Zeiskam

Wappen Deutschlandkarte
Zeiskam
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Zeiskam hervorgehoben
Basisdaten
Koordinaten: 49° 13′ N, 8° 15′ OKoordinaten: 49° 13′ N, 8° 15′ O
Bundesland:Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Bellheim
Höhe: 214 m ü. NHN
Fläche: 8,85 km²
Einwohner: 2197 (31. Dez. 2025)
Bevölkerungsdichte: 248 Einwohner je km²
Postleitzahl: 67378
Vorwahl: 06347
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 036
Adresse der Verbandsverwaltung: Schubertstraße 18
76756 Bellheim
Website: www.bellheim.de
Ortsbürgermeisterin: Susanne Lechner (FWG)
Lage der Ortsgemeinde Zeiskam im Landkreis Germersheim
KarteWörth am RheinGermersheimZeiskamOttersheim bei LandauKnittelsheimBellheimScheibenhardtBerg (Pfalz)HagenbachNeuburg am RheinJockgrimNeupotzHatzenbühlRheinzabernSteinweilerErlenbach bei KandelKandel (Pfalz)Winden (Pfalz)VollmersweilerFreckenfeldMinfeldLeimersheimKuhardtRülzheimHördtSchwegenheimLingenfeldFreisbachWeingarten (Pfalz)Westheim (Pfalz)LustadtBaden-WürttembergFrankreichSpeyerRhein-Pfalz-KreisNeustadt an der WeinstraßeLandkreis Südliche WeinstraßeLandau in der Pfalz
Karte
Landschaftsbild von Zeiskam

Zeiskam ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Bellheim an. Zeiskam wird im Pfälzischen Dialekt auch „Zäskäm“ oder „Zäsim“ genannt.

Geographie

Geographische Lage

Der Ort liegt in der Südpfalz zwischen Germersheim und Landau in der Pfalz. Zur Gemeinde gehören zusätzlich die Wohnplätze Am Mühlweg, Binsenhof, Im Briefel, Im Häg, Klosterhof, Zeiskamer Mühle und Birkenhof. Im Süden der Gemarkung erstreckt sich der Bellheimer Wald.

Gewässer

Im Süden der Gemeinde (Zeiskamer Mühle) verläuft der Unterlauf der Queich, die in Germersheim in den Rhein mündet. Außerdem fließen durch Zeiskam die Druslach und der Hofgraben, Abzweigungen vom Fuchsbach, der wiederum eine Ableitung der Queich ist, sowie der von der Haardt kommende Hainbach. Um den Fuchsbach rankt sich eine Zeiskamer Legende, auf die angeblich das charakteristische Bewässerungssystem in Zeiskam zurückzuführen ist. Ganz im Norden reicht die Gemeindegemarkung bis an den Bruchbach heran.

Geschichte

Wappen der Herren von Zeiskam auf dem Epitaph des Wilhelm von Löwenstein († 1579), Pfarrkirche St. Ulrich, Deidesheim

Der Ort wurde 774 erstmals im Lorscher Codex als Zezzincheim urkundlich erwähnt. Er ist Stammsitz der „Edlen von Zeiskam“ (960–1604), deren letzter Vertreter Wilhelm Christof hieß.

In der Nähe von Zeiskam stand die Johanniterorden Komturei Heimbach. Sie wurde im Pfälzischen Bauernkrieg 1525 zerstört.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte der Ort zur Kurpfalz und unterstand dort dem Oberamt Germersheim. Die Inbesitznahme des Linken Rheinufers durch französische Revolutionstruppen beendete die alte Ordnung. Der Ort wurde von 1798 bis 1814 Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend des Französischen Kaiserreichs. Er wurde Sitz einer Mairie, die dem Kanton Germersheim des Arrondissements Speyer im Département Donnersberg zugeordnet war. Nach der Niederlage Napoleons fiel auf dem Wiener Kongress die linksrheinische Pfalz 1815 zunächst an Österreich und 1816 aufgrund des Vertrags von München schließlich an das Königreich Bayern.

Von 1818 bis 1862 gehörte die Gemeinde dem Landkommissariat Germersheim an; aus diesem ging das Bezirksamt Germersheim hervor.

Als Folge des Ersten Weltkriegs war die gesamte Region dem französischen Abschnitt der Alliierten Rheinlandbesetzung zugeordnet. Seit 1939 ist der Ort Bestandteil des Landkreises Germersheim. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Zeiskam innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz.

Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde die Gemeinde 1972 in die neu geschaffene Verbandsgemeinde Bellheim eingegliedert. Im Jahr 2000 wurde Zeiskam Landessieger im Wettbewerb Unser Dorf soll schöner werden.

Bevölkerung

Einwohnerentwicklung

Wenn nicht gesondert aufgeführt, ist die Quelle der Daten das Statistische Landesamt Rheinland-Pfalz.

