Wertschätzung bezeichnet die positive Bewertung eines anderen Menschen. Sie gründet auf einer inneren allgemeinen Haltung anderen gegenüber. Wertschätzung betrifft einen Menschen als Ganzes, sein Wesen. Sie ist eher unabhängig von Taten oder Leistung, auch wenn solche die subjektive Einschätzung über eine Person und damit die Wertschätzung beeinflussen.
Wertschätzung ist verbunden mit Respekt, Wohlwollen und drückt sich aus in Zugewandtheit, Interesse, Aufmerksamkeit und Freundlichkeit. „Er erfreute sich allgemein hoher Wertschätzung“ bedeutet umgangssprachlich: Er ist geachtet/respektiert.
Es gibt eine Korrelation zwischen Wertschätzung und Selbstwert: Menschen mit hohem Selbstwert haben öfter eine wertschätzende Haltung anderen gegenüber, werden öfter von anderen wertgeschätzt, wohingegen Personen, die zum aktiven Mobbing neigen, häufig ein eher geringes Selbstvertrauen damit kompensieren.
Empfangene und gegebene Wertschätzung vergrößern das Selbstwertgefühl sowohl beim Empfänger als auch beim Geber. Wertgeschätzte Personen sind, wenn sie ein offenes Wesen haben und kontaktfreudig sind, oft auch beliebt.
Ein Antonym von Wertschätzung ist Geringschätzung (sie kann bis hin zur Verachtung reichen).
Mattering
Im englischen Sprachgebrauch wird Mattering (von: to matter, deutsch: Bedeutung haben) im gleichen Sinn verwendet. Der Begriff wurde von 1981 von Marshall B. Rosenberg und B. C. McCullough eingeführt. Es beschreibt das psychologische Grundbedürfnis des Menschen, wichtig zu sein. Ein Mensch fühlt sich wichtig, wenn er nicht nur einen Beitrag für andere leistet, sondern sich für diesen Beitrag auch wertgeschätzt fühlt. Dieses Gefühl lässt sich im Hinblick auf die Bedeutung für die eigene Person, für andere Menschen und für die Gesellschaft insgesamt betrachten. Mattering ist ein zentraler Bestandteil des Selbstbilds jedes Menschen und verstärkt ihre psychische Resilienz. Wenn Menschen das Gefühl haben, dass sie keine Rolle spielen, leidet ihr Wohlbefinden und ihre psychische Gesundheit häufig darunter, und sie fühlen sich möglicherweise zu politischen Ideen hingezogen, die ihr Gefühl stärken, für die Gesellschaft von Bedeutung zu sein, wie beispielsweise fremdenfeindliche Politik.
Der Begriff Mattering dringt in den deutschen Sprachraum vor und wird von Psychologen verwendet unter dem Aspekt des Bedürfnisses nach Zugehörigkeit, Selbstwirksamkeit und Selbstwertgefühl. Er wird zunehmend in populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen verwendet.
Reinhard Tausch: Das psychotherapeutische Gespräch. Erwachsenen-Psychotherapie in nicht-directiver Orientierung. Verlag für Psychologie Hogrefe, Göttingen 1960 (Ab der 2. Auflage als: Gesprächspsychotherapie. Zahlreiche Auflagen).
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Stephen Joseph, P. Alex Linley, Luise Reddemann: Positive Therapie: Grundlagen und psychologische Praxis (Leben lernen). Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-608-89102-7.
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↑Stephen Joseph, P. Alex Linley, Luise Reddemann: Positive Therapie: Grundlagen und psychologische Praxis (Leben lernen). Klett-Cotta, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-608-89102-7.