Koordinaten: 49° 59′ 15,49″ N, 8° 16′ 17,93″ O
| BioNTech SE | |
|---|---|
| Rechtsform | Europäische Gesellschaft |
| ISIN | US09075V1026 |
| Gründung | 2008 |
| Sitz | Mainz, |
| Leitung |
|
| Mitarbeiterzahl | 6000 (2024) |
| Umsatz | 2,8 Mrd. EUR (2024) |
| Branche | Biotechnologie |
| Website | https://biontech.de/de |
| Stand: 31. Dezember 2024 | |

Die Biontech SE (Eigenschreibweise: BioNTech, gebildet aus englisch Biopharmaceutical New Technologies, Aussprache: oder ) ist ein börsennotiertes deutsches Biotechnologieunternehmen mit Sitz in Mainz. Es ist tätig in der Erforschung, Entwicklung und Herstellung von Immuntherapien zur Behandlung von Krebs und anderen schweren Erkrankungen sowie Impfstoffe gegen Infektionserkrankungen. Hierfür nutzt Biontech verschiedene therapeutische Modalitäten. Dazu gehören mRNA-Krebsimmuntherapien, Immunmodulatoren und Präzisionstherapien wie Zelltherapien oder Antikörper-Wirkstoff-Konjugate. Biontech ist nach eigener Darstellung das erste Unternehmen, das ein mRNA-basiertes Humantherapeutikum zur intramuskulären Verabreichung entwickelte, das individualisierte mRNA-basierte Krebsimmuntherapie in klinischen Studien brachte und einen eigenen Herstellungsprozess für einen solchen Produktkandidaten etablierte.
Ab Anfang 2020 entwickelte Biontech den Impfstoff BNT162b2 (vorgeschlagener Internationaler Freiname Tozinameran) gegen COVID-19, ausgelöst durch das humane Coronavirus SARS-CoV-2, der in Werken von Pfizer sowie in Biontechs Herstellungsstätte in Marburg für den weltweiten Bedarf produziert wurde. Biontech hat somit als weltweit erstes Unternehmen die Zulassung für ein mRNA-basiertes COVID-19-Vakzin erhalten. Es ist gleichzeitig das erste zugelassene Arzneimittel des Unternehmens.
Biontech wurde 2008 auf der Grundlage langjähriger Forschungsarbeiten von Uğur Şahin, Özlem Türeci und Christoph Huber als Biontech RNA Pharmaceuticals GmbH gegründet. Sahin und Türeci nahmen 2008 an einem Wettbewerb des Bundesforschungsministeriums im Rahmen der Gründungsoffensive Biotechnologie (GO-Bio) teil und gewannen. Das Preisgeld war an die Gründung eines neuen forschenden Unternehmens gekoppelt. So entschieden sich die Forschenden, BioNTech zu gründen. Der Schwerpunkt der Unternehmenstätigkeit lag damals auf der Entwicklung und Herstellung von Technologien und Medikamenten für individualisierte Krebsimmuntherapien.
An der Gründung beteiligt waren mit einer Seed-Finanzierung von rund 180 Millionen US-Dollar Andreas und Thomas Strüngmann, die MIG-Fonds sowie Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Jeggle. Im Jahr 2009 erfolgte die Übernahme der EUFETS und der JPT Peptide Technologies. 2012 erfolgte mit dem Start der klinischen Phase-1-Studie des MERIT-Programms (Melanoma RNA Immunotherapy; feste Kombination aus krebsspezifischen Antigenen, später als „FixVac“-Programm bekannt) der Schritt in die klinische Evaluierung. Anfang 2014 folgte der Phase-1-Start mit „Ivac Mutanome“ (erste Studie mit individualisierten Neoepitopen, dem Vorläufer des späteren „iNeST“-Programms).
Zwischen den Jahren 2015 bis 2017 erfolgten umfangreiche Publikationen der Forschungsergebnisse u. a. in Nature. Darüber hinaus wurden ab 2015 Kollaborationen und gemeinsame Entwicklungsprogramme mit verschiedenen Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen abgeschlossen. Biontech meldete in diesem Zeitraum eine Reihe von Patenten an und entwickelte eine mehrschichtige Strategie, um den Schutz ihres geistigen Eigentums an den verschiedenen Technologieplattformen und ihrer Anwendung bei der Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten zu gewährleisten. Im Januar 2018 schloss das Unternehmen eine Serie-A-Finanzierungsrunde über 270 Millionen US-Dollar ab, deren Kapitalertrag genutzt wurde, um den Bereich Immuntherapien weiter auszubauen.
