Die Schamhaarentfernung ist die vollständige oder teilweise Entfernung der Schambehaarung im Genitalbereich. Sie wurde und wird in unterschiedlichen Kulturkreisen und zu verschiedenen Zeiten aus ästhetischen, kulturellen, religiösen oder hygienischen Gründen praktiziert.
Es gibt zwei Methoden der Körperhaarentfernung, die jedoch nicht immer streng unterschieden werden:
Schon im Altertum war es in verschiedenen Kulturen üblich, sich die Schambehaarung zu entfernen.
In den frühen Hochkulturen in Mesopotamien und Ägypten war die Entfernung von Körperhaaren bekannt. Vor 4000 bis 3000 v. Chr. wurden Haarentfernungsmittel aus Harzen, Pflanzenextrakten, Fett und Pech sowie geschliffene Steine und Muscheln zur Haarentfernung verwendet.
Im alten Ägypten gehörte ein haarloser Körper zum Schönheitsideal. Frauen und Männer der Oberschicht entfernten sich die Augenbrauen sowie die Körperbehaarung einschließlich der Schamhaare. Auf ägyptischen Grabmalereien aus der Amarna-Zeit befinden sich Darstellungen von schamhaarlosen, nur mit Schmuck bekleideten Sklavinnen. Aus Gründen ritueller Reinheit mussten Priester alle Körperhaare entfernen. Zur Haarentfernung wurden bronzene Rasiermesser, Pinzetten oder Wachspasten verwendet.
Bild rechts: In Gizeh gefundene Holzstatue aus dem Alten Reich, heute im Museum of Fine Arts, Boston. Die Details des Körpers sind bis ins kleinste Detail ausgearbeitet, angefangen beim Haupthaar bis zu den Tränenkanälen. Der Verzicht auf das Schamhaar muss demnach realistisch sein.
Im antiken Griechenland wurde die Schambehaarung durch Rupfen oder Absengen mit einer Flamme entfernt. Auch einige antike griechische Vasenmalereien zeigen nackte, bis auf das Haupthaar völlig unbehaarte Menschen. Aufzeichnungen aus der Zeit um 590 v. Chr. belegen, dass Prostituierte geschminkt und an der Scham enthaart waren. Es wurde dazu unter anderem arsenhaltiges Orpiment benutzt. Einigen Quellen deuteten, dass während der klassischen Epoche die Begründung für die Schamhaarentfernung an Frauen war, bei Männern die Scheu davor zu nehmen, andere sehen darin schlicht den Willen, die sexuelle Anziehungskraft der Frauen zu erhöhen. Es finden sich auch Darstellungen in der griechischen Kunst der Epoche, die Frauen mit Schamhaaren darstellen. Dass zumindest eine teilweise Schamhaarentfernung weit verbreitet war, wird jedoch als wahrscheinlich angesehen. Bei antiken griechischen Statuen die nackte weibliche Personen zeigen, ist davon auszugehen, dass die Haare auf der Vulva entweder mit Farbe dargestellt wurden, oder aber ein idealisiertes Bild gezegt werden sollte, welches mit der Realität nichts zu tun hatte und somit nichts mit einer möglichen Schamhaarentfernung zu tun haben. Würde eine Vulva ohne Schamhaar in der Realität gezeigt werden sollen, wäre die Schamspalte ausgearbeitet worden.
Bild rechts: Eine Hetäre mit haarloser Vulva. Attisch-rotfigurige Kylix mit einem von Epiktetos gestalteten Tondos. Um 510 v. Chr., Agora-Museum Athen (P 24131).
Im antiken Rom standen neben Rasieren auch Pechpflaster und „schmierige Harze“ zur Entfernung der Schamhaare zur Verfügung der Männer, Frauen und Prostituierten, wie aus Spottgedichten und Epigrammen des Martial hervorgeht („Während du deine Testikel enthaart und deinen Penis kahl wie den Hals eines Geiers trägst […]“).
Sehr weit verbreitet war die Depilation unter den Prostituierten. Solche ohne Schamhaar standen besonders hoch im Kurs. Der Vorgang des Depilierens war allerdings nicht sehr angenehm, da laut antiker Quellen Arsenik und Kalklauge auf das zu entfernende Schamhaar gestrichen wurden. Die Depilation erfolgte im Allgemeinen im Bad.
In der hochmittelalterlichen Buchmalerei sind unbekleidete Männer und Frauen regelmäßig ohne Körperbehaarung dargestellt. Ob und in welchem Ausmaß deren Entfernung üblich war, lässt sich daraus nicht schließen. Eine Reliefdarstellung aus dem 12. Jahrhundert, die eine Frau beim Schneiden der Schambehaarung mit einer Schere darstellt, zeigt jedoch, dass die Praxis der Schamhaarentfernung zumindest bekannt war.
Im 15./16. Jahrhundert wurden aufgrund der Hexenverfolgung verschiedene Methoden entwickelt, welche die Verdächtigen „überführen“ sollten. Für die Nadelprobe wurden den Delinquentinnen am ganzen Körper die Haare entfernt, auch die Schamhaare und Augenbrauen, um nach dem Teufelszeichen suchen zu können.
Intimhaarperücken (Merkins, pubic wigs) sind seit der frühen Neuzeit belegt und wurden verwendet, um fehlende Schambehaarung zu verdecken bzw. das Erscheinungsbild wiederherzustellen; teils werden sie auch mit dem Verbergen von Anzeichen von Krankheiten im Intimbereich, etwa Geschlechtskrankheiten, in Verbindung gebracht.
Im frühen 18. Jahrhundert galt wieder, wie schon im Mittelalter, ein glatter Intimbereich als Zeichen für Jungfräulichkeit und Hingabebereitschaft.
Muslime (Männer und Frauen) müssen sich nach den islamischen Reinlichkeitsregeln bei der Ganzkörperwaschung die Achsel- und Schamhaare entfernen.
