Bietikow

Bietikow
Gemeinde Uckerfelde
Koordinaten: 53° 16′ N, 13° 56′ OKoordinaten: 53° 16′ 10″ N, 13° 56′ 22″ O
Höhe: 67 m ü. NHN
Einwohner: 200 (21. Feb. 2018)
Eingemeindung: 31. Dezember 2001
Postleitzahl: 17291
Vorwahl: 039858
Bietikow (Brandenburg)
Bietikow (Brandenburg)
Lage von Bietikow in Brandenburg

Bietikow ist ein Ortsteil der Gemeinde Uckerfelde des Amtes Gramzow im Landkreis Uckermark in Brandenburg.

Geographie

Der Ort liegt sieben Kilometer südöstlich von Prenzlau und acht Kilometer nordwestlich von Gramzow. Die Nachbarorte sind Dreesch im Nordosten, Falkenwalde und Kleinow im Osten, Weselitz im Südosten, Bertikow im Süden, Berghausen im Südwesten, Seelübbe im Westen sowie Augustenfelde und Ewaldshof im Nordwesten.

Die Gemarkung Bietikow gehört geomorphologisch zum Uckermärkischen Becken- und Hügelland, das sich nördlich der Pommerschen Endmoräne erstreckt. Die flachwellige bis kuppige Moränenlandschaft fällt im Westen zur Uckerseerinne und im Osten und Süden zum Randow- und Welsebruch hin ab. Der Boden besteht aus Geschiebemergel und Lehm der Pommerschen Phase.

Orts- und Gutsgeschichte

Die erste schriftliche Erwähnung des Ortes stammt aus dem Jahr 1214 und kann somit als eine der frühesten Nennungen für ein Dorf in der Uckermark gelten. In dieser Urkunde wurden dem Stolper Benediktinerkloster Einkünfte im Dorf verliehen und der Name des Ortes in der Schreibweise Bitcowe aufgeführt.

Im Ort bildete sich, zunächst als Nebenbesitz von Schloss Kröchlendorff, ein Gut der alten Familie von Arnim, u. a. zuerst genannt der einflussreiche Domdechant von Havelberg, Friedrich von Arnim-Kröchlendorff (1777–1845). Ihm folgte Oskar von Arnim-Kröchlendorff (1813–1903), Mitglied des Preußischen Herrenhauses und des Reichstages. Gut Bietikow blieb über einen längeren Zeitraum verpachtet.

1920 lebten 157 Einwohner im Dorf, 195 Einwohner auf dem Gut. Die Gemarkungsgröße der Ortschaft betrug 289 ha. Das Rittergut umfasste damals 637 ha. Nach einer neuen Kommunalgesetzgebung aus 1927 wurden 1928 Gut und Dorf vereint, wie überall in Brandenburg; ohne das sich an den öffentlich-rechtlichen, kirchlichen, privaten oder sonstigem Eigentum dadurch Veränderungen vollzogen. Der alte Gutsbezirk war seit dem juristitisch lediglich kein eigenständiger Ort mehr.

Vor 1930 beinhaltete das Rittergut Bietikow als Kröchlendorffer Einzelbesitz 635 ha, Verwalter Julius Schultz, Administrator Otto Delius. Das ferner zu Bietikow hinzugerechnete Rittergut Woddow bestand aus 849 ha, Pächter Otto Birckenstaedt, in Verwaltung bei A. Buchholz. Bekanntester Bietikower Gutsbesitzer wurde Detlev von Arnim-Kröchlendorff (1878–1947), der im kirchlichen Widerstand zum NS-Regime stand und zuletzt in Berlin lebte. Nach den Enteignungen durch die Bodenreform 1945/1946 musste die Familie von Arnim die Region verlassen.

Bis Anfang der 1950er Jahre gehörte die Ortschaft zum Landkreis Prenzlau, Provinz Brandenburg / Land Brandenburg.

Mit der Familie des Herbert von Arnim (1909–2002), vormals Offizier und Kaufmann, und seiner Ehefrau Anita geb. von Reitzenstein kehrte eine Nachfahre in die Heimat wieder zurück. In den 2010er Jahren betreute Anke von Arnim-von Reitzenstein und ihr Ehemann Rüdiger Müller die eigenen Flächen in Bietikow.

Galerie

Persönlichkeiten

Literatur

Commons: Bietikow – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. ↑ Amt Gramzow – Einwohnermeldeamt (Hrsg.): Einwohnerzahlen des Amtes Gramzow mit den amtsangehörigen Gemeinden. Stand: 21. Februar 2018. Gramzow 21. Februar 2018.
  2. ↑ Service.brandenburg.de/Gemeinde Uckerfelde (19861) – Ortsteile nach § 45 Kommunalverfassung – Wohnplätze. Hrsg. Ministerium des Innern und für Kommunales des Landes Brandenburg. Stand 13. März 2021.
  3. ↑ BrandenburgViewer der Landesvermessung und Geobasisinformation Brandenburg (LGB)
  4. ↑ Klaus Neitmann (Hrsg.): Historisches Ortslexikon für Brandenburg – Teil VIII – Uckermark – A–L. Klaus D. Becker, Potsdam 2012, S. 83.
  5. ↑ Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel (Uradel). 1903. Vierter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 6. September 1902, S. 62 ff.
  6. ↑ Karl Friedrich Rauer (Hrsg.): Alphabetischer Nachweis (Adressbuch) des in den Preussischen Staaten mit Rittergütern angesessenen Adels. Selbstverlag, Berlin 1857, S. 9.
  7. ↑ Direktorium (Hrsg.): Jahrbuch der Deutschen Landwirtsschafts-Gesellschaft. 1893. Band 8, Gebr. Unger (Th. Grimm), Berlin 1893, S. 51.
  8. ↑ Ernst Seyfert, Hans Wehner, Alexander Haußknecht, GF Ludwig Hofgrefe: Landwirtschaftliches Adreßbuch der Rittergüter, Güter und Höfe der Provinz Brandenburg. 1929. Verzeichnis sämtlicher Rittergüter, Güter und Höfe von ca. 20 ha aufwärts mit Angabe der Gutseigenschaft, der Gesamtfläche und des Flächeninhalts der einzelnen Kulturen. Hrsg. Mit Unterstützung von Staats- und Kommunalbehörden, sowie des Brandenburgischen Landbundes zu Berlin sowie der Kreislandbünde. In: Niekammer’s Landwirtschaftliche Güter-Adreßbücher. Band VII, 4. Auflage (Letzt-Ausgabe), Selbstverlag von Niekammer’s Adressbüchern GmbH, Leipzig 1929, S. 82-83.
  9. ↑ Gottfried Graf Finck von Finckenstein, Christoph Franke: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser. 2015. Band XXXVI, Band 158 der Gesamtreihe GHdA, Hrsg. Deutsches Adelsarchiv, C. A. Starke, Limburg an der Lahn 2015, S. 115 f.