
Als Bettelverhalten oder kurz Betteln bezeichnet man in der Verhaltensbiologie ein Verhalten, durch das ein Sozialpartner (häufig ein Elternteil) zur Übergabe eines Objektes bewegt werden soll, in der Regel handelt es sich hierbei um Nahrung oder Wasser. Obwohl Bettelverhalten vor allem bei Jungtieren beobachtet wird, kann es auch bei erwachsenen Tieren auftreten, so betteln bsp. ausgewachsene Schimpansen und andere Primaten ihre Artgenossen um Futter an.
Das Bettelverhalten kann vor allem bei Jungtieren beobachtet werden, die von ihren Eltern Nahrung erbetteln wollen, z. B. bei den Nestjungen von Vögeln (z. B. als sperren; vgl. Abb.) So recken beispielsweise viele nestjunge Vögel beim Betteln ihren Kopf in die Höhe, sperren den Schnabel weit auf und geben zusätzlich für die Art typische Lautäußerungen von sich. Dieses spezielle Bettelverhalten wird als Sperren bezeichnet. Die Bettellaute, -bewegungen und andere Anteile des komplexen Verhaltens sind angeboren und wirken als Schlüsselreiz auf einen ebenfalls angeborenen Füttermechanismus der Eltern (Instinkt).
2023 wurde in einer Fachveröffentlichung berichtet, dass die Embryonen diverser Arten von Staffelschwänzen bereits im Ei die Lautäußerungen der sie erbrütenden Weibchen wahrnehmen, wobei diese Laute „strukturelle Ähnlichkeiten“ mit den späteren Bettellauten der geschlüpften Jungvögel aufweisen. Die Forschenden schlossen daraus, dass brütende Weibchen „die frühe Entwicklung ihres Nachwuchses aktiv beeinflussen können“.
Insbesondere bei Zootieren oder anderen in Gefangenschaft gehaltenen Tieren wird Bettelverhalten über Belohnungen erlernt. Hierbei kann nahezu jedes Verhalten dem Betteln dienen, wenn es durch die Abgabe von Futter oder ähnlichem belohnt wird.