Im Juli 2019 schloss Biontech eine überzeichnete Serie-B-Finanzierung in Höhe von 225 Millionen US-Dollar ab. Es handelte sich dabei laut einer Studie von Ernst & Young um eine der größten Einzelfinanzierungen eines privaten deutschen Biotechnologieunternehmens. Im Oktober desselben Jahres folgte der Börsengang an der NASDAQ: Seit dem 10. Oktober 2019 wird Biontech als American Depository Shares (ADS) unter dem Tickersymbol BNTX gehandelt. Biontech platzierte Aktien im Wert von 150 Millionen Euro. Mit einer Bewertung von rund 3,1 Milliarden Euro auf Basis des Emissionspreises von 15 US-Dollar je Aktie konnte sich Biontech in der Spitzengruppe der deutschen Biotech-Branche etablieren.
Darüber hinaus wurden 2019 das Antikörperproduktionsgeschäft von MAB Discovery, Antikörper-Assets von MabVax Therapeutics sowie Lipocalyx aufgekauft.

Nachdem Anfang des Jahres 2020 der Ausbruch eines neuen Virus in China öffentlich bekannt geworden war, begann Mitte Januar das globale Entwicklungsprojekt Lightspeed, um einen Impfstoff gegen COVID-19 auf Basis von mRNA in möglichst kürzester Zeit zu entwickeln. Mitte März 2020 vereinbarte Biontech für die Entwicklung und Vermarktung Allianzen mit den Partnern Fosun Farma (Festlandchina, Hongkong und Macau) sowie Pfizer (weltweit außer Deutschland, Türkei und China). Klinische Studien begannen im April 2020 in Deutschland und wurden im Mai 2020 in den USA fortgesetzt. In späteren Phasen wurden weitere Länder, darunter Argentinien, Brasilien, Südafrika und die Türkei in die Studien einbezogen. Zur Unterstützung der Impfstoffproduktion erhielt BioNTech staatliche Fördermittel sowie einen Kredit der Europäischen Investitionsbank. Im November 2020 teilte Biontech mit, dass der zusammen mit Pfizer entwickelte Impfstoff eine Wirksamkeit von über 95 % beim Schutz vor einer COVID-19-Krankheit biete.
Am 1. Dezember 2020 gab die Europäische Arzneimittel-Agentur bekannt, einen Antrag auf eine bedingte Zulassung für BNT162b2 erhalten zu haben. Am darauffolgenden Tag erklärte das Vereinigte Königreich eine Notfallzulassung des Impfstoffes und den Beginn der Impfungen in der darauffolgenden Woche. In den USA erhielt der Impfstoff am 11. Dezember 2020 die erste Zulassung in Form einer Notfallzulassung (Emergency Use Authorization). Am 21. Dezember 2020 wurde BNT162b2 von der Europäischen Kommission eine bedingte Marktzulassung erteilt. Der Impfstoff wird offiziell seit 27. Dezember 2020 in Deutschland und weiteren EU-Staaten eingesetzt.
Parallel zur Weiterführung und -entwicklung der COVID-19-Impfstoffe arbeitet Biontech am Ausbau ihrer klinischen Pipeline im Bereich der Onkologie sowie den dafür notwendigen Kapazitäten zur Herstellung von Medikamenten. Die ausgebauten Aktivitäten von Biontech zeigen sich in der steigenden Anzahl von Studien in fortgeschrittenen klinischen Phasen mit verschiedenen Krebstherapiekandidaten. Das Unternehmen erhielt von verschiedenen regulatorischen Behörden einen Prioritätsstatus für die beschleunigte Evaluierung mehrerer Kandidaten zur Krebstherapie. Ein Beispiel hierfür ist der Breakthrough-Therapy Status der FDA für BNT323/DB-1303 (Antikörper-Wirkstoff-Konjugat in der Entwicklung) zur Behandlung von Gebärmutterkrebs sowie die Orphan Drug Designation der FDA für BNT327/BMS986545 zur Behandlung von kleinzelligem Lungenkrebs. Weiterhin schloss Biontech mehrere Kollaborationen und Übernahmen zur Erweiterung ihrer Plattformtechnologien und der globalen Herstellungskapazitäten ab.
