Biddle (Spiel)

Biddle
Daten zum Spiel
Autor Ralf zur Linde,
Carsten Rohlfs
Grafik Markus Erdt
Verlag Amigo
Erscheinungsjahr 2025
Art Würfelspiel, Bietspiel
Spieler 2 bis 5
Dauer etwa 30 Minuten
Alter ab 8 Jahren

Biddle ist ein Würfelspiel der deutschen Spieleautoren Ralf zur Linde und Carsten Rohlfs, das 2025 bei Amigo erschien. Bei dem Spiel versuchen zwei bis fünf Spieler, die Wahrscheinlichkeit bestimmter Würfelergebnisse einzuschätzen und durch gegenseitiges Unterbieten festzulegen, in wie vielen Würfen eine vorgegebene Aufgabe erfüllt werden kann. Dabei entstehen in jeder Runde zwei wechselnde Teams, von denen eines die Würfelaufgabe lösen muss, während das andere auf dessen Scheitern setzt.

Thema und Ausstattung

Biddle ist ein Würfel- und Bietspiel, bei dem die Spieler bei unterschiedlicher Würfelaufgaben einschätzen müssen, mit wie vielen Würfen ein bestimmtes Ergebnis erreicht werden kann. Die Spieler entscheiden durch ihr Gebot, ob sie sich an der Lösung einer Aufgabe beteiligen oder darauf setzen, dass die anderen Spieler daran scheitern. Ziel des Spiels ist es, innerhalb von zehn Runden möglichst viele Punkte zu sammeln.

Das Spielmaterial besteht neben der Spielanleitung aus:

Die Aufgabenkarten zeigen unterschiedliche Bedingungen für die Ergebnisse der sechs Würfel. Bei manchen Aufgaben müssen bestimmte Werte genau getroffen werden, bei anderen müssen die Würfel festgelegte Beziehungen zueinander erfüllen.

Spielweise

Zur Vorbereitung des Spiels werden das Tableau und die sechs Würfel in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler wählt eine der fünf Spielfarben und erhält die zugehörigen Spielsteine, einen davon legt er auf das entsprechende Startfeld des Tableaus. Die 55 Aufgabenkarten werden gemischt und als verdeckter Stapel bereitgelegt. Anschließend wird die oberste Karte aufgedeckt und damit die erste Würfelaufgabe bestimmt.

Aktionen pro Runde
  • Bietphase:
    • Aufgabe aufdecken
    • Gebot abgehen
    • Gebot unterbieten oder aussteigen
  • Würfelphase
    • Würfeln entsprechend Gebot
    • Abrechnung
  • Rundenende

Das Spiel selbst verläuft über zehn Runden, die jeweils in eine Bietphase und eine Würfelphase unterteilt sind. In der ersten Runde beginnt ein Startspieler und gibt ein Gebot ab, indem er einen seiner Spielsteine auf die entsprechende Position der Gebotsleiste legt. Die Zahl bezeichnet die Anzahl der Würfe, in denen er die aktuelle Aufgabe zu erfüllen glaubt. Die folgenden Spieler können reihum zwischen drei Möglichkeiten wählen:

Ein Spieler, dessen Spielstein bereits auf dem Feld des niedrigsten Gebots liegt, kann dieses bei seinem nächsten Zug nicht erneut mitgehen, sondern muss entweder unterbieten oder aussteigen. Die Bietphase endet, sobald mindestens ein Spieler ausgestiegen ist und sich alle verbliebenen Spieler auf dasselbe Gebot geeinigt haben. Dadurch entstehen zwei Teams: Die Spieler, deren Spielsteine noch auf der Gebotsleiste liegen, bilden das Würfelteam und versuchen gemeinsam, die Aufgabe innerhalb der gebotenen Anzahl von Würfen zu erfüllen. Die Spieler, die ausgestiegen sind, bilden das gegnerische Team. Sie setzen darauf, dass die Aufgabe nicht gelöst wird. Das Würfelteam darf so viele Würfelversuche, wie es zuvor geboten hat, durchführen, wobei sie selbst entscheiden, wer jeweils würfelt. Nach jedem Wurf dürfen sie beliebig viele Würfel zur Seite legen und die übrigen erneut würfeln. Bereits beiseitegelegte Würfel können bei späteren Versuchen wieder aufgenommen werden.

