Beutersitz

Beutersitz
Koordinaten: 51° 35′ N, 13° 22′ OKoordinaten: 51° 34′ 39″ N, 13° 21′ 47″ O
Höhe: 84 m
Fläche: 7,82 km²
Einwohner: 221 (31. Dez. 2024)
Bevölkerungsdichte: 28 Einwohner/km²
Eingemeindung: 27. September 1998
Eingemeindet nach: Wahrenbrück
Postleitzahl: 04924
Vorwahl: 035341
Beutersitz, Luftaufnahme (2015)

Beutersitz war bis 1998 eine eigenständige Gemeinde. Seit dem 27. September 1998 ist sie ein Ortsteil der Stadt Uebigau-Wahrenbrück im südbrandenburgischen Landkreis Elbe-Elster und Teil der Verbandsgemeinde Liebenwerda. Der Ortsteil umfasst die Gemarkung Beutersitz. Er hat entsprechend der brandenburgischen Kommunalverfassung und der Hauptsatzung einen direkt gewählten Ortsvorsteher.

Geographische Lage

Beutersitz liegt nördlich der Stadt Wahrenbrück an der Fernverkehrsstraße B 101. Westlich des Ortes fließt die Schwarze Elster.

Beutersitz hat die Ortsteile: Beutersitz (Ort), Beutersitz (Bahnhof) und Beutersitz (Neumühl).

Geschichte

Beutersitz auf einer geschichtlichen Karte des Kreises Liebenwerda (1910).
Beutersitz
Beutersitz um 1900

1300/1311 wird der Ort als Bitirscheit bezeichnet. Der Name bedeutet „bei der Grenze gelegen“. Er hatte Mahlfreiheit in den Mühlen zu Wahrenbrück. Beutersitz war Ileburgischer Besitz und wurde 1384 mit der Herrschaft Wahrenbrück an die Herren v. Köckeritz verpfändet. 1423 war das Dorf im Besitz der Familie Freiberg, die den Ort von Rodolf v. Sachsen erworben hatte. Später kaufte es Hans von Gleichen und nach ihm besaß es Baltasar von Harras. 1485 kam es an die Familie Mönch auf Martinskirchen. Im Jahre 1504 stand noch eine Kapelle auf einer zum Dorf gehörenden Wiese an der Elster. Im Jahr 1558 verkaufte Friedrich von Holda die sogenannten Dritthalbdörfer Beutersitz, Theisa und Prestewitz an Siegmund von Brandenstein, welcher aus Neudeck.

1591 kaufte Sigmund von Brandenstein das Dorf, das zuvor im sächsischen Amt Liebenwerda lag und eine Kirchenfiliale von Wahrenbrück war. Wohl im 16. Jahrhundert fiel Beutersitz wieder an das Amt Liebenwerda zurück, mit dem es 1815 an das Königreich Preußen gelangte.

1835 zählte das Dorf 21 Wohnhäuser mit 128 Einwohnern. An Vieh wurden 30 Pferde, 171 Stück Rindvieh, 257 Schafe und 52 Schweine gezählt.

Mit Beginn der Industrialisierung fanden viele Einwohner Arbeit in den umliegenden Kohlegruben. Mit der Errichtung des Beutersitzer Bahnhofs 1871 an der nördlichen Grenze des Ortes zu Langennaundorf an der Bahnstrecke Halle–Cottbus–Guben, konnten zahlreiche Erzeugnisse der Kohlegruben befördert werden. Die elektrifizierte Bahnverbindung von Leipzig/Halle nach Cottbus wird von der Regionalbahnlinie RB 43 Falkenberg (Elster) – Cottbus hier als Haltepunkt bedient.

Anlässlich der Ausstellung Expo 2000 wurde 1999 der Mühlgraben im Ortsteil Neumühl zur Gewinnung von Elektroenergie wiederhergestellt. Die mehrfach abgebrannte und veränderte Mühle wurde zuvor 1997 abgerissen.

Bevölkerungsentwicklung

Die größten Einwohnerzahlen für Beutersitz wurden in den 1970er und 1980er Jahren mit mehr als 350 registriert.

Einzelnachweise

  1. ↑ Gemarkungen Beutersitz, Stadt Uebigau-Wahrenbrück. In: GEOindex. Abgerufen im Juli 2026.
  2. ↑ Gemeinde- und Ortsteilverzeichnis des Landes Brandenburg am 31. Dezember 2024 Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB), abgerufen im September 2026. (saved in Webarchiv)
  3. ↑ Gemeinde Uebigau-Wahrenbrück. In: service.brandenburg.de. Service Brandenburg, abgerufen im September 2026.
  4. ↑ Hauptsatzung. (PDF; 525 kB) § 12. In: Webauftritt. Stadt Uebigau-Wahrenbrück, abgerufen im September 2026.
  5. ↑ „Übersicht der Bevölkerung und des Viehstandes im Jahre 1835“ in „Die Schwarze Elster-Unsere Heimat in Wort und Bild“. Nr. 596. Bad Liebenwerda 1985, S. 8 bis 10.
  6. ↑ Die Ortsnamen des Kreises Bad Liebenwerda Emilia Crome, Akademie-Verlag Berlin, 1968
  7. ↑ Geschichte des Kreises LiebenwerdaGeschichten der Territorien und Kreise der Provinz Sachsen, Band 1: Geschichte des Kreises Liebenwerda, Heinrich Nebelsieck
  8. ↑ Heimatkunde für den Kreis Liebenwerda O. Bornschein, O.F. Gandert 1929 Verlag C. Ziehlke
  9. ↑ Beutersitz. Verbandsgemeinde Liebenwerda. Abgerufen am 10. September 2026.
  10. ↑ „Informationsbroschüre für Einwohner und Gäste“, herausgegeben vom Amt Uebigau-Wahrenbrück.
  11. ↑ „Informationsbroschüre für Einwohner und Gäste“, herausgegeben vom Amt Uebigau-Wahrenbrück.
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