Betkaspar

Kaspar Schwarze
Kaspar Schwarze, Foto vor 1911
Umbettung in ein Ehrengrab auf dem Werler Parkfriedhof
Das Ehrengrab des Betkaspar, Zustand August 2015

Kaspar („Betkaspar“) Schwarze (* 13. Juni 1830 in Soest; † 13. Mai 1911 in Werl) war ein deutscher Landstreicher und Original. Er wurde durch den regelmäßigen Besuch der Gottesdienstform ewiger Anbetung in den Kirchen seiner Umgebung bekannt. Sein Seligsprechungsprozess scheiterte wegen der Umstände in den Zeiten des Nationalsozialismus.

Leben

Kaspar Schwarze war der Sohn konfessionsverschiedener Eheleute. Er wurde Schneider und später Pferdeknecht und Gelegenheitsarbeiter. Er war nicht verheiratet und behielt ein Zimmer im Elternhaus. Bei militärischen Musterungen in den Jahren 1851 und 1853 wurde er wegen zu geringer Körpergröße vom Militärdienst freigestellt. Nach Abbruch des Elternhauses zog er nach Holtum, wo er bei der Tertiarin Katharina Rieke, er nannte sie Annkatrin unterkam. Dort lebte er zurückgezogen und mied den Kontakt zur Bevölkerung. Das Volk gab ihm den Beinamen Biämännken (Betmännchen). Nach der Einführung der Ewigen Anbetung im Erzbistum Paderborn durch Bischof Konrad Martin um 1870 begann Kaspar Schwarze von Kirche zu Kirche zu wandern und an der Ewigen Anbetung teilzunehmen. Fast 40 Jahre lang besuchte er jährlich etwa 150 Kirchen und war somit ständig das ganze Jahr hindurch unterwegs. Verpflegt wurde er bei gastfreundlichen Menschen und beim Pfarrer oder dessen Küster. Er war im ganzen Erzbistum Paderborn bekannt. Im Jahr 1911 starb er im Mariannenhospital in Werl und wurde auf dem dortigen Parkfriedhof beigesetzt.

Namensgebung

Nachwirkung

Um 1920 begann die Verehrung des „Betkaspars“ – dieser Name wurde ihm von den Gläubigen des Bistums gegeben. Am 5. Mai 1933 wurde der Sarg mit seinem Leichnam, der ursprünglich auf dem alten Teil des Werler Friedhofes beigesetzt war, exhumiert und in ein „Ehrengrab“ umgebettet. Es wurden Gruppenwallfahrten organisiert, und an Allerheiligen wurden mehrere hundert Grabbesucher gezählt. Der Versuch, einen Seligsprechungsprozess einzuleiten, scheiterte jedoch. Seitdem nahm die Verehrung allmählich ab.

Heute ist der Betkaspar nahezu vergessen, aber sein Grab wird weiterhin durch die Stadt Werl gepflegt und es finden sich immer wieder Kerzen auf dem Grab, obwohl er hier keine Verwandten hatte.

Literatur

Einzelnachweise

  1. ↑ Pfarrarchiv St. Patroklus Soest, Taufregister 1830, Nr. 50
  2. ↑ Besuch der Ewigen Anbetungen (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  3. ↑ H. J. Berges: Werl Seinerzeit zu meiner Zeit. Westfälischer Heimatverlag
  4. ↑ Annkatrin (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  5. ↑ Wertung der Diözese (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  6. ↑ Biärmänneken (Memento vom 24. Februar 2014 im Internet Archive)
Personendaten
NAME Betkaspar
ALTERNATIVNAMEN Schwarze, Kaspar
KURZBESCHREIBUNG deutscher Schneider, Gelegenheitsarbeiter und Wanderprediger im Sauerland
GEBURTSDATUM 13. Juni 1830
GEBURTSORT Soest
STERBEDATUM 13. Mai 1911
STERBEORT Werl