Blacksad

John Blacksad, Figur am Saló Internacional del Còmic de Barcelona (2016)

Juan Díaz Canales und Juanjo Guarnido
Blacksad
(Bitte Urheberrechte beachten)

Blacksad ist eine Comicserie um den Privatdetektiv John Blacksad und stammt von dem Szenaristen Juan Díaz Canales und dem Zeichner Juanjo Guarnido. Die zwei Spanier haben eine moderne Fabel im Stil des Film noir geschaffen, bei der alle Charaktere zwar menschenähnliche Körper besitzen, jedoch auch – insbesondere im Gesicht – klare Eigenschaften von Tieren haben. So ist beispielsweise Blacksad ein vermenschlichter schwarzer Kater. Dadurch sind überraschende Verknüpfungen von eigentlich individuellen Charaktereigenschaften mit durch die Natur des betreffenden Tieres vorgegebenen oder gemeinhin assoziierten Eigenschaften möglich. Polizisten sind meistens Hunde und Füchse, während Gangster häufig aus der Klasse der Reptilien stammen.

Die bisher vorliegenden sieben Alben wurden bei Dargaud verlegt. Bereits der erste Band wurde ein Riesenerfolg, er verkaufte sich in Frankreich 20.000 Mal. Übersetzungen erschienen unter anderem auf Dänisch, Deutsch, Englisch, Japanisch, Katalanisch, Polnisch, Italienisch, Portugiesisch, Spanisch und Serbisch.

Sowohl Zeichner, Szenarist wie auch die Alben wurden mit mehreren Preisen bedacht, unter anderem drei Nominierungen für den Eisner-Award in den USA. 2004 erhielt Band 2 den Publikumspreis auf dem jährlichen Comic-Festival in Angoulême, Frankreich.

Handlung

Szenario und Stil

Die Blacksad-Geschichten spielen in den USA und sind zeitlich zirka in den 1940er und 1950er Jahren angesiedelt. Eine genaue Zeitangabe wird in keinem der Comics genannt. Hinweise auf die Zeitperiode sind, dass der noch recht junge Blacksad ein Veteran des Zweiten Weltkriegs ist, Parallelen zu Schriftstellern der Beat-Generation (Band 5) sowie die dargestellten Automodelle und die Art und Weise der in der Serie gezeigten Werbetafeln an Häusern.

Typischerweise klärt Detektiv Blacksad schwierige oder mysteriöse Fälle auf, mit denen er mehr oder weniger durch Zufall in Kontakt gerät. Im Verlauf der Handlung, die nicht kontinuierlich, sondern in parallelen Strängen präsentiert wird, ergeben sich Einblicke in die Natur der verschiedenen Protagonisten.

Der Einsatz von Farbe spielt eine bedeutende Rolle in der Serie. Die einzelnen Bände haben eine Grundfarbe auf Buchumschlag und -rücken, die auch einen Bezug zum Titel und/oder zum Thema des einzelnen Bandes hat: Band 1 ist schwarz (Quelque part entre les ombres, Einführung von Blacksad und Anspielung auf die dunklen Schatten, Handlung in der Nacht); Band 2 ist weiß (Arctic-Nation, die weißen Fell- oder Federnfarbe der rassistischen Gruppierung); Band 3 ist rot (Âme rouge, Reizfarbe von Hass und Zerstörung); Band 4 ist blau (L’Enfer, le silence, Blues in beiderlei Hinsicht) und Band 5 ist gelb (Amarillo, spanisch für Gelb, Name einer Stadt, englisch für Feigling und Handlung unter südlicher Sonne).

Im Rahmen der einzelnen Geschichten werden Farbschattierungen von Panels und ganzen Seiten als Mittel der Erzähltechnik verwendet: So werden beispielsweise die letzten Erinnerungen eines Sterbenden komplett wie durch ein rotes Filter dargestellt, eine Bar-Szene mit Weekly ist grün dominiert, oder durch komplettes Verschwinden des Hintergrunds in ein helles Grau wird angedeutet, dass es in diesen Spannungsmomenten nur noch auf die gezeigten Personen ankommt.

Im Album Blacksad – Hinter den Kulissen (2002) werden anhand von Interviews mit den Künstlern, Skizzen und fertigen Zeichnungen Hintergrundinformationen geliefert. Die Künstler zeigen, welche verschiedenen Perspektiven, Farben und Figuren ausprobiert wurden. Zwei Seiten einer Ur-Version von Blacksad werden gezeigt. Der Leser erfährt zum Beispiel, dass Marilyn Monroe als Inspiration für Natalia galt und dass der Name des Clubs „Cypher“ eine Hommage an Angel Heart ist.

Figuren

Einzelalben

Zurück in New York, geraten Blacksad und Weekly in eine Intrige um Straßenbau, öffentliche Verkehrsmittel, Gewerkschaften und eine Theatertruppe im Central Park. Sie müssen sich gegen die Machenschaften von Lewis Solomon (einem Adler, Anspielung auf Robert Moses) und seinen angestellten Killern wehren. Weekly wird der Mord an der Theaterchefin Iris untergeschoben und am Schluss taucht Blacksads verschwundene Geliebte Alma (aus "Rote Seele") wieder auf.

Blacksad verfolgt die Spur von Solomons Auftragskiller, einer Möwe. Währenddessen lässt der Bürgermeister ein Freilufttheater im Park bauen, um die Bürger der Stadt zu beruhigen. Lange zurückliegende Machenschaften um eine Armensiedlung werden aufgedeckt, bevor es zum Showdown auf der fast fertigen Brücke kommt. John und Alma (die das Theater von Iris geerbt hat) kommen erneut zusammen und die fehlerhaft geplante Brücke wird im Sturm zerstört.

Veröffentlichungen

Kritiken

Christian Endres lobte im Tagesspiegel die Serie, vertrat jedoch die Auffassung, dass die Autoren die Klasse des ersten Bandes nie mehr erreicht hätten. Sehr positiv äußerte sich anlässlich des Erscheinens der ersten deutschen Gesamtausgabe Ralph Trommer in der taz über die Serie. Für ihn ist sie der Beweis, dass Comics auch anspruchsvoll erzählt werden können, ohne dass dies zu Lasten ihres Unterhaltungswerts geht. Er lobte zudem die handwerkliche Sorgfalt und den Detailreichtum von Guarnidos Zeichnungen, die die Nachkriegszeit in den USA sehr gut erfassen würden.

Preise

Einzelnachweise und Anmerkungen

  1. ↑ Band 1, der Tod des Gangsters in Blacksads Apartment
  2. ↑ Band 4
  3. ↑ Band 1, der Messerangriff auf Blacksad; Blacksads Gespräch mit Ivo Statoc
  4. ↑ Christian Endres: Juan Díaz Canales' "Blacksad": On the road. In: Der Tagesspiegel. 20. Mai 2014, abgerufen am 3. Dezember 2023.
  5. ↑ Ralph Trommer: „Blacksad“-Comics als Gesamtausgabe: Abgründe der Nachkriegszeit. In: Die Tageszeitung. 5. Dezember 2017, abgerufen am 3. Dezember 2023.