Bilge Karasu (geb. 9. Januar 1930 in Istanbul; gest. 13. Juli 1995 in Ankara) war ein türkischer Schriftsteller und Übersetzer. Er gilt als einer der wichtigsten Vertreter der türkischen Postmoderne.
Karasu wurde 1930 in Istanbul geboren. Sein Vater war Teil der Istanbuler jüdischen Gemeinschaft, seine Mutter war Roma und griechisch-orthodox. Er wuchs im Istanbuler Stadtteil Beyoğlu auf. In der Kindheit zog seine Mutter, mit der er aufwuchs, nach Ankara. Karasu identifizierte sich als homosexuell.
Karasu studierte Philosophie an der Universität Istanbul und arbeitete in der Auslandsabteilung von Radio Ankara. Ab 1950 veröffentlichte er Gedichte in Literaturzeitschriften. 1963 erschien mit Troya’da Ölüm Vardı sein erster Erzählband.
In den 1950er und 1960er Jahren machte er sich als Übersetzer von Georges Simenon, William Faulkner, Jean Cocteau und anderen einen Namen. Er übersetzte unter anderem aus dem Englischen, Französischen und Italienischen.
Von 1974 bis zu seinem Tod lehrte er Philosophie an der Hacettepe-Universität in Ankara und war in dieser Zeit einer der wenigen Sprachphilosophen der Türkei.
Karasu starb 1995 an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Karasu fokussierte sich in seinen Werken auf Eskapismus von modernen Individuen. Homosexualität ist ein Leitmotiv seines Werkes.
Einige seiner Werke, darunter Der Garten entschwundener Katzen, lassen sich dem Magischen Realismus zuordnen.
Karasu gewann folgende Auszeichnungen:
Auf Deutsch sind von Karasu 2001 bzw. 2002 zwei Werke im Literaturca Verlag erschienen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Karasu, Bilge |
| KURZBESCHREIBUNG | türkischer Schriftsteller, Übersetzer und Sprachphilosoph |
| GEBURTSDATUM | 9. Januar 1930 |
| GEBURTSORT | Istanbul, Türkei |
| STERBEDATUM | 13. Juli 1995 |
| STERBEORT | Ankara, Türkei |