Plant-for-the-Planet

Plant-for-the-Planet Foundation
Logo der Stiftung
Rechtsform rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts
Bestehen seit 2011
Stifter Frithjof Finkbeiner und Felix Finkbeiner
Sitz Uffing am Staffelsee,
Deutschland Deutschland
Zweck Klimaschutz und Klimabildung
Vorsitz Bonnie Waring
(Vorsitzende des Stiftungsrats)
Jens Waltermann
(Vorsitzender des Vorstands)
Stiftungskapital 1.723.740 € (2024)
Bilanzsumme 12.166.382 € (2024)
Website plant-for-the-planet.org

Plant-for-the-Planet (deutsch: „Für den Planeten pflanzen“) ist eine international tätige, gemeinnützige Stiftung mit Sitz in Uffing am Staffelsee und Büro in Tutzing. Sie engagiert sich in den Bereichen Klimaschutz und Klimabildung.

Die Stiftung wurde 2011 gegründet und geht auf eine Initiative von Felix Finkbeiner zurück. 2011 übernahm die Organisation während der UN-Klimakonferenz in Durban die Verantwortung für die Billion Tree Campaign, das weltweite Baumpflanzprogramm des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP). Ein operativer Schwerpunkt der Aktivitäten liegt auf der Halbinsel Yucatán in Mexiko, wo die Organisation auf eigenen Flächen großflächige Renaturierungsprojekte durchführt.

Plant-for-the-Planet wurde mehrfach ausgezeichnet, es gibt aber Kritik an der Effektivität der Aktivitäten. Nach Recherchen der Magazine Zeit und Stern wurden dem Projekt in den Jahren 2020 und 2021 beträchtliche Intransparenz und undurchsichtige Verbindungen zu einer Firma in Mexiko vorgeworfen. Demnach seien weder die versprochenen Bäume gepflanzt noch Gebiete bewaldet worden, für die Plant-for-the-Planet Genehmigungen besaß oder die überhaupt einer Pflanzung bedurften.

Geschichte

Vorgeschichte: UNEP-Kampagne

Die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai machte sich in ihrer Heimat Kenia einen Namen, als sie das sogenannte „Green Belt Movement“ anstieß. Sie rief 2006 zur „Billion Tree Campaign“ („Die Milliarden-Bäume-Kampagne“) auf, um Menschen in aller Welt dazu zu bewegen, die kenianischen Pflanzaktionen nachzuahmen. Infolgedessen startete im Januar 2007 das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) die Kampagne Plant for the Planet: Billion Tree Campaign. Als Schirmherr der Kampagne trat Fürst Albert II. von Monaco auf.

Der damals neunjährige Felix Finkbeiner hielt 2007 als Grundschüler ein Referat über die Gefahren der Erderwärmung. Er entwarf zunächst die Idee einer Schülerinitiative mit dem Ziel, in jedem Land der Welt eine Million Bäume zu pflanzen. Sein Vater Frithjof Finkbeiner, Gründer der Global Marshall Plan Foundation, organisierte zur Unterstützung seines Sohnes im März 2007 eine Webseite, um die geplanten Aktionen zu koordinieren. Er stellte zudem nach eigenen Angaben 1 Million Flyer zur Verfügung; am 22. März 2007 begann an der Munich International School in Starnberg-Buchhof eine Aktion, bei der die Schüler diese Flyer verpackten und an 7000 Schulen verschickten, um die UNEP-Kampagne bekannt zu machen. Am 28. März 2007 wurde ein Baum bei der Schule gepflanzt und die Aktion beworben. Ein Online-Tool der Webseite diente zur Verwaltung von Spenden, Baumpatenschaften und Meldung von Pflanzaktionen. Die Schülerinitiative gewann weitere Unterstützer, darunter den Club of Rome sowie das UN-Programm selbst. Der ehemalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer übernahm die Schirmherrschaft, ebenso Albert von Monaco.