Jahr Einwohner
18021.071
18151.506
18351.703
18491.840
18611.824
18711.769
19051.877
Jahr Einwohner
19391.892
19502.155
19651.963
19701.902
19751.854
19801.815
19851.755
Jahr Einwohner
19901.853
19952.043
20002.163
20052.270
20102.205
20152.247
20252.197

Konfessionsstatistik

Barocker Hauptaltar in St. Bartholomäus

Mit Stand 30. Juni 2005 waren von den Einwohnern 44,4 % evangelisch, 34,5 % katholisch und 21,1 % waren konfessionslos oder gehörten einer anderen Glaubensgemeinschaft an. Der Anteil der Protestanten und Katholiken an der Gesamtbevölkerung ist seitdem gesunken. Derzeit (Stand 31. Januar 2025) liegt der Anteil der evangelischen Bürger bei 31,7 %, der katholischen bei 29,8 % und der Sonstigen bei 38,5 %

Im Jahr 1871 waren von insgesamt 1.769 Einwohnern 1.233 evangelisch (70 %) und 536 katholisch (30 %).

Politik

Rathaus

Gemeinderat

Der Gemeinderat in Zeiskam besteht aus 16 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzender.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:

WahlSPDCDUFWGBfZGesamt
2024–210416 Sitze
2019–39416 Sitze
2014646–16 Sitze
2009349–16 Sitze
2004349–16 Sitze

Bürgermeister

Susanne Lechner (FWG) wurde am 24. Juni 2019 Ortsbürgermeisterin von Zeiskam. Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war sie mit einem Stimmenanteil von 61,11 % gewählt worden. Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde sie als einzige Bewerberin mit 81,1 % für weitere fünf Jahre in ihrem Amt bestätigt.

Bürgermeister seit 1800; Quelle bis 1974:

Jahr Bürgermeister
1797–1812Tobias Guth
1813–1839Konrad Guth
1839–1843Andreas Löffler
1843–1848Konrad Frey
1848–1879Jakob Sutter
1879–1885Peter Wolf
1885–1892Adam Bräunig
1892–1895Johannes Sutter
1895–1915Jakob Bräunig
1915–1919Johann Friedrich Guth
1919–1920Friedrich Herzog
1920–1922Jakob Seiler
1922–1929Fritz Mees
Jahr Bürgermeister
1929–1933Theodor Wolf
1933–1934Hermann Stubenbordt
1934–1945Jakob Sutter
1945–1946Theodor Wolf
1946–1953Otto Wolf
1953–1969Arthur Bräunig
1969–1981Heinrich Butz
1981–1989Emil Först
1989–2009Roland Humbert
2009–2014Peter Herzog (FWG)
2014–2019Klaus Weiß (SPD)
seit 2019Susanne Lechner (FWG)

Wappen

Banner, Wappen und Hissflagge

Die Wappenbeschreibung lautet: „In Silber zwei schräggekreuzte natürliche Zwiebeln mit grünen Röhren, oben bewinkelt von einem schwebenden schwarzen Großbuchstaben Z, unten von einem Dorfzeichen in Form einer von einem goldenen griechischen Kreuz überhöhten blauen Scheibe“.

Es geht zurück auf ein Siegel aus dem Jahr 1571.

Gemeindepartnerschaften

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Kulturdenkmäler

Denkmalgeschützter Pfarrhof

Der Ortskern ist als Denkmalzone ausgewiesen.

Hinzu kommen außerdem zahlreiche Einzelobjekte, die unter Denkmalschutz stehen, darunter die folgenden:

Sonstige Bauwerke

Gotischer Spitzbogen als Reminiszenz an die Komturei Heimbach

Natur

Mit den Kastanien beim Bahnhof Zeiskam existiert innerhalb des Gemeindegebiets ein Naturdenkmal.

Kunst

Das Künstlergästehaus Gawrisch in der Hauptstraße 14 unterstützt und fördert vorzugsweise osteuropäische Künstler. Das Stipendium setzt eine fundierte abgeschlossene akademische Ausbildung voraus.

Kultur

In Zeiskam existieren mehrere kulturell tätige Vereine, unter anderem wurde innerhalb der Gemeinde 1885 der erste Posaunenchorverein Deutschlands gegründet.

Veranstaltungen

1982 fand außerdem in der Gemeinde die Deutsche Meisterschaft im Voltigieren statt.

Die Zwiebelhoheiten

Erstmals im Jahr 1999, zur 1225-Jahr-Feier, wurde mit Miriam I. eine Zwiebelkönigin gewählt. Seitdem wird im Ein- bis Zwei-Jahres-Rhythmus zum Kirweauftakt eine neue Hoheit gekrönt. Die Hoheiten repräsentieren Zeiskam bundesweit bei Messen, Festumzügen und sogar europaweit in den Partnergemeinden. Seit 2006 wird die Zwiebelkönigin durch eine Zwiebelprinzessin an ihrer Seite unterstützt, damit sie zusammen die inzwischen sehr zahlreichen Termine besser wahrnehmen können.