Um die Nutzung von KI in Forschung und Entwicklung weiter auszubauen, schloss Biontech 2023 die vollständige Übernahme von InstaDeep ab, einer Technologiefirma im Bereich KI und maschinelles Lernen. Biontech hatte bereits seit 2019 mit InstaDeep für das Design von Krebsmedikamenten zusammengearbeitet. Ab 2022 kollaborierten die Unternehmen, um ein Frühwarnsystem zur Erkennung und Überwachung von besorgniserregenden SARS-COV-2-Varianten zu etablieren. Biontech nutzt KI-basierte Anwendungen beispielsweise, um passende Neoantigene für Krebsimmuntherapien zu identifizieren oder ribologische Sequenzen für die Nutzung in ihren onkologischen Plattformen zu optimieren. Im Februar 2022 stellte Biontech einen neuen Ansatz für eine weltweite, dezentralisierte Herstellung von mRNA-basierten Therapieprodukten vor („BioNTainer“). Diese mRNA-Produktionsstätten können durch ihren containerbasierten Aufbau transportiert werden, wodurch die skalierbare Herstellung von mRNA-basierten Impfstoffen und Therapien an verschiedenen Orten weltweit ermöglicht werden soll.
Im Dezember 2023 wurde der erste Biontainer-basierte Standort in Kigali, Ruanda eingeweiht. Diese Produktionsstätte stellt gleichzeitig Biontechs ersten Standort in Afrika dar. Im Januar 2023 gab die britische Regierung eine Zusammenarbeit mit Biontech bekannt, durch welche die Menschen in Großbritannien einen breiteren Zugang zu den Krebsmittelkandidaten von Biontech im Rahmen klinischer Studien erhalten würden. Bis 2030 sollten bis zu 10.000 Patienten behandelt werden. Ende 2023 gab Biontech eine mehrjährige strategische Partnerschaft mit dem australischen Bundesstaat Victoria bekannt. Hierzu gehört unter anderem der Bau einer mRNA-Produktionsanlage im klinischen Maßstab auf Basis der Biontainer-Technologie in Melbourne.
Nach dem Ende der COVID-19-Pandemie sank die Nachfrage nach dem Impfstoff, was zu einem kontinuierlichen Umsatzrückgang führte. Nachdem der Umsatz im Jahr 2023 noch 3,8 Milliarden Euro betrug, waren es im Jahr 2024 nur noch knapp 2,8 Milliarden Euro. Erstmals nach der Pandemie kam es 2024 zu einem Verlust, der rund 700 Millionen Euro betrug. 2022 hatte der Gewinn noch etwa 9,4 Milliarden Euro betragen.
Im Februar 2025 wurde das chinesische Biotechunternehmen Biotheus übernommen – im Rahmen einer Vorabzahlung von 800 Millionen US-Dollar sowie möglichen Meilensteinzahlungen von bis zu 150 Millionen US-Dollar. Zwischen beiden Unternehmen bestand bereits zuvor eine globale Lizenz- und Kooperationsvereinbarung. Mit der Übernahme erhielt BioNTech unter anderem die vollen Rechte an dem in fortgeschrittener klinischer Entwicklung befindlichen Wirkstoffkandidaten BNT327. Im Juni 2025 wurde gemeldet, dass Biontech und Bristol Myers Squibb (BMS) gemeinsam die weitere Entwicklung des Kandidaten vorantreiben wollen. Die Vereinbarung sieht eine gemeinsame globale Entwicklung und Kommerzialisierung vor und umfasst Voraus- und Fortsetzungszahlungen von insgesamt 3,5 Milliarden US-Dollar sowie mögliche erfolgsabhängige Meilensteinzahlungen von bis zu 7,6 Milliarden US-Dollar. Im September 2025 erreichte das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Trastuzumab Pamirtecan den primären Endpunkt in einer zulassungsrelevanten Phase-III-Studie in China.
Nachdem im Juni 2025 bekannt geworden war, dass BioNTech durch ein öffentliches Tauschangebot das Pharmaunternehmen Curevac übernehmen wollte, wurde die für das Zustandekommen des Angebots erforderliche Mindestannahmeschwelle von 80 % Anfang Dezember 2025 überschritten (86,75 % zum Ablauf der Frist am 18. Januar) und die Übernahme im Januar 2026 vollendet.
Am 5. Mai 2026 kündigte Biontech die Schließung mehrerer Standorte an, darunter die Produktionsstätten in Idar-Oberstein und Marburg sowie die Curevac-Standorte in Tübingen und Wiesbaden. Insgesamt entfallen bis zu 1.860 Arbeitsplätze, davon etwa 820 frühere Curevac-Beschäftigte. Die Maßnahmen seien notwendig, da der Bedarf an COVID-19-Impfstoffen gesunken ist und die Produktion künftig vom Partner Pfizer übernommen wird. Biontech beabsichtigt, die Standorte zu verkaufen, um jährlich rund eine halbe Milliarde Euro einzusparen.