Botschafter für Klimagerechtigkeit von Plant-for-the-Planet bei einer Baumpflanzaktion während des Klimagipfels in Cancún, Mexiko (2010)

Am 21. September 2009 gab die UNEP auf einer Pressekonferenz in New York bekannt, dass die Kampagne das inzwischen auf sieben Milliarden Bäume angehobene Ziel erreicht habe. Unter den Beispielen für Beteiligte nannte sie die Initiative des elfjährigen Finkbeiner, die bis Dezember 2009 eine Million Bäume pflanzen wollte und zu diesem Zeitpunkt etwa die Hälfte erreicht hatte.

Unterdessen gab UNEP-Direktor Achim Steiner an, dass das selbstgesteckte Ziel, eine Milliarde Bäume zu pflanzen, bereits längst übertroffen sei, und man sich neue Ziele stecken müsse. Ausschlaggebend zur Zielerreichung sei das Engagement Chinas gewesen, wo staatlicherseits 2,6 Milliarden Bäume angepflanzt worden seien.

Am 8. Oktober 2010 erhielt die Kampagne „Stop talking. Start planting.“, die die Hamburger Werbeagentur Leagas Delaney für Plant-for-the-Planet entwickelt hatte, einen goldenen EFFIE in der Kategorie Social National/International. Der Preis wird jährlich in 15 Kategorien verliehen, um gemeinnützige Vereine und Initiativen und deren effiziente Social Marketing-Kommunikation zu honorieren.

Bei der Eröffnung des Internationalen Jahrs der Wälder am 2. Februar 2011 sprachen vor der UN-Generalversammlung in New York neben deren Präsidenten Joseph Deiss auch Maathai und der inzwischen 13-jährige Finkbeiner. Finkbeiner hielt Deiss dabei symbolisch den Mund zu, warb mit dem Slogan „Stop talking. Start planting.“ für seine Initiative und rief dazu auf, gemeinsam tausend Milliarden Bäume zu pflanzen.

Gründung der Stiftung

Felix Finkbeiner setzte sich anschließend weiter für Umweltschutz und Baumpflanzungen ein. Die Plant-for-the-Planet Foundation wurde 2011 in Bayern gegründet, und bekam im selben Jahr von der UNEP offiziell die Verantwortung zur Fortführung der Billion Tree Campaign übertragen, da die Kampagne nicht unbegrenzt von der UNEP fortgeführt werden konnte und alternativ beendet worden wäre. Auch die Schirmherren der bisherigen UNEP-Kampagne unterstützten diese neue Aufgabenverteilung. Plant-for-the-Planet erhielt dabei auch den Baumzähler von der UNEP, der damals laut Medienberichten bereits zwölf Milliarden Bäume registriert hatte. Da Eintragungen von mehr als 10.000 Bäumen nicht verifiziert werden konnten und es daher zu Falschmeldungen von unbekannten Ausmaßen gekommen war, gibt die Stiftung mittlerweile an, diesen Baumzähler seit 2015 nicht mehr zu bewerben und sich auch von der Zahl „12 Milliarden Bäume“ distanziert zu haben. 2011 konnten auch bereits Unternehmen als Förderer gewonnen werden, so wurden Toyota, Hess Natur und die Deutsche Post DHL genannt.

Mit steigender Anzahl der Unterstützer legte Plant-for-the-Planet einen Fokus auf den Bildungsbereich. Ziel des entwickelten Programms wurde die Sensibilisierung von Kindern und Jugendlichen für den Klimaschutz sowie deren Aktivierung und Qualifizierung im Bereich der Klimagerechtigkeit.

In den Jahren nach der Gründung begann die Stiftung mit der Tätigkeit als Koordinatorin und Vermittlerin von Baumpflanzungen. Diese wurden bis 2014 ausschließlich bei externen Renaturierungsorganisationen beauftragt. 2015 begann das stiftungseigene Engagement in Mexiko, wo 2007 zu Pflanzungszwecken der Verein Plant-for-the-Planet AC, Mexiko gegründet worden war. Mit finanziellen Mitteln von Plant-for-the-Planet begann diese mexikanische Schwesterorganisation ein Wiederaufforstungsprojekt in Yucatán. Dies war Stand 2021 das einzige von der Stiftung selbst betreute Renaturierungsprojekt, dort wurden bis Mai 2021 6,3 Millionen Bäume gepflanzt.