Die Würfelaufgabe gilt als erfüllt, sobald die sechs Würfel die auf der Aufgabenkarte dargestellten Bedingungen erfüllen. Gelingt dies innerhalb der vereinbarten Anzahl von Versuchen, gewinnen alle Mitglieder des Würfelteams die Runde. Ihre Spielsteine werden auf die blaue Punkteleiste gelegt, während die Spieler des gegnerischen Teams ihre zuvor auf der violetten Leiste platzierten Spielsteine zurücknehmen müssen. Scheitert das Würfelteam dagegen an der Aufgabe, erhält es keine Punkte. Stattdessen bleiben die Spielsteine der ausgestiegenen Spieler auf der violetten Punkteleiste liegen. Die Spieler des Würfelteams nehmen ihre Spielsteine zurück.

Nach jeder Würfelphase wird eine neue Aufgabenkarte aufgedeckt. Das Startrecht wechselt jeweils zum linken Nachbarn des Spielers, der die vorherige Runde eröffnet hat. Nach zehn Runden endet das Spiel. Die Spieler addieren die Punkte der Spielsteine, die sie im Laufe der Partie auf den beiden Punkteleisten gesammelt haben. Die Punktwerte ergeben sich aus den jeweiligen Feldern des Tableaus. Gewinner ist der Spieler mit der höchsten Gesamtpunktzahl. Bei Gleichstand teilen sich die betreffenden Spieler den Sieg.

Veröffentlichung und Rezeption

Biddle wurde von Ralf zur Linde und Carsten Rohlfs entwickelt und erschien im Herbst 2025 bei Amigo, die grafische Gestaltung übernahm Markus Erdt. Im Folgejahr 2026 folgten Versionen auf Englisch, Tschechisch, Portugiesisch und in Fassung für Kanada auf Englisch und Französisch.

Der Spielekritiker Udo Bartsch Biddle auf Rezensionen für Millionen mit vier Sternen und dem Prädikat „solide“. Er verglich das Spiel mit dem Spiel Ninety Nine und schrieb, es sei „so unterhaltsam, dass [er] eine Partie niemals ablehnen würde“. Das Spiel sei aber auch nicht sehr speziell oder andersartig und es gäbe „mittlerweile so viele Spiele dieser Güteklasse, dass gut Gemachtes nicht mehr automatisch herausragt“. Auf brettspielblog.ch wird das Spiel als „Mischung aus Zocken und Kniffel“ bezeichnet. Der Rezensent schreibt, dass „in einer Spielrunde, die Biddle taktisch klug angeht und sich nicht ständig verlocken lässt, […] eine spannende Ausgangslage“ entsteht. Sebastian Hamers vergleicht das Spiel auf eurogamer.de ebenfalls mit dem Würfelklassiker und beschreibt es als „Würfelorgie à la Kniffel“ und eine der besten Kniffelvarianten. Er bezeichnet den Bietmechanismus als „Brandbeschleuniger für Zocker“, der für ihn das Spiel spannend für „Zockernaturen“ macht.

Belege

  1. 1 2 3 4 5 6 7 Spielanleitung Biddle, Amigo 2025, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  2. ↑ Biddle, Versionen bei BoardGameGeek. Abgerufen am 17. Oktober 2026.
  3. ↑ Udo Bartsch: Biddle. In: Rezensionen für Millionen. 19. Januar 2026, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  4. ↑ Biddle. In: brettspielblog.ch. 5. Februar 2026, abgerufen am 17. Oktober 2026.
  5. ↑ Sebastian Hamers: Biddle im Test: Ein Würfelspiel für echte Zocker wischt mit Kniffel & Co. den Boden. In: eurogamer.de. 11. Januar 2026, abgerufen am 17. Oktober 2026.