Am 28. September 2026 bestätigte Biontech, dass der Standort in Tübingen Ende 2027 sowie die Standorte in Marburg Anfang 2028 und in Idar-Oberstein Ende 2028 geschlossen werden. Weltweit sind rund 1.860 Arbeitsplätze von den Schließungen betroffen, darunter mehr als 700 Beschäftigte in Tübingen, rund 540 in Marburg und rund 440 in Idar-Oberstein. Biontech erklärte, dass trotz intensiver Bemühungen keine Investoren für die drei Standorte gefunden wurden. Als Grund für die Schließungen bestätigte das Unternehmen die bereits im Mai 2026 angeführte gesunkene Nachfrage nach COVID-19-Impfstoffen.
Die Geschäftstätigkeit des Unternehmens umfasst die Geschäftsbereiche Onkologie und Infektionskrankheiten.
Die Aktien von Biontech werden seit dem 10. Oktober 2019 öffentlich als American Depositary Receipt an der US-Börse NASDAQ im Segment Global Select Market gehandelt. Im Vorfeld der Börseneinführung und mit Wirkung zum 8. März 2019 wurde das Unternehmen von einer AG in eine SE gewandelt. Zu den größten Aktionären von Biontech gehören die AT Impf GmbH und Gründer Uğur Şahin über die Medine GmbH.
Der Vorstand von Biontech besteht seit 2026 aus sieben Mitgliedern. Seit Gründung ist Uğur Şahin Vorstandsvorsitzender (Chief Executive Officer). Weitere Mitglieder sind: Sierk Poetting (von 2014 bis Juni 2021 Chief Financial Officer und seit 2014 Chief Operating Officer), Özlem Türeci (seit 2018, Chief Medical Officer), Ramón Zapata (seit Juli 2025, Chief Financial Officer), James Ryan (seit 2023, Chief Legal Officer und seit 2024 Chief Business Officer), Annemarie Hanekamp (seit 2024, Chief Commercial Officer) und Kylie Jimenez (seit 2026, Chief People Officer).
Der Aufsichtsrat besteht aus sechs Mitgliedern. Der Vorsitzende ist Helmut Jeggle, der von 2007 bis 2021 in leitenden Positionen bei der Athos Service beschäftigt gewesen war. Von 2015 bis 2021 war er dort Chief Executive Officer und Chief Operating Officer. Zuvor hatte er verschiedene Positionen bei der Hexal inne. Weitere Mitglieder sind Nicola Blackwood (seit 2023, Beiratsvorsitzende von Oxford University Innovation Limited und von Genomics England), Anja Morawietz (seit 2022, Professorin für Externes Rechnungswesen und Allgemeine Betriebswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule Nürnberg), Ulrich Wandschneider (seit 2018, von 2011 bis 2016 Chief Executive Officer der Asklepios Kliniken), Michael Motschmann (seit 2008, Mitgründer und Vorstand der MIG Capital AG) und Rudolf Staudigl (seit 2022, ehemaliger Vorstandsvorsitzender von Wacker Chemie). Mitgründer Christoph Huber (österreichischer Hämatologe, Onkologe und Immunologe mit den Forschungsschwerpunkten Tumor-Abwehr und Stammzelltransplantation) war bis zum Erreichen des festgelegten Rentenalters im Jahr 2023 Mitglied des Aufsichtsrats.

Die Standorte von Biontech in Deutschland umfassen Mainz (Biontech), Marburg (Biontech Manufacturing, Biontech Innovation and Services Marburg), Idar-Oberstein (Biontech Innovative Manufacturing Services), München (Biontech) und weitere Standorte in Berlin. Das Unternehmen betreibt in Deutschland mehrere GMP-zertifizierte Produktionsstätten zur Herstellung von mRNA-Therapeutika.
Der Hauptsitz von BioNTech liegt im Mainzer Stadtteil Oberstadt. Zusätzlich erwarb das Unternehmen 2020 weitere Flächen in Mainz zur Expansion und errichtet dort aktuell seine erste kommerzielle Produktionsstätte für individualisierte Krebstherapien. In Berlin hat das Unternehmen Standorte für peptidbasierte Dienstleistungen und Produkte für verschiedene Bereiche der biomedizinischen Forschung an (JPT Peptide Technologies). Die Produktionsstätte in Marburg geht auf Emil von Behring zurück, der dort 1904 ein Labor gründete und mit dem Nobelpreisgeld von 1901 die Behringwerke aufbaute. BioNTech übernahm das Werk im September 2020 von Novartis, um Kapazitäten für die Herstellung des COVID-19-Impfstoffs BNT162b2 zu schaffen. Das Werk ist mit moderner Biotechnologie ausgestattet und beherbergt auch ein Technologiezentrum für Biontainer, eine Produktionslinie für klinische mRNA-Impfstoffe sowie Anlagen zur Herstellung von Plasmid-DNA als Ausgangsmaterial für mRNA- und Zelltherapien. Im Rahmen strategischer Partnerschaften hat Biontech ihre Präsenz im Vereinigten Königreich weiter ausgebaut. Dazu zählen die Errichtung eines regionalen Sitzes in London sowie eines Standorts in Cambridge.