Weiterer Ausbau der Stiftungsarbeit

Am 28. September 2019 veröffentlichte die Stiftung beim „Global Landscape Forum“ in New York City eine App, die allen offen steht, die sich für das Pflanzen von Bäumen und den Waldschutz engagieren.

Jakob Blasel gab im April 2019 in einem Interview mit dem Spiegel bekannt, dass die finanzielle Abwicklung des deutschen Zweiges der „Fridays for Future“-Bewegung (FFFD) durch die Stiftung Plant-for-the-Planet erfolgt, welche die Kontoführung und Abwicklung von Geldgeschäften für FFFD übernimmt. FFFD wolle keine riesigen bürokratischen Strukturen aufbauen. Infolge der negativen Berichterstattung im Dezember 2020 nahm FFFD den Namen der Organisation von ihrer Website und ersetzte ihn durch „eine bekannte NGO“, welche die Finanzmittel verwalte. Bereits mit der Übernahme des vorübergehenden Treuhandkonto-Services im Jahr 2019 hatte Plant-for-the-Planet FFFD dabei beraten, eine eigene gemeinnützige Organisation zu errichten. Plant-for-the-Planet bat FFFD 2020 um die Schließung des Treuhand-Kontos.

Es konnten auch weitere Partner gewonnen werden: das Handelsblatt listete 2021 rückblickend SAP, Procter & Gamble, Hochland, die Bitburger und Develey auf.

Außerhalb von Mexiko gab es in einer Reihe von Ländern Baumpflanzungen, die von Plant-for-the-Planet initiiert und von externen Baumpflanzern umgesetzt wurden, so beispielsweise in Malaysia, auf den Philippinen, Namibia und Costa Rica. Bis Anfang 2023 hatte Plant-for-the-Planet weltweit für mehr als 15 Millionen Baumpflanzungen gesorgt.

Daneben entstanden Projekte in Spanien und Ghana. Die Stadt Granada vereinbarte mit Plant-for-the-Planet die Wiederaufforstung von Flächen im Rahmen ihres Projekts „Anillo Verde“ („Grüner Ring“), das für den Zeitraum 2020 bis 2031 angelegt ist. In Andalusien koordiniert Plant-for-the-Planet außerdem das Projekt „Doñana Renace“, das die Wiederaufforstung der im Sommer 2017 bei einem Waldbrand zerstörten Flächen im Naturraum von Doñana zum Ziel hat. Von den bis Anfang 2026 in der Gemeinde Moguer gepflanzten rund 1,1 Millionen Bäumen wurden rund 630.000 über eine Vereinbarung mit Plant-for-the-Planet bereitgestellt. Im Juli 2021 startete Plant-for-the-Planet Ghana in Banpewa im Bole-Distrikt ein Aufforstungsprojekt in der nördlichen Savannenzone Ghanas.

Organisationsstruktur

Rechtsform und Zweck

Die Plant-for-the-Planet Foundation ist eine rechtsfähige Stiftung des bürgerlichen Rechts mit Sitz in Uffing am Staffelsee. Ihr Büro befindet sich in Tutzing. Sie verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke, insbesondere auf dem Gebiet der Förderung des Naturschutzes und der Landschaftspflege mit dem Ziel des Klimaschutzes. Die Stiftung realisiert ihren Stiftungszweck vorwiegend durch die Unterstützung von „Baumpflanzaktionen“, Bildungsveranstaltungen für Kinder und Jugendliche, politische Arbeit und die Bereitstellung einer Spendenplattform und von Softwareanwendungen zu Waldrenaturierung und Baumschutz.

Führungsgremien

Wesentliche Organe der Plant-for-the-Planet Foundation sind der Stiftungsrat und der Stiftungsvorstand. Der Stiftungsrat bestimmt die Strategie der Stiftung, überwacht den Haushalt und ernennt den Vorstand. Der Stiftungsvorstand vertritt die Plant-for-the-Planet Foundation rechtlich und trägt die Gesamtverantwortung für ihre operative Arbeit und Ausrichtung.