Im trockenen Wüstenklima, wo Wasser zu kostbar zum Waschen ist, gilt eine reduzierte Schambehaarung als vorteilhaft. Auch wenn ursprünglich hygienische Gründe die Ursache der religiösen Reinlichkeitsregel waren, so entwickelte sich daraus ein Schönheitsideal, das in den islamischen Ländern, speziell im arabischen Raum und im Osmanischen Reich beziehungsweise heute der Türkei verbreitet ist. Bassano de Zara, ein im osmanischen Reich lebender Italiener, schrieb um 1530, dass dort Schamhaare verabscheut würden. Er vermutete, die Enthaarung der Schamgegend diene dazu, dass Türkinnen diesen Bereich sowie die sich daran anschließende, vier Finger breite Zone dekorativ mit Henna färbten.
In den Schriften von Usama ibn Munqidh (1095–1188) wird der Fall eines Kreuzfahrers aus dem Fränkischen Reich berichtet, der im damaligen Byzanz erstmals in einem Hammam mit der Schamhaarentfernung in Kontakt kam und dies begeistert aufnahm. Ibn Munqidh zufolge soll er die Entfernung seiner eigenen Schambehaarung verlangt haben und bekundete, diesen Brauch in seiner Heimat verbreiten zu wollen.
Traditionell wurden im arabischen Raum den Frauen einen Tag vor der Hochzeit alle Haare bis auf die Kopfhaare, Wimpern und Augenbrauen im Rahmen einer Zeremonie entfernt (teilweise ist diese Tradition noch lebendig). Der haarlose Körper galt als Symbol der Unbeflecktheit und Ergebenheit. Zur Haarentfernung benutzte man im Orient Halawa, eine warme Paste aus karamellisiertem Zucker und Zitronensaft, die in dieser Region weiterhin ein gängiges Mittel der Haarentfernung ist, oder man riss sich die Haare mittels verzwirbelter Fäden durch schnelle Bewegungen heraus.
Nach der Haarentfernung wird häufig eine als Rusma bezeichnete Paste mit Calciumoxid aufgetragen, die das Nachwachsen der Haare reduziert. Bei regelmäßiger Anwendung führt dies nach einigen Jahren zu einer dauerhaften Entfernung der Schambehaarung. Mitunter wird der enthaarte Genitalbereich mit Henna gestaltet.
Im Zusammenhang mit der Vorbereitung auf die Mikwe können Körperpflege und die Entfernung möglicher Hindernisse (Chatzitza) eine Rolle spielen. Eine eigenständige Mizwa zur Schamhaarentfernung wird in den klassischen jüdischen Rechtsquellen jedoch nicht als allgemeines Gebot formuliert.
In vielen indigenen Völkern ist die Entfernung der Scham- oder weitergehenden Körperbehaarung eine verbreitete kulturelle Tradition. In der Hochkultur der Azteken entfernten sich Frauen und Männer generell die komplette Körperbehaarung mit metallenen Pinzetten (Priester verwendeten goldene); die Schädel wurden kahlgeschoren. Bei vielen afrikanischen Ethnien ist die Haarentfernung üblich, auch in der Genitalregion. Oftmals werden die Haare durch Auszupfen epiliert. Der Vorstellung der Acholi von der Schönheit einer Frau entsprechend, werden Scham- und Achselhaare unter Verwendung heißer Asche ausgezupft. Wendy Cooper zufolge (1971), entfernten die Dodingo in Uganda die gesamte Körperbehaarung, einschließlich der Schamhaare mithilfe spezieller Harze, die aufgetragen und trocknen gelassen, anschließend die gesamte Schicht mitsamt den Haaren abgerissen und die Haut im Anschluss mit lindernden pflanzlichen Fetten behandelt wurde. Die vollständige Haarentfernung am Körper durch die älteren Frauen des Stammes gehörte allgemein zu den Vorbereitungen, die eine junge Braut vor ihrer Hochzeit durchlaufen musste. Derselbe Brauch existierte auf den Trobriand-Inseln und auch bei südamerikanischen Indianern.
Bei den Nuba in Afrika ist die Entfernung der Schambehaarung bei beiden Geschlechtern verbreitet.
Die Frauen der Huaorani in Südamerika reiben sich dazu die Stellen, an denen sie keine Haare wünschen, mit Asche ein, um die Haare anschließend leichter entfernen zu können.
Der portugiesische Geschichtsschreiber Pero Vaz de Caminha, der zusammen mit Pedro Álvares Cabral im Jahr 1500 Brasilien erreichte, berichtete, dass die Einheimischen im Intimbereich unbehaart gewesen seien. Über ihre Nacktheit schrieb er: „…suas vergonhas tão altas e tão çarradinhas e tão limpas das cabeleiras que de as nós muito bem olharmos não tínhamos nenhuma vergonha.“ („…ihre Schamteile waren so wohlgeformt und so frei von Behaarung, dass wir sie unbefangen betrachten konnten“).


In den 1920er Jahren erfuhr die Intimrasur bei Frauen innerhalb der Bohème eine gewisse Beliebtheit. Die Intimrasur galt insbesondere unter Intellektuellen und Künstlerinnen als Symbol für die emanzipierte Weiblichkeit.
Dies endete mit der Zeit des Nationalsozialismus, wobei die „deutsche Frau“ dem Ideal entsprechend volle, naturbelassene Schambehaarung zu tragen hatte. Belegbar wird dies etwa in den Gemälden von Adolf Ziegler, der sich stark im Nationalsozialismus engagierte.
In den 1968ern wurde in den deutschsprachigen Ländern Achsel-, Bein- und Schambehaarung zum Symbol der Befreiung von patriarchalen Normen. Eine im Jahr 1968 durchgeführte Befragung in Australien ergab, dass nur etwa zehn Prozent der Frauen sich die Schamhaare vollständig entfernten, jedoch war das Stutzen der Schamhaare üblich. In den 1970er und frühen 1980er Jahren, die vom Einfluss der Hippie-Bewegung und deren Hang zur Natürlichkeit geprägt waren, wurde Körperbehaarung generell aufgewertet; üppige Schambehaarung war üblich.