Im Jahr 2020 wurde die Neon Therapeutics übernommen und zu BioNTech US umfirmiert. Sie ist in Cambridge, Massachusetts, ansässig und ist eine vollintegrierte Tochtergesellschaft. Der Zusammenschluss ermöglichte es Biontech, die Fähigkeiten im T-Zell-Rezeptor-Feld weiter auszubauen und die Position im Bereich der T-Zelltherapien zu stärken. Im Jahr 2021 kaufte Biontech eine Zelltherapie-Produktionsstätte und eine Forschungs-Plattform für TCR-Zelltherapien in Gaithersburg von Kite Pharma. BioNTech unterhält in den Vereinigten Staaten auch einen Standort in Berkeley Heights, New Jersey.
Im November 2021 gab Biontech den Erwerb einer GMP-zertifizierten Produktionsstätte durch ihre asiatisch-pazifische Tochtergesellschaft Biontech Pharmaceuticals Asia Pacific in Singapur bekannt. Sie soll regionale und globale Versorgungskapazitäten für mRNA-basierte Medikamente schaffen. BioNTech verfügt auch in China über Standorte, darunter Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Shanghai sowie Forschungs- und Produktionskapazitäten in Zhuhai, die insbesondere im Zuge der Übernahme des chinesischen Biotechnologieunternehmens Biotheus aufgebaut wurden. Darüber hinaus richtet das Unternehmen ein mRNA-Innovationszentrum sowie eine mRNA-Herstellungsstätte im klinischen Maßstab in Melbourne, Australien ein.
Am 2. April 2026 wurde bekannt, dass BioNTech seine Produktionsstätte im Tuas Biomedical Park in Singapur bis Februar 2027 vollständig schließen wird. Als Grund nennt das Unternehmen erhebliche Umsatzrückgänge nach dem Ende der Corona-Pandemie, da es zuvor vor allem von den Erlösen aus Corona-Impfstoffen profitierte. Die 2022 von Novartis übernommene Produktionsstätte war als regionale Zentrale geplant und sollte mRNA-Corona- sowie Krebsimpfstoffe produzieren. Am Standort sind 85 Mitarbeiter beschäftigt, die von der Schließung betroffen sind.
Als Reaktion auf die Corona-Pandemie hat Biontech 2022 mit dem Bau einer Fabrik für mRNA-Impfstoffe in Kigali, Ruanda, begonnen. Diese soll den afrikanischen Kontinent perspektivisch auch mit Vakzinen gegen andere Krankheiten wie Malaria und Tuberkulose beliefern. Das Werk in Kigali wurde am 18. Dezember 2023 eingeweiht und ist damit die erste Herstellungsstätte von Biontech in Afrika.
Die Strategie von Biontech besteht darin, ergänzende Therapien zu entwickeln, die verschiedene Mechanismen des Immunsystems nutzen. Dieser onkologiezentrierte Ansatz soll die Behandlungserfolge für Patienten erhöhen und das Problem lösen, dass einige Patienten nicht mehr auf einzelne Therapien ansprechen. Biontech nutzt einen Technologie-unabhängigen Ansatz und KI-gestützte bioinformatische Methoden, um den am besten geeigneten Therapieansatz, bzw. die am besten geeignete Kombination von Therapeutika für Patienten bereitzustellen. Die Anwendung von Algorithmen ermöglicht es, Patientendaten auszuwerten und diese Daten dann für die Erforschung von Therapeutika zu nutzen.
Biontech verwendet Boten-Ribonukleinsäuren (mRNA), um die genetische Information zu den Ribosomen zu transportieren, dem Ort der Proteinproduktion in der Zelle. In den Ribosomen wird die genetische Information der mRNA dann in die entsprechenden Proteine übersetzt.
Biontech hat mehrere Formate und Formulierungen von mRNA entwickelt, um genetische Informationen an Zellen zu liefern, wo sie zur körpereigenen Herstellung von Proteinen für therapeutische Zwecke verwendet werden. Darüber hinaus erforscht und entwickelt das Unternehmen mRNA-basierte Therapieplattformen für die Krebsimmuntherapie, einschließlich individualisierter als auch „off-the-shelf“ Behandlungsansätze.
