt) für die Geschichte von Sindbad dem Seefahrer die Illustrationen anzufertigen. Für die 1916 herausgegebene Prachtausgabe gestaltete er neben 31 Bildern auch den Bucheinband in römischer Lapidarschrift. Von Januar bis September 1918 war er mit der Anfertigung der Illustrationen zum ersten Teil von Giovanni Boccaccios Decamerone. beschäftigt, wodurch er neben Yngve Berg zu einem der führenden schwedischen Illustratoren wurde. Der zweite Teil des Werkes wurde 1922 in Kupferstich-Drucken angefertigt. Bis 1929 hielt er sich in Paris auf und widmete sich der Malerei. Anschließend lebte er bis zu seinem Tod dauerhaft in Stockholm.
Lybeck war pro forma seit dem 9. Juli 1921 mit der Künstlerin Karin Siri Derkert (30. August 1888 – 28. April 1973) verheiratet, Tochter des Großhändlers Karl Edward Johansson Derkert und dessen Frau Emma Charlotta Valborg (geborene Fogelin). Die in Paris geschlossene Ehe wurde 1924 in Stockholm wieder geschieden oder annulliert.
Beide Töchter wurden heimlich in Kopenhagen geboren und von einer Pflegefamilie adoptiert. Die 1921 geschlossene Ehe diente lediglich der Legitimierung, also der Anerkennung der Vaterschaft durch Lybeck.
Er hatte mehrere Geschwister:
Illustrationen
Bühnenbilder
Schriften
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lybeck, Bertil |
| KURZBESCHREIBUNG | schwedischer Cartoonist, Grafiker, Illustrator und Zeichner |
| GEBURTSDATUM | 8. August 1887 |
| GEBURTSORT | Göteborg |
| STERBEDATUM | 31. März 1945 |
| STERBEORT | Stockholm |