Einnahmen und Ausgaben

Die Plant-for-the-Planet Foundation finanziert sich im Wesentlichen aus Spenden von Unternehmen, mit denen eine dauerhafte Zusammenarbeit vereinbart wurde, und Privatpersonen. Im Jahr 2024 flossen der Stiftung Mittel in Höhe von 5,08 Millionen Euro zu. Die Ausgaben beliefen sich auf 4,33 Millionen Euro. Der größte Teil (73 %) wurde für die Projekt-, Bildungs- und Kampagnenarbeit verwendet.

Eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Stiftung ist die Plant-for-the-Planet Service GmbH. Sie vertreibt unter anderem „Die Gute Schokolade“ über den Einzelhandel.

Die Stiftung richtet sich nach den Vorgaben der Initiative Transparente Zivilgesellschaft.

Stiftungsarbeit

Kampagnen und Aktionen

Deutschlandweite Anzeigenkampagne

Im Frühjahr 2021 startete Plant-for-the-Planet eine deutschlandweite Printkampagne mit prominenten Gesichtern der TV-Branche, wie Willi Weitzel, Inka Schneider und Hannes Jaenicke. Die Kampagne wurde von der Kritik durch die Zeit und den Stern, im Mai 2021, überlagert.

Wiederbewaldungsprojekt in Mexiko

Für einen Euro garantiert Plant-for-the-Planet die Pflanzung eines Baumes im eigenen Projekt auf der Yucatán-Halbinsel in Mexiko. Die Aufforstungen werden nach eigenen Angaben durch Wirtschaftsprüfer testiert und sind auf der Homepage für alle einsehbar. Dieses Projekt dient auch in Verbindung mit wissenschaftlichen Forschungen als Blaupause für die von Plant-for-the-Planet registrierten Partner-Projekte wie etwa Plant-for-the-Planet Ghana sowie Plant-for-the-Planet Äthiopien.

Nach Angaben der Organisation wurden auf ihrer Fläche von 20.000 Hektar im Zeitraum 2015 bis 2020 6,3 Millionen Bäume gepflanzt. An der Aufforstung sind 124 Mitarbeiter beteiligt, darunter u. a. Pflanzpersonal, Baumschultechniker, Ökologen, Forst-Ingenieure und Mechaniker.

Seit Januar 2020 wird in Zusammenarbeit mit der ETH Zürich und dem Imperial College London eine 90 Hektar große Forschungsfläche betrieben. Im Februar 2022 kündigte Plant-for-the-Planet in Constitución im Bundesstaat Campeche den Bau eines Ausbildungs- und Forschungszentrums für Renaturierung auf 39 Hektar an. Als künftige Kooperationspartner wurden das staatliche mexikanische Agrar- und Forstforschungsinstitut INIFAP, die Universidad Autónoma Chapingo, die ETH Zürich und das Imperial College London genannt.

Plant-for-the-Planet-Akademien

In eigenen Akademien bilden Kinder andere Kinder zu Botschaftern für Klimagerechtigkeit aus. Dort sollen sie entsprechende Fakten und Darstellungsmöglichkeiten erlernen. Als Botschafter für Klimagerechtigkeit sollen sie dann die Idee des Bäumepflanzens und das Ziel Klimagerechtigkeit in ihre Schulen und zu ihren Freunden und Bekannten tragen.

Die Stiftung soll in weiterer Zusammenarbeit mit den Partnern die Arbeit und Aktivitäten der Kinder koordinieren und somit die Global Marshall Plan Foundation, die bisher das Sekretariat übernahm, ablösen.

Politisches Engagement

Seit 2025 engagiert sich die Stiftung verstärkt in der politischen Interessenvertretung für den Schutz von Regenwäldern in der Klimapolitik. Ein zentrales Projekt ist der Tropenwaldfonds TFFF (Tropical Forests Forever Facility). Plant-for-the-Planet betreibt die Plattform TFFF Watch, die Investitionen in die TFFF nachverfolgt und mögliche zukünftige Auszahlungen aus dem Fonds berechnet.

Im Rahmen der COP 30 forderte eine NGO-Koalition unter Beteiligung von Plant-for-the-Planet die Deutsche Bundesregierung zur Unterstützung des Fonds auf, woraufhin eine Zusage über eine Milliarde Euro über zehn Jahre erfolgte.

