Unärsystem

Bierdeckel mit Strichliste

Ein Unärsystem ist ein Additionssystem, in dem Zahlen mithilfe eines unären Alphabets also eines Alphabets, das aus genau einem Symbol z. B. {1} besteht, dargestellt werden. Das unäre Alphabet bildet somit die Grundlage des Unärsystems, da jede Ziffer der Zahl durch die Wiederholung dieses einzigen Symbols repräsentiert wird.

Beispiele

Eins, Zwei, Drei, Vier und Fünf in unärer Schreibweise
0:
1: |
4: ||||

In Strichlisten werden die einzelnen Ziffern auch zu Gruppen zu je fünf Ziffern zusammengefasst:

7: ||||||| oder |||| ||
8: |||||||| oder |||| |||
10: |||||||||| oder |||| ||||

Praktische Anwendung

Das Unärsystem ist für einfache Zählaufgaben geeignet, da das Erhöhen einer Zahl um 1 durch einfaches Anhängen eines weiteren Symbols geschieht. Anwendung findet es z. B. beim einfachen Fingerrechnen oder als Strichliste, bei der oft zur besseren Lesbarkeit jeder fünfte Strich quer durch die vier vorherigen gezogen wird. Die entstehende Zahl ist so in Fünferblöcke gruppiert dargestellt und damit leichter überschaubar. In anderen Ländern gibt es alternative Systeme, wie im Artikel über Strichlisten ausgeführt ist.

In der Gastronomie wird es als Bierdeckelnotation verwendet, um die Anzahl der konsumierten Biere auf dem Bierdeckel des Konsumenten in Form einer Strichliste festzuhalten.

Daneben wird das Unärsystem gelegentlich in der Informatik, insbesondere in der theoretischen Informatik verwendet, z. B. als eine Möglichkeit der Darstellung von Zahlen auf dem Band einer Turingmaschine.

Im Gegensatz zu Stellenwertsystemen wie dem Dezimal- oder dem Dual-/Binärsystem ist es im Unärsystem nicht möglich, durch Setzen eines Kommas nicht-ganze Zahlen darzustellen.

Besonderheiten

Wegen einiger Besonderheiten der Darstellung von Zahlen im Unärsystem ist diese Darstellung bei einigen Betrachtungen der theoretischen Informatik von Nutzen.

Einzelnachweise

  1. ↑ Norbert Hochheimer: Das kleine QM-Lexikon: Begriffe des Qualitätsmanagements aus GLP, GCP, GMP und EN ISO 9000. John Wiley & Sons, 2011, ISBN 978-3-527-33076-8, S. 275 (google.de [abgerufen am 22. Februar 2025]).
  2. ↑ Franz Stetter: Grundbegriffe der Theoretischen Informatik. Springer-Verlag, 2013, ISBN 978-3-642-73777-0, S. 12 (google.de [abgerufen am 22. Februar 2025]).