In den 2000er Jahren wurde durch den immer größer gewordenen Beinausschnitt der Bade- und Unterwäschemode und freizügige Fotos in der Werbung die teilweise oder vollständige Rasur der Schamhaare salonfähig. Heute (2025) ist Schamhaarentfernung bei den jungen Frauen der westlichen Welt zur normalen Schönheitspflege geworden, was Äußerungen zahlreicher Prominenter zeigen, die sich öffentlich zur Intimrasur bekennen. Erst ab den späten 1980er und 1990er Jahren setzte allmählich eine gegenläufige Entwicklung zu weniger Schamhaaren ein. Brazilian Waxing wurde 1994 in den Vereinigten Staaten eingeführt und Ende der 1990er Jahre durch Medienberichte bekannt. Im Jahr 2000 wurde Brazilian Waxing in einer Episode der beliebten HBO-Fernsehserie Sex and the City thematisiert, wobei sich eine Hauptdarstellerin einem Waxing unterzieht. Die Schamhaarentfernung wurde wiederholt in der Serie besprochen und in den breiteren Medien zunehmend als Thema behandelt. Der Trend zu immer weniger Schamhaar bis hin zu dessen vollständiger Entfernung lässt sich im Verlauf gut an Aktfotografien und erotischen Fotografien der letzten Jahrzehnte nachvollziehen.
Im September 2001 veröffentlichte der Playboy mit Fotos von Dalene Kurtis erstmals ein Playmate mit vollständig haarlosem Intimbereich, dessen Darstellung dort mittlerweile normal ist. Die zunehmende Verbreitung und leichtere Zugänglichkeit von Erotika und Pornografie seit den 1990er Jahren wird für den Trend zur Haarlosigkeit als mitverantwortlich betrachtet. Durch die damit einhergehende öffentliche Sichtbarkeit der Genitalien wird die Grundlage für gesellschaftliche Schönheitsnormen geschaffen. Auch die zunehmend liberaler gewordene Sexualmoral mit häufiger wechselnden Geschlechtspartnern führt zu einer Etablierung ästhetischer Normen für den Intimbereich.
Jedoch waren auch in der Pornografie bis in die 1980er Jahre Schamhaare mit wenigen Ausnahmen üblich. Die Autorin Susan Cokal macht die technische Entwicklung der späten 1980er Jahre für einen Wandel der Ästhetik in Pornofilmen verantwortlich: Waren pornografische Filme zuvor in Kinos oder privat mit Filmprojektoren zu sehen, konnten durch die Einführung des Videorekorders Pornos mit weniger Aufwand zuhause konsumiert werden, und die Vorspul- sowie Pausenfunktion ermöglichte einen selbstgestalteten Ablauf. Dies habe zu einem geringeren Fokus auf die Handlung eines Films und zu einer stärkeren Fixierung auf die Genitalien geführt, die nunmehr öfter und größer im Bild und somit ästhetischen Maßstäben stärker unterworfen seien.
Generell lässt sich sagen, dass eine zunehmende Akzeptanz der öffentlichen Zurschaustellung bestimmter Körperbereiche bei Frauen eine Enthaarung jener nach sich zog. Dies gilt für Achseln und Beine genauso wie für den Genitalbereich. Knapper werdende Badebekleidung sowie die starke Präsenz von Nacktheit in den Medien tragen ihren Teil dazu bei, dass sich das ästhetische Empfinden für diesen Bereich verändert und Haare als störend empfunden werden.
Im westlichen Kulturkreis war die Verbreitung der Schamhaarentfernung periodischen Schwankungen unterworfen, stellte jedoch bis in die 1990er Jahre hinein kein Massenphänomen dar. Infolge zunehmender medialer Präsenz von Nacktheit setzte sich, dem Trend zur Enthaarung von Beinen und Achseln folgend, die Schamhaarentfernung in den Vereinigten Staaten und Europa durch. Das Bekenntnis zahlreicher prominenter Frauen, im Genitalbereich „haarlos“ zu sein, trug zur Popularität bei. Wegen der Totalrasur des Genitalbereichs durch bekannte Schauspielerinnen in Hollywood wird dies auch Hollywood-Style genannt.
Bei beiden Geschlechtern nahm die Entfernung der Schambehaarung ab der Jahrtausendwende zu, während noch bis in die 1990er Jahre hinein Schamhaare als normal angesehen wurden, stellte der teilweise oder ganz enthaarte weibliche Intimbereich vor allem unter jüngeren Menschen zunehmend eine soziale Normalität dar und wurde vom Sexualpartner, insbesondere bei Frauen, vielfach erwartet. Auch werden diese Ansichten aus kommerziellen Gründen von Produzentenseite gefördert.
Anfangs auf den Bereich der Bikinizone (Bikini Cut) beschränkt, folgte bald die Mode, nur einen schmalen Streifen über den Schamlippen (Brazilian Cut) stehen zu lassen. Als Erklärung für die zunehmende Haarlosigkeit im weiblichen Schambereich sieht der sich mit dem Thema befassende Sozialwissenschaftler Elmar Brähler verstärkte Schönheitsideale für diese Körperregion:
„Speziell für den Bereich der Intimrasuren bei Frauen lässt sich sagen, dass es die ‚neue‘ Sichtbarkeit der äußeren weiblichen Genitalien ist, die dazu führt, dass sich auch hier Schönheitsnormen herausbilden: Erstmals entwickelt sich eine allgemeingültige – für weite Schichten der Bevölkerung – verbindliche Intimästhetik. Eine bis dato primär zur Privatsphäre zählende Körperregion – die Schamregion – unterliegt fortan einem Gestaltungsimperativ.“
Eine repräsentative Studie mit 2512 Teilnehmern ergab im Juli 2009, dass in der Altersgruppe von 18 bis 25 Jahren ca. 55,2 % weibliche und 22,6 % männliche Befragte ihre Schamhaare ganz oder teilweise entfernten; in den Altersgruppen ab 31 Jahren sanken diese Werte hingegen sehr stark ab. Im Durchschnitt dieser von der Universität Leipzig vorgestellten Studie wurde die Intimrasur von ca. 18,4 % der Gesamtbevölkerung durchgeführt. Eine Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung und der Universität Hamburg von 2009 befragte 160 Jugendliche im Alter von 16 bis 19 Jahren zu den Themen Körper und Sexualität. Die Studie ergab, dass sich 94 % der weiblichen und 81 % der männlichen Jugendlichen ganz oder teilweise die Schambehaarung entfernten.