Kooperationen

Zusammenarbeit mit Crowther Lab

2013 bat Plant-for-the-Planet Tom Crowther, zu dieser Zeit Postdoc in Ökologie an der Yale-Universität, eine Studie über den Baumbestand der Erde anzufertigen. Ziel war, zu überprüfen, wie viele Bäume es auf der Erde bereits gab und wie viele zusätzlich noch Platz hätten. Am 2. September 2015 publizierte Crowther die Ergebnisse der Studie in der Fachzeitschrift „Nature“.

Die Studie zeigte, dass es auf der Erde einmal rund sechs Billionen Bäume gab, von denen noch rund drei Billionen übrig sind. Nach seinen Schätzungen wäre noch Platz für rund 1,2 Billionen (englisch: 1.2 trillion) Bäume. Damit sah Felix Finkbeiner das Ziel der „Trillion Tree Campaign“, welches er in seiner UN-Rede ausgerufen hatte, auch wissenschaftlich bestätigt. Plant-for-the-Planet beantragte daraufhin 2016 Forschungsgelder beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), die zur Einrichtung eines unabhängigen Lehrstuhls unter Leitung von Tom Crowther verwendet werden sollten, um die begonnenen Studien fortsetzen zu können. Das BMZ genehmigte den 2016 gestellten Förderantrag für eine „Globale Forschungsgruppe für Klimagerechtigkeit“ mit einer Laufzeit von drei Jahren, die 2017 in der Gründung des Crowther Lab mündete. 2019 zeigten Tom Crowther und sein Team in einer Folgestudie auf, wo auf der Welt Wälder wiederhergestellt werden könnten und welchen Wirkungsgrad dies auf die Klimakrise haben könnte. Die Studie wurde bei der Bundespressekonferenz unter Anwesenheit des Bundesministers für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gerd Müller, vorgestellt.

UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen

Plant-for-the-Planet ist Supporting Partner der „UN-Dekade für die Wiederherstellung von Ökosystemen“ (UN Decade On Ecosystem Restoration 2021–2030), die am 5. Juni 2021 mit dem Ziel, die Gesellschaft für Umweltthemen stärker zu sensibilisieren, startete.

Auszeichnungen

Kritik

Intransparenz bei Pflanzzahlen

Anfang 2019 hinterfragte die Zeit in einem Beitrag die veröffentlichten Pflanzzahlen – angeblich 15 Milliarden Bäume – und die Methoden zu deren Ermittlung. Bemängelt wurde, dass die Bäume aus der offiziellen UNEP-„Billion Tree Campaign“ automatisch erfasst und nicht rückwirkend überprüft wurden. An den von der UNEP gelaunchten „Baumzähler“ konnten selbst Privatpersonen beliebig viele gepflanzte Bäume melden. Nach Anfragen der Zeitung entfernte die Stiftung Einträge im Umfang von rund 1,4 Milliarden Bäumen aus dem Zähler, etwa neun Prozent aller registrierten Pflanzungen. Sie erklärte, die zweifelhaften Einträge stammten teils aus der Zeit der UNEP, teils aus der Zeit nach der Übergabe, aber vor Einführung eines Prüfmechanismus.

2020 erneuerte die Zeit ihre Kritik. Sowohl die von Plant-for-the-Planet für ihr Projekt auf der Yucatán-Halbinsel angegebenen Baumpflanzungen als auch deren Überlebensrate seien „unwahrscheinlich“ hoch angegeben worden. Auch wurde der gewählte Ort der Baumpflanzungen kritisiert, da an diesem weitere Anpflanzungen ökologisch wenig sinnvoll erscheinen würden. Auch wurde das Konzept der Klimakompensation insgesamt in Frage gestellt. Eine Abschaltung eines Kohlekraftwerkes sei sinnvoller, als Bäume zu pflanzen. Auch seien Feuer auf der Fläche der Stiftung ausgebrochen.

Mangelnde Wirksamkeit

2021 wurde in den Magazinen Zeit und Stern erneut kritisch berichtet.