Die mRNA-Formate umfassen verschiedene immuntherapeutischen Wirkstoffkandidaten, darunter Impfstoffe gegen Infektionskrankheiten und Immuntherapien gegen Krebs (FixVac, iNeST). Studiendaten zu individualisierten mRNA-Therapien deuten darauf hin, dass der Körper – ähnlich wie bei einer Impfung – auch Jahre nach der Behandlung in der Lage sein könnte, kleinste Krebsnester zu erkennen und zu zerstören, um einen erneuten Tumor zu verhindern.
Die Anwesenheit von natürlich vorkommendem Uridin in Biontechs optimierter mRNA führt durch die Aktivierung von Immunsensoren zur Immunogenität. Durch die Funktion als immunaktivierender Verstärker ist die Immunogenität der uRNA bei der Verwendung als Immuntherapie von Vorteil – woraus Therapeutika für z. B. die iNeST- und FixVac-Programme resultieren.
Immunogene Reaktionen gegen mRNA-Wirkstoffe müssen bei Anwendungen vermieden werden, bei denen therapeutische Proteine hergestellt werden. Die De-Immunisierung der mRNA durch den Einbau modifizierter Nukleoside hilft dabei, die Bildung von Antikörpern gegen den Wirkstoff selbst zu vermeiden und erweitert so die therapeutische Anwendung dieser Arten von mRNA-Wirkstoffen.
Produktkandidaten mit selbstamplifizierender mRNA (saRNA) beruhen auf dem Konzept der Virusreplikation, sind jedoch laut Herstellerangabe selbst weder infektiös noch krankheitserregend. saRNA gleicht herkömmlicher mRNA: Sie codiert zum einen das jeweilige Protein, zusätzlich jedoch auch eine Polymerase. Diese sogenannte Replikase vervielfältigt einen Teil der mRNA innerhalb der Zielzelle. Während der Selbstamplifikation innerhalb der Zelle wird eine doppelsträngige RNA als Zwischenstufe gebildet, die von intrazellulären Immunsensoren erkannt wird. Dadurch kann gemäß Firmenaussage mit saRNA eine sehr starke Aktivierung des Immunsystems erzielt werden.
Diese Technologie ist eine Weiterentwicklung der saRNA-Plattform. Durch die Trennung der zu amplifizierenden Ziel-mRNA von der Replikase-codierenden mRNA soll nach Herstellerangabe das Anwendungsspektrum erweitert werden. Dadurch wird die Entwicklung therapeutischer mRNAs noch flexibler, da die Replikase mRNA amplifizieren kann, die nicht nur ein Protein, sondern mehrere verschiedene Proteine codiert.
Biontech arbeitet an der Entwicklung von Immunmodulatoren in mehreren Formaten, um verschiedene Tumorarten durch unterschiedliche Wirkungsweisen zu adressieren. Hierzu gehören monospezifische zielgerichtete Krebsantikörper sowie bispezifische Antikörper, die Zielstrukturen auf Krebszellen sowie Immunzellen binden und so die Immunantwort aktivieren können.
Biontech entwickelt eine Reihe neuer Zelltherapien (Cell Therapies), um natürlich vorkommende krebsspezifische T-Zellen zu nutzen oder die T-Zellen des Patienten so zu verändern, dass sie die krebsspezifischen Antigene besser erkennen können. In beiden Fällen sollen so die Fähigkeiten der körpereigenen Immunabwehr zur Bekämpfung von Krebszellen verbessert werden. Biontechs Ansätze beinhalten T-Zelltherapien mit chimärem Antigenrezeptor („CAR“), Neoantigen-basierte T-Zelltherapien und T-Zellrezeptor („TCR“)-basierte T-Zelltherapien. Weiterhin arbeitet das Unternehmen an Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (antibody-drug conjugates, ADCs), einem Präzisionstherapieansatz, der die Spezifität von Antikörpern mit den wirkungsvollen zellabtötenden Eigenschaften von Chemotherapeutika gegen Krebs kombiniert.
Krebserkrankungen werden in einem stufenweisen Prozess durch Anomalitäten verursacht, die als somatische Mutationen bezeichnet werden. Diese Mutationen können sich im Laufe der Zeit im Genom von Zellen ansammeln und zu einer malignen Transformation führen. Der Prozess der Karzinogenese beinhaltet das Unvermögen des Immunsystems, solche transformierten Zellen zu erkennen und auszurotten. Ziel der Immuntherapie in der Onkologie ist es, das Immunsystem zu nutzen, um bösartige Zellen als „fremd“ zu erkennen und Mechanismen zu überwinden, mit denen sich die Krebszellen der Immunabwehr entziehen. Das Immunsystem soll derart aktiviert werden, dass es in der Lage ist, das Tumorwachstum zu begrenzen und bösartige Zellen zu zerstören.