Neuere Untersuchungen zeigen, dass die Entfernung der Schambehaarung in Deutschland weit verbreitet ist. Eine im April 2021 im Auftrag des Industrieverbands Körperpflege- und Waschmittel durchgeführte repräsentative Umfrage ergab, dass 66 % der befragten Frauen ihre Intimbehaarung entfernten. Unter den Personen, die eine Intimhaarentfernung praktizierten, entfernten 65 % der Frauen und 76 % der Männer die Haare vollständig. Bei jüngeren Befragten war die vollständige Haarentfernung häufiger als bei älteren. Eine 2022 vom Marktforschungsunternehmen Agemas im Auftrag des Intimpflegeunternehmens SENTOU durchgeführte Onlinebefragung von 776 Personen im Alter von 16 bis 65 Jahren ergab, dass 63 % ihre Intimbehaarung ganz oder teilweise entfernten.
Eine nicht repräsentative Onlineumfrage der deutschen Zeitschrift Glamour unter über zehntausend ihrer (zumeist jungen) Lesern ergab im Sommer 2012 auf die Frage „Rasieren Sie sich im Intimbereich?“ folgende Werte: „Ja, komplett“ 69 %, „Ja, aber nur teilweise“ 15 %, „Ja, aber nur im Sommer die Bikinizone“ 4 %, „Nur wenn ich einen Sexpartner habe“ 5 %, „Ich benutze andere Enthaarungsmethoden“ 4 % und „Nein, ich mag es natürlich“ 2 %.
Diese Entwicklung spiegelten sich auch in den Medien wie dem Playboy wider: Im Rahmen einer systematischen, sozialwissenschaftlichen Untersuchung zur Darstellung des weiblichen Genitalbereichs in den Medien wurden Fotos im (amerikanischen) Playboy untersucht. Die Analyse aller Centerfolds von 1953 bis 2007 zeigte eine deutliche Abnahme der Schambehaarung. Eine weitere Analyse in der gleichen Veröffentlichung untersuchte 185 Fotos des Playboy (Printausgabe und Website) der Jahre 2007 und 2008: dabei hatten 61,2 % der Frauen die Schamhaare vollständig entfernt, 19,5 % teilweise und 18,9 % befanden sich im natürlichen Zustand.
Das aus Brasilien stammende Brazilian Waxing setzte sich seit der Jahrtausendwende, über die Vereinigten Staaten kommend, zunehmend auch in Europa durch. Dabei wird die Schambehaarung mit Heißwachs entfernt. Auch die dauerhafte Entfernung durch Laser-, Foto- oder Nadelepilation wird populärer. Während in Deutschland weiterhin die Intimrasur das am weitesten verbreitete Verfahren darstellt, ist beispielsweise in Italien Brazilian Waxing die häufigste Methode zur Entfernung der Schamhaare.
Bei einer 2013 von dem im Gesundheitsbereich tätigen Unternehmen UK Medix durchgeführten Online-Umfrage antworteten 51 % von 1870 britischen Frauen, dass sie ihre Intimbehaarung nicht verändern oder frisieren, wobei 45 % bekannten, dass sie sich nicht mehr diesem Druck aussetzen würden und 62 %, dass ihr Partner natürliches Aussehen bevorzugen würde.
Eine britische Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov aus dem Jahr 2021 ergab, dass 52 % der Befragten gestutzte weibliche Schambehaarung bevorzugten, während 32 % auch vollständig natürliche Schambehaarung ansprechend fanden. Unter den männlichen Befragten bevorzugten 59 % gestutzte und 49 % vollständig entfernte weibliche Schambehaarung. Bei den weiblichen Befragten lagen die entsprechenden Werte für vollständig entfernte Schambehaarung bei 23 %.
Eine Untersuchung aus dem Jahr 2018 stellte fest, dass eine stärkere Entfernung der Schambehaarung bei Frauen mit einer stärkeren Orientierung an äußeren Schönheitsidealen und einer intensiveren Beschäftigung mit dem eigenen Erscheinungsbild verbunden war.

Die in den 1990er Jahren begonnene Zunahme der Schamhaarentfernung führte im angelsächsischen Kulturkreis zu einer weiten gesellschaftlichen Verbreitung, die sich seit den 2010er Jahren auf gleichbleibend hohem Niveau konsolidiert hat. Der überwiegende Teil der erwachsenen Bevölkerung in den USA beiderlei Geschlechts entfernt Schamhaare teilweise oder vollständig, wobei der Anteil bei Frauen nach wie vor etwas höher liegt: Eine Metaanalyse aus dem Jahr 2019 ergab eine Gesamtprävalenz für Schamhaarentfernung bei beiden Geschlechtern von 75 %, die Prävalenz der männlichen Bevölkerung lag bei 74,14 % und die Prävalenz in der weiblichen Bevölkerung betrug 76,32 %, eine Metaanalyse von 2024 sogar eine Prävalenz bei Frauen von 93,54 %.
Die vollständige Entfernung stellt bei Frauen in Australien die am weitesten verbreitete Form dar, bei Männern ist dies ein Trimmen oder Stutzen der Schambehaarung. Es zeigen sich in den USA Effekte von Alter und Bildungsgrad, wobei mehr jüngere Personen und solche mit einem Universitätsabschluss Schamhaarentfernung praktizieren.
Die zunehmende Verbreitung und positive Einstellung gegenüber der Schamhaarentfernung führte in den 2010er Jahren zu einer gewissen sozialen Norm hin zur Entfernung, was mitunter als eine Stigmatisierung von Schambehaarung und Konformitätsdruck wahrgenommen wurde. Auch wenn seither eine Normalisierung bezüglich unterschiedlicher Ausprägungen und Stile stattgefunden hat und auch eine volle Schambehaarung wieder Verbreitung findet, wird von den meisten Menschen in Amerika der unbehaarte Intimbereich als ästhetischer und angenehmer empfunden und häufig auch beim Sexualpartner gewünscht.