Wirtschaft und Infrastruktur

Landwirtschaftlich genutzte Fläche innerhalb von Zeiskam

Wirtschaft

Zeiskam ist für seinen Gemüsebau bekannt. Dabei ist traditionell bedeutend vor allem der Anbau von Zwiebeln. Die landwirtschaftliche Genossenschaft „Pfalzmarkt“ mit Sitz in Mutterstadt betreibt in Zeiskam eine Außenstelle. Der Anteil der in der Landwirtschaft Erwerbstätigen ist rückläufig, dennoch existieren große landwirtschaftliche Betriebe mit insgesamt 499 Hektar Landwirtschaftsfläche, die bis in die Gegenwart zum landwirtschaftlichen Charakter beitragen.

Im Süden der Gemeinde befindet sich das Gewerbegebiet „In der Sauheide“, in dem sich mehrere Unternehmen angesiedelt haben, darunter verschiedene Transport- und Baustoffunternehmen sowie ein Getränkegroßhandel.

Verkehr

Nördlich der Gemeinde verläuft die Bundesstraße 272, die von Landau (A 65) nach Schwegenheim (B 9) führt. Entlang des westlichen Siedlungsrandes verläuft die Landesstraße 540, die nach Hochstadt und Bellheim führt. Die in der Ortsmitte von ihr abzweigende Kreisstraße 1 führt nach Freimersheim.

Früherer Bahnhof Zeiskam

Zeiskam war über die Bahnstrecke Germersheim–Landau an das Schienennetz angeschlossen. Die Verbindung wurde 1998 jedoch stillgelegt, nachdem bereits 1984 der Personen- und 1991 der Güterverkehr beendet wurde. Seit 2006 wird sie touristisch wieder für Draisinenverkehr genutzt. Im gewöhnlichen Verkehr ist die Gemeinde über die Buslinie 590, die eine Verbindung mit Landau und Germersheim herstellt, an das Nahverkehrsnetz angebunden.

Behörden

Die Gemeinde gehört zum Zuständigkeitsbereich des Amtsgericht Germersheim.

Tourismus

Durch Zeiskam verläuft der Kraut-und-Rüben-Radweg.

Persönlichkeiten

Ehrenbürger

Zeiskam verlieh vier Personen die Ehrenbürgerwürde.

Söhne und Töchter der Gemeinde

Personen, die vor Ort gewirkt haben

Literatur

„Ich bin Johann, Graf von Luxemburg und König von Böhmen. Mein Vater, Heinrich VII, war Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. Mit 14 Jahren begegnete ich im August 1310 in der Johanniter-Kommende Heimbach zu Zeiskam bei Speyer zum ersten Mal meiner wunderschönen Braut, Prinzessin Elisabeth von Böhmen …“

Commons: Zeiskam – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise

  1. 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
  2. ↑ Minst, Karl Josef [Übers.]: Lorscher Codex (Band 4), Urkunde 2112, 29. Dezember 774 – Reg. 1135. In: Heidelberger historische Bestände – digital. Universitätsbibliothek Heidelberg, S. 46, abgerufen am 20. Februar 2016.
  3. ↑ Klaus Sütterlin: König Johann, Ritter auf dem Schauplatz Europa. Knecht Verlag, Landau 2003, ISBN 978-3-930927-77-7. S. 64 ff.
  4. ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Zeiskam
  5. 1 2 3 Beamtenverzeichniß und Statistik des Königlich Bayerischen Regierungs-Bezirkes der Pfalz, 1863, S. XLIII des Anhangs
  6. 1 2 Ergebnisse der Volkszählung im Königreiche Bayern vom 1. Dezember 1871 nach einzelnen Gemeinden, 1873, S. 65
  7. ↑ Gemeindestatistik Zeiskam
  8. ↑ Stadt Zeiskam, abgerufen am 5. Februar 2024
  9. ↑ Zeiskam, Gemeinderatswahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Zeiskam. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 6. Oktober 2024.
  10. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  11. ↑ Aus der konstituierenden Sitzung des Gemeinderates Zeiskam am 24.06.2019. In: Amtsblatt Verbandsgemeinde Bellheim, Ausgabe 28/2019. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 1. November 2021.
  12. ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Bellheim, Verbandsgemeinde, letzte Ergebniszeile. Abgerufen am 25. April 2020.
  13. ↑ Zeiskam, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Zeiskam. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 6. Oktober 2024.
  14. ↑ Jakob Kling: Zeiskam im Wandel der Zeiten: 774–1974.
  15. ↑ Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988, ISBN 3-9801574-2-3.
  16. ↑ Roccastrada. In: Zeiskam: Partnergemeinden. Verbandsgemeinde Bellheim, abgerufen am 1. November 2021.
  17. ↑ Zwiebelkönigin. In: Zeiskam: Kultur & Geschichte. Verbandsgemeinde Bellheim, abgerufen am 1. November 2021.
  18. ↑ Das Geheimnis ist gelüftet: Sandra heißt die neue Zeiskamer Zwiebelkönigin. In: Pfalz-Express. Ahme Licht Verlag GbR, Kandel, 26. August 2017, abgerufen am 1. November 2021.
  19. ↑ Ehrenbürger. In: Zeiskam: Kultur & Geschichte. Verbandsgemeinde Bellheim, abgerufen am 1. November 2021.
  20. ↑ Fritz Riemer wird Ehrenbürger. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 2. Juni 2018, abgerufen am 1. November 2021.