Ferdinand „Bobby“ Hangerfield Gaynair (* 15. August 1928 in Kingston, Jamaika; † 23. Juni 2021 in Glace Bay, Nova Scotia, Kanada) war ein jamaikanischer Musiker (Tenorsaxophon) und ein Pionier der Ska-Musik.
Gaynair wurde in East Kingston geboren und wuchs in vergleichsweise stabilen Verhältnissen auf. Sein Vater Fitz Henry Herbert Gaynair, der zur See fuhr, brachte von Reisen unter anderem ein Grammophon mit, durch das Gaynair früh mit Musik von Künstlern wie Ella Fitzgerald, Louis Armstrong und Shirley Temple in Kontakt kam. Dies weckte sein Interesse an der Musik. Früh wollte er Tenorsaxophon spielen. In der Alpha Boys’ School lernte er zunächst Klarinette und wurde dort dann auf dem Saxophon gefördert.
In den 1950er- und frühen 1960er-Jahren gehörte Gaynair zu den Musikern, die an der Entstehung der Ska-Musik in Jamaika beteiligt waren, einem Genre, das als Vorläufer von Rocksteady und Reggae gilt. Er spielte mit verschiedenen Ska-Bands wie The Skatalites oder der Band rund um Don Drummond und war international als Musiker tätig. Laut eigener Aussage war er einst in einer Beziehung mit der Rumbatänzerin, Schauspielerin und Sängerin Anita „Margarita“ Mahfood, die später eine Beziehung mit Drummond einging und von diesem ermordet wurde.
Während eines Engagements in Toronto lernte er seine spätere Ehefrau Anne MacDonald kennen, mit der er in den folgenden Jahren gemeinsam auf Tournee ging. Mitte der 1990er-Jahre ließ sich das Paar in Whitney Pier, Sydney, im kanadischen Neuschottland nieder. Auch im fortgeschrittenen Alter blieb Gaynair musikalisch aktiv.
Gaynair arbeitete im Laufe seiner Karriere mit zahlreichen Musikern zusammen und trat unter anderem gemeinsam mit Bob Marley auf, den er bereits in dessen Jugend kennengelernt hatte. Weitere namhafte Künstler, mit denen er zusammenarbeitete, waren auch Errol Dunkley, Roland Alphonso, Richard Ace, Johnny Moore, Don Peart, Mudies All Stars, Count Ossie oder Rico Rodriguez. Im Sommer 2002 spielte er mit den Legends of Ska, einer Reunion von Ska-Musikern.
Gaynair starb am 23. Juni 2021 im Glace Bay General Hospital im Alter von 92 Jahren. Zum Zeitpunkt seines Todes war er vierfacher Vater (drei Töchter und ein Sohn) sowie zehnfacher Großvater, 16-facher Urgroßvater und fünffacher Ur-Urgroßvater.
Sein älterer Bruder war der Jazzmusiker Wilton Gaynair (1927–1995); in diesem Zusammenhang wurde Ferdinand Gaynair auch „Little Bra“ („kleiner Bruder“) genannt. Einer seiner Neffen ist der deutsche Jazzpianist Gregory Gaynair.
Für sein musikalisches Wirken wurde Bobby Gaynair von der jamaikanischen Regierung im Jahr 2017 der Order of Distinction im Rang eines Officers verliehen.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gaynair, Bobby |
| ALTERNATIVNAMEN | Gaynair, Ferdinand Hangerfield (vollständiger Name); Gaynair, Ferdinand; Little Bra (Spitzname) |
| KURZBESCHREIBUNG | jamaikanischer Musiker und Ska-Pionier |
| GEBURTSDATUM | 15. August 1928 |
| GEBURTSORT | East Kingston, Kingston, Jamaika |
| STERBEDATUM | 23. Juni 2021 |
| STERBEORT | Glace Bay, Nova Scotia, Kanada |