Deutlich wird die Einstellung auch, wenn man die unzähligen Gruppen zu diesem Thema in sozialen Netzwerken betrachtet, wo Mitglieder ihre eigene Haarlosigkeit als selbstverständlich darstellen oder diesbezügliche Anforderungen an den Partner oder die Allgemeinheit äußern. Insgesamt lässt sich aus der Analyse von Internet-Suchanfragen ableiten, dass das Interesse an Schamhaarentfernung in den Sommermonaten größer ist als im Rest des Jahres.
Die Verbreitung variiert stark zwischen den Altersgruppen – die Schamhaarentfernung ist bisher unter jungen Frauen weitaus stärker verbreitet. So ergab eine US-amerikanische Umfrage von den Zeitschriften Esquire und Marie Claire, dass der Anteil sich umgekehrt proportional zum Alter verhält. Während unter den 40- bis 50-jährigen Frauen 45 % ihr Schamhaar in natürlichem Zustand beließen, lag der Anteil unter den 20- bis 30-Jährigen bei lediglich 16 %. Laut einer kanadischen Studie aus dem Jahr 2010, ist es für Gynäkologen in städtischen Regionen inzwischen ungewöhnlich, bei unter 30-jährigen Frauen eine volle Schambehaarung vorzufinden.
Diese Befunde ließen sich in wissenschaftlichen Studien bestätigen. Eine 2005 in Großbritannien erstellte Studie ergab, dass sich 85,7 % der befragten Frauen die Schambehaarung ganz oder teilweise entfernen. Bei Frauen und Mädchen unter 20 Jahren lag der Anteil jedoch bei 91 %, Frauen über 50 Jahre taten dies immer noch zu 68 %. Ähnliche Ergebnisse, wenn auch etwas geringere Anteile, zeigten sich bei einer Studie in den USA im Jahr 2010. Der Anteil der Frauen, die ihre Schamhaare teilweise oder ganz entfernen, lag in der Altersgruppe 18–24 Jahre bei 87,6 %, in der Altersgruppe der über 50-Jährigen bei 48,3 % (siehe Grafik). Die Autoren führen als Erklärung für die Altersunterschiede folgende Gründe an:

In den 1990er Jahren kam der Trend zu Frisuren auf. Häufige Frisuren sind ein vertikaler Strich/Balken in der Mitte (als Irokese oder Iro, Strichcode oder französische Intimrasur bezeichnet), ein Dreieck, ein Pfeil mit der Spitze nach unten, eine Raute, ein Blitz oder andere, meistens geometrische Muster, oftmals vertikal symmetrisch.
Bei Frauen ist der vertikale Irokese dabei eine der beliebtesten Formen, da die Wirkung unabhängig von der Dichte der Schamhaare ist. Bei dieser Frisur sind meistens die Schamlippen rasiert und damit sichtbar. Der vertikale „Iro“ wird entweder gekürzt oder als kompletter Streifen bis hinunter zu den Schamlippen getragen. Flächige Formen wie Dreieck, Herz oder V sind nur bei dichter, sehr dunkler oder gegebenenfalls gefärbter Schambehaarung wirkungsvoll.
Es existieren verschiedene Verfahren zur Entfernung der Schamhaare. Im »Handlexikon der Medizin« wurde 1980 nicht streng zwischen Depilation und Epilation unterschieden. Allgemein erwähnt wurden die Galvanopunktur, Pflasterbehandlungen, Epilierzangen, Zilienpinzetten und sogenannte Epilatorien (zum Beispiel Bimsstein, Kaltwachs, Epilierpasten sowie Epiliercremes auf Basis von Sulfid, Stannit oder Thioglykolat). Zunehmend abgeraten wurde von Thallium-Anwendungen und von der radioaktiven Epilationsbestrahlung am Kopf.
Beim Trimmen der Schambehaarung wird nicht die Anzahl der Haare verkleinert, sondern ihre Länge. Das einzelne Schamhaar wird nicht vollständig entfernt, sondern nur zum Teil.
Bei der „Intimrasur“ werden die Haare mit einem Rasierer oder mit einer Schere an der Hautoberfläche abgeschnitten. Die Haarwurzel bleibt erhalten. Die rasierten Haare können sofort weiterwachsen. Dieses Verfahren ist am üblichsten und am weitesten verbreitet.
Man verwendet elektrische Epilierer oder das Brazilian Waxing.
Ein elektrischer Epilierer zieht das Haar aus dem Haarfollikel, meist einschließlich des verdickten Haarbulbus. Die eigentliche Haarwurzel im biologischen Sinn – insbesondere Haarmatrix, Haarpapille und Stammzellen des Follikels – wird dabei aber nicht dauerhaft entfernt oder zerstört. Deshalb wächst das Haar nach einigen Wochen wieder nach. Die temporäre Epilation wirkt länger als eine Rasur, ist aber keine dauerhafte Haarentfernung.
Das Brazilian Waxing entfernt das Haar durch Ausreißen aus dem Follikel, zerstört aber die haarbildenden Strukturen nicht dauerhaft. Das sichtbare knopfartige Ende eines ausgezogenen Haares ist meist der Haarbulbus beziehungsweise eine verhornte Kolbenhaarwurzel, nicht der gesamte Haarfollikel.
Bei der tatsächlichen Epilation wird das ganze Haar (lateinisch pilus) einschließlich der gesamten Haarwurzel aus der Haut entfernt (lateinisch: e- = aus, heraus) oder zerstört. Dieses so epilierte Haar ist vollständig verschwunden und kommt nie wieder.
Früher verwendete man die Epilationsbestrahlung mit Röntgenstrahlen zur temporären Epilierung der Kopf- oder Barthaare. Im Zeitraum von 16 bis 21 Tagen fielen die Haare aus; der Neuwuchs begann nach etwa acht Wochen.