„So hatte ihr Gründer Felix Finkbeiner behauptet, man pflanze die Bäume in Mexiko auf „22.500 Hektar zerstörter Regenwaldfläche“, dabei ergaben Recherchen, dass knapp die Hälfte der angegebenen Hektar in einem geschützten Biosphärenreservat liegt, für das die Organisation nicht einmal eine Pflanzgenehmigung hatte. Ein Großteil der Pflanzflächen ist zudem längst bewaldet. Eine andere Fläche stand monatelang unter Wasser. Auch hatte die Organisation den Eindruck erweckt, ihre Pflanzungen würden von der staatlichen Forstbehörde in Mexiko überprüft, was nicht der Fall war. Zudem warb sie gegenüber ihren Spendern damit, dass 94 Prozent der von ihnen gestifteten Setzlinge das schwierige erste Jahr überleben würden – was nicht belegt war (...) Mittlerweile hat Felix Finkbeiner zugegeben, dass das Überleben der Pflanzen gar nicht überprüft wurde, da man Geld sparen wollte.“

– Tin Fischer und Hannah Knuth: Aus der Traum vom Billigbaum, in zeit.de, 5. Mai 2021 (aktualisiert am 13. April 2022)

Aufgrund bisheriger Veröffentlichungen führte der Stern eigene Recherchen durch. Die Versprechen von Plant-for-the-Planet seien „zu schön um wahr zu sein“. Es wurden begründete Zweifel an der Überlebensrate der Bäume und der Wahl der Wiederaufforstungsflächen aufgestellt. Auch wurde der Vorwurf erhoben, dass die Organisationsstruktur des mexikanischen Tochtervereins, an den die Spenden aus Deutschland überwiesen werden, „nicht mit deutschen Gesetzen vereinbar“ sei. Kritisiert wurde, dass die Stiftung nur aus den beiden Gründern Vater und Sohn Finkbeiner sowie einem mexikanischen Unternehmer bestehe. Es gebe keine Gremien, keine Kontrollinstanzen, aber die Möglichkeit, die Spendengelder an andere gemeinnützige Organisationen weiterzureichen. Die Stiftung berief laut eigenen Angaben daraufhin eine unabhängige Gruppe von Aufforstungsexperten ein, um die Arbeiten des eigenen Teams aus Wissenschaftlern im Renaturierungsgebiet zu begleiten und beauftragte u. a. die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PKF mit dem Testat der mexikanischen Jahresabschlüsse und der Baumbuchhaltung.

Im Zuge der Berichterstattung entschieden sich zahlreiche Partner, die Kooperation mit Plant-for-the-Planet ruhen zu lassen oder die Unterstützung ganz zu beenden. Im August 2021 wurde ein „Transparenz-Bericht“ auf der Plant-for-the-Planet-Webpräsenz verlinkt. Laut diesem Bericht haben alle beauftragten Wirtschaftsprüfungsgesellschaften einen uneingeschränkten Bestätigungsvermerk hinsichtlich der Bilanzen erteilt, beratende Anwaltskanzleien sähen jedoch aufgrund der dynamischen Entwicklung Optimierungsbedarf hinsichtlich von Satzung und Gremienbesetzungen. Die Satzungen der Stiftung in Deutschland und Mexiko wurden laut eigenen Angaben durch zwei Anwaltskanzleien überprüft. In einem Interview gegenüber dem Merkur erklärte Felix Finkbeiner im November 2021, dass das Ökologen-Team und das Kommunikationsteam ausgebaut wurde, ein aus drei Ökologieprofessoren aus den USA, Deutschland und Mexiko und einem Ökonomen bestehendes externes Überwachungsgremium installiert wurde und Satzungen überarbeitet werden. Im August 2022 wurde in Deutschland eine neue Satzung erlassen, bei der unter anderem eine Ämtertrennung zwischen den Organen Stiftungsvorstand und Stiftungsrat festgeschrieben wurde. Seit 2021 müssen alle projekteigenen Pflanzungen mit Geodaten versehen werden.

Mehrere der zwischenzeitlich in Frage gestellten Kooperationen wurden bis Januar 2023 wieder aufgenommen.

