Die Bhutan Media Foundation ist eine zivilgesellschaftliche Organisation (Civil Society Organisation, CSO) in Bhutan Sie wurde am 21. Februar 2010 in Thimphu aufgrund einer königlichen Charta gegründet und mit einem Startkapital durch König (Druk Gyalpo) Jigme Khesar Namgyel Wangchuck ausgestattet.
Die erste Geschäftsführerin Lily Wangchuk, eine ehemalige Diplomatin und Autorin, beschrieb die umfassenden Ziele der CSO: „Zum ersten Mal im Land werden wir Schulungen nicht nur für Reporter und Redakteure durchführen, sondern auch für Designer, Marketingverantwortliche, Fotografen, Vertriebsmitarbeiter und Verwaltungsangestellte.“ Wangchuk verließ die Organisation 2012, um eine Stelle bei Druk Chirwang Tshogpa anzunehmen. Damit war sie die erste Frau in Bhutan, die zur Vorsitzenden einer politischen Partei ernannt wurde. Direktor der BMF ist derzeit Needrup Zangpo, der frühere Herausgeber des Bhutan Observer.
Die Stiftung führt Trainingsprogramme für Journalisten durch um Kapazitäten im Mediensektor aufzubauen. Dabei liegen Schwerpunkte auf Themen wie Klimawandel; investigativem Journalism und Berichterstattung zu Genderfragen. Es bietet auch Programme zur Medienkompetenz für Bürger an, wie z. B. „Navigating infodemic, misinformation and disinformation: a Toolkit“. Die BMF veröffentlichte zwei Ausgaben des Journalism Review Magazine, welches kritische Analysen zum Zustand der Medien und des Journalismus in Bhutan liefert.
Im September 2013 unterzeichnete die BMF eine Absichtserklärung mit dem Sherubtse College, welche eine Zusammenarbeit mit dem dortigen Medienstudiengang vorsieht. Die Vereinbarung sieht vor, dass die BMF Praktika für Medienstudenten und -dozenten bei bhutanischen, indischen und internationalen Medienorganisationen ermöglicht, bei der Einrichtung von Austauschprogrammen hilft und das Campusradio und den Studentennewsletter unterstützt. Das College bietet berufstätigen Medienfachleuten Stipendien im Medienstudiengang an, wobei die BMF die Kandidaten auswählt, und veranstaltet BMF-Vorlesungen, Workshops und Schulungsprogramme.
Im Oktober 2013 gründete die BMF gemeinsam mit dem Earth Journalism Network und Third Pole ein Forum für Umweltjournalisten, das lokalen Journalisten durch Vernetzung und Schulungen helfen soll, ihre Umweltberichterstattung zu verbessern. Bhutans Verfassung schreibt die Unterstützung umweltfreundlicher Praktiken und Richtlinien durch Regierung und Bürger vor.
2017 stellten die Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und die Kommission für das Bruttonationalglück dem BMF eine Million Ngultrum zur Verfügung, um zwei Medien-Apps zu entwickeln. Mit der Bhutan News-App konnten Abonnenten die digitale Ausgabe der Tageszeitung herunterladen, und mit der Radiola-App konnten die Nutzer auf ihren Handys die drei privaten UKW-Radiosender hören.
Die BMF unterstützte weiterhin neun Zeitungen und drei Radiostationen um deren Online-Angebote zu verbessern.
Im Jahr 2021 veröffentlichte das BMF einen Bericht über die Nutzung und den Einfluss sozialer Medien im Land. Dem Bericht zufolge nutzen etwa 90 Prozent der bhutanischen Bürger mindestens eine Social-Media-Site als Hauptinformationsquelle. Facebook ist die häufigste Quelle für Desinformation in sozialen Medien, dicht gefolgt von Mundpropaganda. Mehr als 50 Prozent der Befragten erlebten auch Desinformation in sozialen Netzwerken wie und über Social-Media-Influencer. Mehr als 90 % der Befragten gaben an, täglich fast 3 Stunden in sozialen Medien zu verbringen, was über dem weltweiten Durchschnitt von über 2 Stunden liegt.
Im Oktober 2023 gründete BMF den Thimphu Press Club im Rahmen einer Veranstaltung, an der Ministerpräsident Lotay Tshering, Mitglieder des bhutanischen Parlaments, sieben Abgeordnete aus Deutschland, zwei Abgeordnete aus Österreich, Mitglieder der Friedrich-Naumann-Stiftung und die Presse teilnahmen.