Es gibt das Laserverfahren und die Elektrolyse (beziehungsweise Nadelepilation). Bei erfolgreicher Behandlung kann aus diesem Follikel kein neues Haar wachsen; die „Haarwurzel“ bleibt also nicht funktionsfähig erhalten.
Die Nadelepilation ist die „elektrische Verkochung der Haarfollikel zur dauerhaften Entfernung von Körper- und Barthaaren oder von Wimpern bei unerwünschtem Haarwuchs oder Trichiasis. Dabei wird eine dünne Sonde oder ein dünner Draht in die Haarpapille eingeführt und unter Strom gesetzt. Dadurch wird die Haarpapille erhitzt und zerstört.“
Laut einer US-amerikanischen Erhebung (2013) entfernten sich 67 % der Bevölkerung die Schamhaare mittels Rasierer, 6 % mittels Brazilian Waxing und 1–2 % haben sich die Schamhaare elektrolytisch oder lasergestützt dauerhaft entfernen lassen.
Auch spätere Erhebungen in anderen Ländern und Kulturkreisen ergaben ein ähnliches Muster: Die meisten Personen entfernen (2023) selbst bei sich die Schambehaarung, überwiegend mittels Rasur, gefolgt von Epilation; der Anteil der professionellen Haarentfernung ist im Vergleich gering.
Die unterschiedlichen Methoden gehen jeweils mit Vor- und Nachteilen einher. Die erreichbare Qualität und Glätte nach der Enthaarung und Dauer bis zum Nachwachsen der Haare unterscheiden sich wesentlich.


Im Rahmen einer bereits bestehenden Infektion mit Humanen Papillomviren kann eine Schamhaarrasur zu einer Infektion mit Feigwarzen in der zuvor nicht betroffenen Genitalregion führen.
Bei der Nassrasur besteht die Gefahr von Schnittverletzungen. Eine Folge der Intimrasur kann die Bildung von Entzündungen, Pusteln und eingewachsenen Haaren in den Folgetagen nach der Rasur sein. In Extremfällen können durch derartige Entzündungen auch Abszesse entstehen. Diese Probleme treten vor allem bei der erstmaligen Rasur auf sowie bei der Rasur nach längerer Unterbrechung. Sie reduzieren sich bei vielen Menschen von selbst bei regelmäßiger Nachrasur. Dies ist aber nicht in allen Fällen so, da entstandene Pickel durch das „Nachrasieren“ wieder geöffnet werden können und anfangen können zu bluten. Hilfreich sei auch die Anwendung von beruhigenden Substanzen (wie Lotionen oder Babypuder) oder heilfördernden Substanzen (wie Dexpanthenol) direkt nach der Rasur, da dadurch die rasierte Haut besser heilen kann und Juckreiz, Reibung sowie Pickelbildung verhindert werden können. Alkohol- und/oder zusatzstoff-haltige Öle oder Cremes können zu Jucken, Hautreizungen, Entzündungen und eingewachsenen Haaren führen. Speziell entwickelte Rasieröle, Rasierseifen und Cremes sollen das Auftreten kleiner Verletzungen und Pickel verringern. Auch können Produkte zur medizinischen Haut- und Schleimhautdesinfektion verwendet werden, beispielsweise Produkte mit dem Wirkstoff Octenidin. Diese sind rezeptfrei in Apotheken erhältlich.
Der Hauptnachteil bei allen Formen der Epilation, sei es beim Brazilian Waxing oder mit einem Epilierer, liegt in den damit einhergehenden Schmerzen. Die Schmerzempfindung kann zwischen Personen stark variieren. Sie können zwar durch Auftragen von anästhetisch wirkender Creme reduziert werden, gleichwohl wird die Prozedur von den meisten Menschen zumindest als unangenehm empfunden. Der Vorteil liegt dafür in weitaus längerer Haarlosigkeit, mit der Zeit abnehmenden Haaren und keinen Stoppeln.
Befunde aus psychologischen Studien deuten darauf hin, dass für Männer und Frauen unterschiedlich starke normative Erwartungen für die Haarentfernung vorliegen. Im Vergleich zu Frauen berichten Männer von einer geringeren Erwartungshaltung bezüglich der Schamhaarentfernung. Entsprechend wird weniger sozialer Druck empfunden, diese auch entfernen zu müssen, um als attraktiv zu gelten.
Während weibliche Schambehaarung, insbesondere unter Jugendlichen, vielfach als unhygienisch betrachtet wird, ist männliche Schambehaarung in der allgemeinen Einstellung weniger tabuisiert. Rund 70 Prozent der Männer geben an, dass ein unrasierter Intimbereich bei einer Frau kein Grund für sie wäre, keinen sexuellen Kontakt einzugehen.

Die Befunde gelten für junge Erwachsene („Undergraduate“, 19–24 Jahre), inwiefern sie auf ältere Menschen übertragbar sind, ist unklar. Studien weisen darauf hin, dass sich die Vorliebe für Körperhaare im Alter ändern kann (so zeigen alte Frauen (nach den Wechseljahren) eine Präferenz für männliche Körperbehaarung, jüngere Frauen hingegen für Haarlosigkeit).
Einer Umfrage der Männer- und Lifestylezeitschrift GQ aus dem Jahr 2005 zufolge bevorzugen 46 % der Männer bei Frauen einen haarlosen Genitalbereich, 29 % bevorzugen einen schmalen Strich (Landing Strip) und 11 % ein Dreieck auf dem Venushügel. Individuelle Muster werden von 6 % der Männer geschätzt und 8 % mögen natürliche Schambehaarung. Umgekehrt mögen 70 % der Frauen einen vollständig enthaarten Intimbereich, 27 % bevorzugen gestutzt und nur 3 % mögen natürliche Schambehaarung.