Einzelnachweise

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  6. ↑ UNEP.org: Plant for the Planet: The billion tree campaign. An Album. Veröffentlichung vom 10. August 2008, abgerufen am 15. Dezember 2022.
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  8. ↑ Der Junge, der Bäume pflanzt. In: National Geographic Deutschland. Abgerufen am 11. Mai 2026.
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  12. ↑ Junge Retter braucht die Welt! In: Saarbrücker Zeitung, 8. Februar 2016.
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  17. ↑ EFFIE-Preisträger 2010 (Memento des Originals vom 21. März 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  18. ↑ UNO-„Jahr der Wälder“ eröffnet. In: science.ORF.at. 3. Februar 2011, abgerufen am 30. September 2026.
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  21. 1 2 Michael Heinrich: Bub der Billionen Bäume. In: Abendzeitung, 9. Dezember 2011.
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  23. ↑ FAQs. Abgerufen am 5. März 2023 (deutsch).
  24. ↑ Petra Apfel: Felix Finkbeiner will die Welt mit Bäumen pflastern – und so das Klima retten. In: Focus Online. 2. März 2019, abgerufen am 13. Februar 2023.
  25. 1 2 Campeche tendrá un parque para la investigación. In: Diario de Yucatán. 22. Februar 2022, abgerufen am 13. Februar 2023 (spanisch).
  26. ↑ Elke Zimmermann: Dank des 26-jährigen Felix Finkbeiner wurden weltweit Millionen Bäume gepflanzt. In: Sonntagsblatt. 2. Mai 2024, abgerufen am 11. Mai 2026.
  27. 1 2 Theresa Rauffmann: Mit Algorithmen und Drohnen gegen Greenwashing. In: Handelsblatt, 28. Mai 2021.
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  41. 1 2 Die beste Schokolade stammt aus Tutzing. In: Münchner Merkur. 13. November 2018, abgerufen am 27. April 2026.
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  50. ↑ COP30: Deutschland steuert eine Milliarde für Waldschutz-Fonds zu. In: ZDFheute. 20. November 2025, abgerufen am 11. Mai 2026.
  51. ↑ Deutschlands Beitrag zur TFFF: Ein wichtiger Impuls – jetzt kommt es auf Transparenz, strenge Standards und die zweite Investitionsrunde an. In: Deutsche Klimafinanzierung. 8. Dezember 2025, abgerufen am 11. Mai 2026.
  52. ↑ T. W. Crowther, H. B. Glick, K. R. Covey, C. Bettigole, D. S. Maynard, S. M. Thomas, J. R. Smith, G. Hintler, M. C. Duguid, G. Amatulli, M.-N. Tuanmu, W. Jetz, C. Salas, C. Stam, D. Piotto, R. Tavani, S. Green, G. Bruce, S. J. Williams, S. K. Wiser, M. O. Huber, G. M. Hengeveld, G.-J. Nabuurs, E. Tikhonova, P. Borchardt, C.-F. Li, L. W. Powrie, M. Fischer, A. Hemp, J. Homeier, P. Cho, Alexander C. Vibrans, P. M. Umunay, S. L. Piao, C. W. Rowe, M. S. Ashton, P. R. Crane, M. A. Bradford: Mapping tree density at a global scale. In: Nature. Band 525, Nr. 7568, September 2015, ISSN 1476-4687, S. 201–205, doi:10.1038/nature14967 (nature.com [abgerufen am 5. März 2023]).
  53. ↑ https://dserver.bundestag.de/btd/19/193/1919327.pdf
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    Unser Engagement seit 2008 (Website von Develey), abgerufen am 13. Oktober 2022.
    Bitburger Braugruppe GmbH: Bitburger Braugruppe braut klimaneutral - Update März 2022. In: nachhaltigkeit.bitburger-braugruppe.de. Abgerufen am 26. September 2022.
    Engel&Zimmermann: Aussage des Stern über die Aussetzung der Zusammenarbeit; Stand der Website der Agentur am 25. Oktober 2021 ohne Nennung von Plant-for-the-Planet; Stand der Website der Agentur am 31. Januar 2023 mit Nennung von Plant-for-the-Planet.
    Im September 2022 setzte LukyBike seine Zusammenarbeit auf „konzeptioneller Ebene“ fort.