Aufgrund ihrer zufälligen Natur führen krebserzeugende genetische Veränderungen zu einer Gesamtheit von Mutationen, dem „Mutanom“, das für den Tumor jedes einzelnen Patienten einzigartig ist. Die Grundlage personalisierter Immuntherapien bildet die Analyse von Tumor- und gesunden Zellen des Patienten, um die DNA-Unterschiede zwischen normalen und Krebszellen zu identifizieren. Diese Unterschiede betreffen insbesondere die Proteine der Zellen, die als Grundlage für die Entwicklung einer spezifischen DNA-Sequenz dienen. Die Forschung nutzt das tumor- und patientenspezifische Mutanom, um Medikamente für eine personalisierte oder sogar individualisierte Krebsimmuntherapie zu entwickeln. Hierbei wird die Behandlung auf Tumortypen oder den einzelnen Patienten zugeschnitten. Die Entwicklung von präzisen Krebsimmuntherapien steht im Mittelpunkt der Forschungsaktivitäten von Biontech.
Biontech etablierte ein Entwicklungsprogramm, das Produktkandidaten auf Basis verschiedener Wirkstoffklassen umfasst.
BioNTech entwickelt und kombiniert unterschiedliche Wirkstoffkandidaten mit unterschiedlichen Wirkmechanismen. Diese Ansätze sollen krankheitsrelevante biologische Prozesse beeinflussen und therapeutische Anwendungen in verschiedenen Stadien von Krebserkrankungen ermöglichen, darunter frühe Stadien nach operativer Tumorentfernung mit erhöhtem Rezidivrisiko sowie fortgeschrittene, nicht operable oder metastasierte Erkrankungen.
Laut einem Beitrag im ZDF im November 2023 rechne das Unternehmen bis 2030 mit der Zulassung eines therapeutischen Krebsimpfstoffs auf mRNA-Basis. Im Mai 2024 gab Biontech außerdem bekannt, dass es voraussichtlich ab 2026 seine ersten Krebstherapien auf den Markt bringen werde.
Biontech entwickelt mRNA-basierte Impfstoffe, u. a. mit dem Partner Pfizer gegen Infektionserkrankungen der Atemwege, wie COVID-19 oder Influenza. Die Unternehmen arbeiten zudem an einem Kombinationsimpfstoff gegen beide Erkrankungen. Biontech nutzt die mRNA-Technologie weiterhin, um Produktkandidaten zur Prävention von Infektionskrankheiten mit hohem medizinischem Bedarf zu entwickeln.
Biontech hat mehrere Kooperationsvereinbarungen und Partnerschaften mit biopharmazeutischen und wissenschaftlichen Partnern geschlossen, durch die das Unternehmen ihre Tätigkeiten und Herstellungskapazitäten strategisch erweitern und vorantreiben konnte. Zu den biopharmazeutischen Partnern gehören: Bristol Myers Squibb, Duality Biologics, Fosun Pharma, Genentech (ein Unternehmen der Roche Gruppe), Genmab, MediLink, OncoC4, Pfizer und Regeneron. Darüber hinaus unterhält Biontech Forschungskooperationen unter anderem mit der University of Pennsylvania, dem Ci3 und dem Forschungsinstitut TRON (Translationale Onkologie) an der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Biontech kooperiert mit einer Vielzahl von Universitäten und medizinischen Zentren in Europa und den USA zur Entwicklung neuer Immuntherapien.
Während eines Anstiegs der SARS-CoV-2-Infektionen in Taiwan im Mai 2021 und akuten Impfstoffmangels beschuldigte die taiwanesische Präsidentin Tsai Ing-wen das Unternehmen, bei gescheiterten Vertragsverhandlungen über Impfstofflieferungen auf der Streichung der Formulierung „unser Land“ bestanden zu haben. Zu einer Vertragsunterzeichnung kam es jedoch auch dann nicht, als der Forderung nachgekommen wurde. Dies wurde medial unter anderem als Schwächung der Unabhängigkeit der Republik China und Beeinflussung Biontechs durch die Volksrepublik gewertet. Andere sahen rechtliche Vorbehalte als Auslöser, da bereits das chinesische Unternehmen Fosun Pharma über exklusive Vermarktungsrechte verfüge, die auch das Inselgebiet Taiwans umfassten.