Laut einer Umfrage von Jolie-Lesern im Jahr 2010, bevorzugen 65 Prozent einen vollständig haarlosen weiblichen Intimbereich, unrasierte Schamhaare werden von 75 Prozent der Befragten „komplett abgelehnt“. Im Rahmen einer 2011 von TNS Infratest unter 4100 Deutschen durchgeführten Umfrage im Auftrag der Drogeriekette Schlecker ging hervor, dass 50 Prozent der Frauen bei Männern einen haarfreien Intimbereich wünschen, 83 Prozent der Männer lehnen Schamhaare bei Frauen ab.
In einer 2014 durchgeführten Erhebung wurden über 1000 männliche und weibliche US-amerikanische Studenten aus dem Mittleren Westen befragt, wie sie die Schambehaarung beim jeweiligen Geschlechtspartner bevorzugen. Während Männer eine starke Präferenz für eine vollständig entfernte Schambehaarung zeigten, war das Verhältnis bei Frauen ausgeglichener (siehe Grafik).

Die Schamhaare werden überwiegend aus ästhetischen Gründen entfernt, das heißt, um eigenen oder fremden Schönheitsvorstellungen zu entsprechen. Viele Frauen geben an, sich ohne Schambehaarung femininer und attraktiver zu fühlen. Auch Hygiene und Sauberkeit wird mit der Schamhaarentfernung verbunden: obwohl keine objektive, medizinische Notwendigkeit für eine Entfernung der Schambehaarung vorliegt, werden Schamhaare vielfach subjektiv als unhygienisch empfunden. Auch gesellschaftliche und soziale Normen spielen als Motiv eine Rolle.
In einer wissenschaftlichen Erhebung in Australien unter dem Titel: „Why are Australian women choosing permanent pubic hair removal?“ wurden Frauen nach ihren Gründen für die Enthaarung befragt. Dabei gaben 75 Prozent ästhetische Gründe an, 71 Prozent sahen hygienische Vorteile und 17 Prozent nannten kulturelle Gründe. Auch auf die Sexualität fanden sich positive Einflüsse: 60 Prozent spürten ohne Schamhaare mehr beim Sex. Als möglicher Grund wird der direktere Hautkontakt ohne Schamhaare gesehen.
Die bei der Schamhaarentfernung zurückbleibende glatte, haarlose Haut wird mitunter als angenehm beziehungsweise auch als erotisch angesehen. Daneben wird oft angegeben, dass das Gefühl beim Geschlechtsverkehr, besonders beim Oralverkehr, ohne Intimbehaarung angenehmer sei. Es kann auch das Rasieren an sich durch den Partner als erotisch empfunden werden. In einer Befragung unter sexuell aktiven amerikanischen Frauen korrelierte die teilweise oder vollständige Entfernung mit einem positiveren genitalen Selbstbild und erfüllterer Sexualität. Auf einen Zusammenhang zwischen der Intimrasur und dem Körpergefühl beim Geschlechtsverkehr deutet die Korrelation mit sexueller Aktivität hin: ein glatter Intimbereich wird vom Sexualpartner als angenehmer erlebt und es besteht ein positiver Zusammenhang zwischen der Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs und der Schamhaarentfernung.
In der Presse und in Frauenzeitschriften wurde Mitte der 2010er Jahre über einen Trend berichtet, nach dem Schamhaar wieder als ästhetisch oder zumindest akzeptabel galt.
Vor allem Frauen wehrten sich gegen den sozialen Druck, in jedem noch so intimen Bereich ihres Lebens einem gesellschaftlichen Ideal entsprechen zu müssen.
In sozialen Medien wie Instagram wurde Protest laut, als ein Bild gelöscht worden war, das eine Frau von sich eingestellt hatte. Die Verantwortlichen hatten dies damit begründet, dass in der Bikinizone Schamhaare sichtbar gewesen seien. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung, vor allem Männer, ist indifferent und möchte sich selbst nicht den Mühen einer Haarentfernung unterziehen. Körper- und Schambehaarung werden unterschiedlich bewertet: Während manche Haarlosigkeit als Schönheitsideal sehen, betrachten andere Schambehaarung als natürlichen oder attraktiven Bestandteil des Körpers.
Während vollständig rasierte Genitalien bis in die 1980er Jahre vor allem in der Fetischpornografie dargestellt wurden, verbreiteten sich in der späteren Mainstream-Pornografie Darstellungen mit ganz oder teilweise enthaartem Genitalbereich zunehmend. Eine 2022 veröffentlichte Studie im Journal of Sexual Medicine analysierte die Darstellung von Schambehaarung in häufig angesehenen Pornovideos und stellte fest, dass eine vollständige Rasur am häufigsten vorkam, während natürliche oder getrimmte Behaarung seltener dargestellt wurde.

