Bertrand Perz

Bertrand Perz (2006)

Bertrand Perz (* 9. Februar 1958 in Linz) ist ein österreichischer Universitätsprofessor für Zeitgeschichte.

Biografie

Perz maturierte 1976 in Linz und absolvierte ein Geschichtsstudium an der Universität Wien. Seine Promotion erfolgte 1990. Seit 1981 ist er Mitarbeiter am Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Die Lehrbefugnis für das Fach „Zeitgeschichte“ an der Universität Wien wurde ihm 2004 erteilt, von 2006 bis 2012 war er stellvertretender Institutsvorstand des Instituts für Zeitgeschichte dieser Universität. 2011 wurde er zum Assistenzprofessor, 2013 zum Assoziierten Professor und 2017 zum Universitätsprofessor bestellt. Seit 2023 ist er an der Universität Wien im Ruhestand.

Er ist Gründungsmitglied des Vereins „Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)“ und war nach der offiziellen Institutsgründung 2009 bis 2023 Mitglied des Institutsvorstandes, Vorstandsmitglied des Vereins „Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes“ (seit 2005), Redaktionsmitglied der Zeitschrift „Zeitgeschichte“, Mitglied (und seit 2011 Präsident) der „Österreichischen Gesellschaft für Zeitgeschichte“, Mitglied der „Historikerkommission der Republik Österreich“ (1998–2003), Mitglied des wissenschaftlichen Boards des „Vereins Schloss Hartheim“ (2007–2023) sowie des Wissenschaftlichen Board des Projektes „erinnern.at“ (2001–2023). Seit 2006 ist Perz Mitglied bzw. stellvertretendes Mitglied des Beirates gemäß Bundesgesetz über die Rückgabe von Kunstgegenständen aus den österreichischen Bundesmuseen und Sammlungen. Von 2016 bis 2025 war er Mitglied des International Advisory Board der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen, Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, seit 2017 ist er Mitglied des Wissenschaftlichen Kuratoriums der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora.

Von 2009 bis 2013 war Perz wissenschaftlicher Leiter der Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte Mauthausen, seit 2017 ist Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirates der KZ-Gedenkstätte/Memorial Mauthausen. Von 2011 bis 2018 fungierte Perz als Vorsitzender der von der Tiroler Landesregierung eingesetzten Kommission zur Untersuchung der Vorgänge um den Anstaltsfriedhof des Psychiatrischen Krankenhauses in Hall in Tirol.

Forschung

Bertrand Perz (ganz rechts) bei der Pressekonferenz zur Gründung des Wiener Wiesenthal Instituts für Holocaust-Studien (VWI) im Juni 2006

Die Forschungsschwerpunkte von Bertrand Perz umfassen Geschichte des Nationalsozialismus, Konzentrationslager, Zwangsarbeit, Rüstungsindustrie und Kriegswirtschaft, Holocaust und deutsche Besatzungspolitik, Nachgeschichte des Nationalsozialismus und Memorialisierung, Österreichische Zeitgeschichte, Verkehrsgeschichte. Im Rahmen eines von 2011 bis 2013 laufenden FWF-Forschungsprojektes befassten sich Bertrand Perz und sein Team mit der Lager-SS des Konzentrationslager Mauthausen. Von 2022 bis 2024 leitete Perz gemeinsam mit Oliver Rathkolb und Sybille Steinbacher das Forschungsprojekt "Die PORR AG und ihre Tochterunternehmen zur Zeit des Nationalsozialismus", seit 2023 leitet er ein Projekt zur "Geschichte der österreichischen Autobahnen zwischen 1935 und 1950 unter besonderer Berücksichtigung der NS-Zeit". Mit Andreas Kranebitter arbeitet er an einer neuen Monographie zur Geschichte des Konzentrationslagers Mauthausen.

Publikationen

Auszeichnungen

Commons: Bertrand Perz – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 3 Curriculum vitae | Univ.Prof. Dr. Bertrand Perz (PDF; 0,1 MB), auf zeitgeschichte.univie.ac.at
  2. ↑ Mitteilungsblatt der Universität Wien vom 9. Juli 2004 (PDF; 85 kB).
  3. ↑ Buchpräsentation Bertrand Perz: Verwaltete Gewalt, auf erinnern.at
  4. ↑ Mitglieder des Beirats, auf provenienzforschung.gv.at
  5. ↑ International Advisory Board Bergen-Belsen, auf bergen-belsen.stiftung-ng.de
  6. ↑ Gremien der Stiftung, auf stiftung-gedenkstaetten.de
  7. ↑ Organisation, auf .mauthausen-memorial.org
  8. ↑ Keine Euthanasie im Psychiatrischen Krankenhaus in Hall, auf medienportal.univie.ac.at
  9. ↑ Homepage Institut für Zeitgeschichte der Universität Wien. Abgerufen am 16. Mai 2025.
  10. ↑ TäterInnenforschung: Das Konzentrationslager als Arbeitsplatz. Abgerufen am 16. Mai 2025.
  11. ↑ Historiker analysieren den „Arbeitsplatz“ KZ Mauthausen. In: tagblatt-wienerzeitung.at. 19. April 2012, abgerufen am 10. April 2026.
  12. ↑ Die PORR AG und ihre Tochterunternehmen zur Zeit des Nationalsozialismus, auf zeitgeschichte.univie.ac.at
  13. ↑ Geschichte der österreichischen Autobahnen zwischen 1935 und 1950 unter besonderer Berücksichtigung der NS-Zeit, auf zeitgeschichte.univie.ac.at
  14. ↑ Die Geschichte des KZ Mauthausen, auf zeitgeschichte.univie.ac.at
  15. ↑ Verleihung des Großen silbernen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Abgerufen am 16. Mai 2025.
  16. ↑ Bekanntgabe der Preise der Stadt Wien und der Förderungspreise 2025. In: ots.at. 29. Mai 2025, abgerufen am 31. Mai 2025.