Biontech stand Anfang 2021 wegen der Preisgestaltung ihres COVID-Impfstoffs Comirnaty in der Kritik: NDR, WDR und die Süddeutschen Zeitung berichteten, dass ihnen Berichte mit einem ersten Angebot an die EU im Juni 2020 in Höhe von 54,08 Euro pro Impfdosis vorlägen. Der Vorsitzende der Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft Wolf-Dieter Ludwig bezeichnete den Preis als „unseriös“. Biontech erläuterte jedoch, dass 54,08 Euro nie als konkreter Preis für spätere Großlieferungen gedacht gewesen seien. Die Kostenaufstellung basierte auf den damaligen Produktionsabläufen, bevor die Massenproduktion begann und die mRNA-Dosierung feststand und spiegelte die damaligen Kosten wider. In der Bundesregierung hieß es zu dem Preis von 54,08 Euro „Allen war klar, dass das nicht das echte Angebot war, sondern eine Wasserstandsmeldung“.
Im August 2021 setzte Biontech den Preis pro Dosis auf 19,50 Euro, was u. a. mit notwendigen Anpassungen des Vakzins an neue Virusvarianten begründet wurde. Kritiker führten hingegen an, Biontech nutzte schlicht ihre marktliche Vormachtstellung, um höhere Preise zu verlangen.
Im Februar 2022 berichtete das Fachmagazin British Medical Journal, dass Biontech über die in ihrem Auftrag agierende Lobbyorganisation KENUP Versuche unternommen habe, die Bemühungen zur Entwicklung eines mRNA-basierten COVID-Impfstoffs in Afrika durch den WHO-Global-Hub zu verhindern. Stattdessen warb KENUP laut dem British Medical Journal für den Einsatz Biontechs mobiler Impfstofffabriken in Seecontainern. Hierfür wurde zudem ein neuartiges Zulassungsverfahren vorgeschlagen, welches u. a. die Umgehung afrikanischer Behörden vorsähe. Der Vorschlag wurde von Kritikern als „paternalistisch“ bezeichnet.
Im Bereich der Patente ist von Biontech eine mehrschichtige Strategie entwickelt worden, um den Schutz des geistigen Eigentums an den verschiedenen Technologieplattformen und ihrer Anwendung bei der Behandlung von Krebs und anderen schweren Krankheiten zu gewährleisten. Ein Schwerpunkt der Strategie für geistiges Eigentum ist der Schutz der von Biontech entwickelten Plattformen und Produktkandidaten, die sich in der Entwicklung befinden. In diesem Zusammenhang wird auch Wert auf den Schutz des geistigen Eigentums für Vermögenswerte, die in zukünftigen Entwicklungsprogrammen verwendet werden können und/oder die für die Mitarbeiter von Interesse sein könnten oder sich anderweitig auf diesem Gebiet als wertvoll erweisen könnten, gelegt.
Biontech hat mehr als 200 Patentfamilien im Gesamtbesitz, einschließlich einlizenzierter Patentportfolios und mehr als 100 Patentfamilien, die ausschließlich oder gemeinsam im Besitz von Biontech sind. Alle Patente umfassen mindestens eine Besetzung in der EU oder den USA, mehrere sind in mehreren Ländern anhängig oder wurden in mehreren Gerichtsbarkeiten erteilt.
Biontech hält seit Jahren Patente auf mRNA. mRNA wird erfolgreich in medizinischen und immunologischen Anwendungen eingesetzt, ist aber von Natur aus sehr kurzlebig. Von außen eingeführte, injizierte mRNA wird normalerweise abgebaut, bevor sie mit dem Bauplan des Erregers die Proteinproduktion für die Immunantwort starten könnte. Hierzu wurde schon vor Jahren ein Verfahren bekannt und patentiert, das eingeschleuste mRNA sehr gut stabilisieren kann. Entdeckt und patentiert wurde dies von einem polnischen Team um Jacek Jemielity, das bereits 2008 eine Partnerschaft mit Biontech einging, die das Verfahren weiterentwickelte. Biontech lizenzierte die stabilisierte mRNA-Technologie bereits an große Pharmaunternehmen, darunter sind auch das französische Unternehmen Sanofi (im Jahr 2015) und Genentech (im Jahr 2016). Moderna, GSK und die beiden deutschen Unternehmen Biontech und CureVac besitzen zusammen fast die Hälfte aller Patentanmeldungen für mRNA-Impfstoffe.
Im Juli 2022 wurde Biontech mit zwei Tochtergesellschaften von CureVac wegen Patentverletzung bei der Herstellung und dem Verkauf des COVID-19-Vakzins Comirnaty am Landgericht Düsseldorf auf Zahlung einer „angemessenen und fairen“ finanziellen Entschädigung verklagt. Eine einstweilige Verfügung wurde nicht beantragt, so dass Biontechs Impfstoff vorläufig weiter produziert werden kann. Im Dezember 2023 erklärte das Bundespatentgericht in einem Urteil in München ein von Curevac beanspruchtes Patent für nichtig.