Nachdem schon in den 1980er und 90er Jahren die weibliche Bein- und Achselbehaarung eine gesellschaftliche Missbilligung erfahren hat, vollzog sich zum Ende der 2000er Jahre bezüglich der Schambehaarung ein ähnlicher Prozess. Schamhaare werden vor allem von vielen jüngeren Menschen als eklig, unhygienisch und störend empfunden. Als beispielsweise bei einer Unterwäsche-Kampagne der Modemarke American Apparel Schamhaare zu sehen waren, wurde dies als „provokant“ gewertet:
„Nicht die Freizügigkeit der Kampagne provozierte das große Medienecho, sondern die Tatsache, dass das Model Schamhaare hat. Die Norm der Haarlosigkeit ist inzwischen so weit durchgesetzt, dass Haare an Frauenkörpern zu Empörung, Ekel und Ablehnung führen.“
Auf einen ähnlichen Schockeffekt zielte die Tierrechtsorganisation PETA in einer Kampagne mit Joanna Krupa ab, in der diese mit künstlichen, aus der Bikinihose wuchernden Schamhaaren dargestellt wurde. Die Botschaft dazu lautete, dass „Pelz“ unattraktiv macht („fur trim: unattractive“). Die Kampagne wurde dafür kritisiert, die Stigmatisierung von Schambehaarung für ihre Zwecke auszunutzen:
„Das ist kein ‚lustiger‘ Weg, die Aufmerksamkeit auf die Pelzindustrie zu lenken. Es ist ein Weg, die Aufmerksamkeit auf PETAs Idiotie zu lenken, indem man Schamhaare dem Tierfell gleichsetzt und es ‚unattraktiv‘ nennt, das ist alles. Niemand, der diese Anzeige sieht, wird sagen: ‚Oh mein Gott, ich mache jede Woche Brazilian Waxing und ich möchte definitiv, dass meine Garderobe das widerspiegelt, also sollte ich aufhören, Hasenpelz zu tragen!‘“
Wenn auch für Frauen diese Norm stärker ausgeprägt ist, gilt es auch unter Männern zunehmend als gepflegter, sich die Schamhaare zu entfernen. In einer Umfrage von 2011 gaben über die Hälfte aller Männer und Frauen zwischen 20 und 35 Jahren an, sie würden davon ausgehen, dass mögliche Sexualpartner einen enthaarten Intimbereich erwarten. In einer wissenschaftlichen Studie zeigten Männer eine klare Präferenz für unbehaarte Frauen, Frauen mit Körperbehaarung wurden nicht nur als unattraktiver, sondern auch als weniger intelligent, unhygienisch und ungesellig angesehen. Mitunter wird eine vornehmlich „US-amerikanische Angst vor behaarten Frauenkörpern“ postuliert, für die entweder Homophobie oder die übertriebene Angst vor Krankheitserregern verantwortlich sei. Mitunter werden abwertende Kommentare von Sexualpartnern oder kritische Blicke, beispielsweise in der Sauna, als Auslöser angegeben, die zur Entfernung der Schambehaarung führten.
Manche Feministinnen äußern, die Entfernung von Körperbehaarung bei Frauen stelle eine Unterwerfung der Frauen gegenüber männlichen Wünschen und Erwartungen dar und sei ein Ausdruck der zunehmenden Sexualisierung und Pornografisierung der Gesellschaft. Es wird behauptet, die Schamhaarentfernung diene dazu, die sexuelle Handlungsfähigkeit von Frauen zu kontrollieren, sie sei nicht von den Frauen selbst gewünscht, sondern eine Übernahme patriarchalisch-chauvinistischer Zwänge. In diesem Zusammenhang wird von einigen Personen auch kritisiert, dass die Genitalien vorpubertärer Kinder nachgeahmt würden.
Innerhalb des Sex-positiven Feminismus wird Schamhaarentfernung teilweise als Ausdruck individueller Selbstbestimmung und körperlicher Autonomie verstanden.
Unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen wird die Schamhaarentfernung nahezu selbstverständlich praktiziert, sie gilt als eine „Körpernorm“. Laut Hans Wolff, Professor für Dermatologie und Leiter der Haarsprechstunde an der Universität München, würden sich inzwischen nahezu alle Mädchen vollständig die Schamhaare entfernen, unter den Jungen tue dies rund die Hälfte. In einer qualitativen Interviewstudie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, die 2011 mit Jugendlichen zwischen 16 und 19 Jahren durchgeführt wurde, gaben sogar 81 Prozent der männlichen und 94 Prozent der weiblichen Jugendlichen an, sich ganz oder teilweise die Schamhaare zu entfernen: Da viele Jugendliche mitunter seit Anbeginn des Wachstums die Haare entfernen, sind ihnen Schamhaare völlig unbekannt.
„Intimrasur ist für Jugendliche beider Geschlechter zu einem Standard der Körperpflege geworden. Fast jede/r führt sie durch, und dies wird nur von sehr wenigen kritisch hinterfragt. Viele gehen davon aus, dass es von anderen erwartet wird, und geben an, es selber hygienischer, hübscher oder praktischer zu finden.“
Mit zunehmender Selbstverständlichkeit der Schamhaarentfernung, auch und gerade unter Jugendlichen, kann es auch zu Gruppenzwang bezüglich der Anpassung an das Schönheitsideal kommen. Laut der Beratungsstelle für Sexualpädagogik Pro Familia wird insbesondere bei Mädchen Intimrasur zu „einem gefühlten Muss“. Insbesondere bei Mädchen können Schamhaare zu Spott und sozialer Ausgrenzung führen. So sind laut Pro Familia typische Aussagen Jugendlicher:
„Schamhaare sind eklig, die sind doch total unappetitlich“ oder „Unrasiert bleiben geht gar nicht. Gerade im Intimbereich. Für die allermeisten ist es eine Sauberkeitsfrage. Alles andere ist unhygienisch.“
Dies kann bis hin zu Spott, Hänseleien und Ausgrenzung führen, so dass in jenen Fällen die Freiwilligkeit der Enthaarung fraglich ist. Allerdings trifft diese Kritik auch auf die Achsel- und Beinrasur beziehungsweise auf jegliche Form sozialer Konventionen zu.
2013 geriet eine Werbeaktion der Kosmetikkette Wax in the City für vergünstigtes Brazilian Waxing für 12- bis 17-Jährige in die Kritik.
Der Trend zur Schamhaarentfernung machte den Weg frei zu weiteren Körper-Moden, wie das Intim-Piercing und die Schamlippenverkleinerung.
Nicht selten stehen die inneren Schamlippen über die äußeren hervor, was von manchen Menschen mitunter als unästhetisch empfunden wird. Durch die Schamhaarentfernung ist dies deutlich sichtbar, was einen Trend zur chirurgischen Schamlippenverkleinerung bewirkt. Diese Entwicklung wird durchaus kritisch bewertet.
Die Schamhaarentfernung war ein Verfahren zur Vorbeugung und zur Behandlung eines Befalls mit Filzläusen (Pthirus pubis, Phthirus pubis, Phthirius inguinalis oder Pediculus pubis).
Der Befall mit Filzläusen (anderer Name: Schamläuse) hieß früher Läusesucht oder allgemein (aber fälschlich) Krätze, „da im Filze der Schamhaare“ ihr Aufenthalt sei.
Ein Befall mit Läusen aller Art heißt heute Pediculose, der mit Filzläusen Pediculosis pubis oder Phthiriasis und wird seit 1977 mit permithrinhaltigen Shampoos behandelt.