| Bobolice | ||
|---|---|---|
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Westpommern | |
| Powiat: | Koszalin | |
| Fläche: | 4,62 km² | |
| Geographische Lage: | 53° 57′ N, 16° 35′ O | |
| Höhe: | 145 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 3723 (1. Jan. 2024) | |
| Postleitzahl: | 76-032 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 94 | |
| Kfz-Kennzeichen: | ZKO | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | DK 11 Kołobrzeg ↔ Bytom | |
| DK 25 Bobolice ↔ Oleśnica | ||
| DW 171 Bobolice ↔ Czaplinek | ||
| Eisenbahn: | kein Bahnanschluss | |
| Nächster int. Flughafen: | Stettin-Goleniów | |
| Gmina | ||
| Gminatyp: | Stadt- und Landgemeinde | |
| Gminagliederung: | 69 Ortschaften | |
| 19 Schulzenämter | ||
| Fläche: | 367,74 km² | |
| Einwohner: | 8249 (1. Jan. 2024) | |
| Bevölkerungsdichte: | 22 Einw./km² | |
| Gemeindenummer (GUS): | 3209033 | |
| Verwaltung (Stand: 2015) | ||
| Bürgermeisterin: | Mieczysława Brzoza | |
| Adresse: | ul. Ratuszowa 1 76-020 Bobolice | |
| Webpräsenz: | www.bobolice.pl | |
Bobolice (deutsch Bublitz) ist eine Kleinstadt in der Stadt- und Landgemeinde Bobolice im Powiat Koszaliński der Woiwodschaft Westpommern in Polen.




Die Stadt liegt in Hinterpommern, am Ufer des Flusses Gozel im Hinterland des Pommerschen Höhenrückens an der Ostsee. Die benachbarten größeren Städte Koszalin (Köslin) im Nordwesten und Szczecinek (Neustettin) im Süden sind 40 bzw. 28 km entfernt.
In einer Urkunde von 1339 wird das umliegende Land, das sich zu dieser Zeit im Herrschaftsbereich der Herzöge von Pommern-Wolgast befand, als „Terra Bubulzik“ erwähnt. Der Ort selbst wurde früher Bubulz genannt. Damals erwarb der Bischof von Cammin Friedrich von Eickstedt von den ansässigen Adelsgeschlechtern Wedell, Spening und Sanitz dreiviertel des Landes Bublitz. Der restliche vierte Teil blieb im Besitz der Familie Kameke. 1340 verlieh er dem Flecken Bublitz das lübische Stadtrecht. Bis in das 16. Jahrhundert hinein war das Bublitzer Land Gegenstand von Zwistigkeiten zwischen den Landesfürsten und den Bischöfen, in deren Folge die Stadt mehrfach verpfändet, abgetreten oder verkauft (um 1512 etwa an Jakob von Kleist) wurde. Dadurch wurde die Stadt immer wieder in ihrer Entwicklung gehemmt. Bevor nach dem Westfälischen Frieden von 1648 mit der Übernahme durch Brandenburg die Verhältnisse in geordnetere Bahnen gelenkt wurden, hatte Pommernherzog Kasimir IX. 1577 die Stadt völlig verarmt erworben. In den Jahren 1605, 1631 und 1639 richteten Brände große Schäden an.
Im Jahre 1800 vernichtete erneut ein großer Brand die Stadt, in deren Folge am Marktplatz ein neues Rathaus errichtet wurde. In der Zeit der Koalitionskriege wurde auf Befehl eines französischen Feldmarschalls der „Alte Friedhof“ außerhalb der Stadt angelegt. Während der Befreiungskriege war 1813 eine deutsch-russische Legion einquartiert, für deren Versorgung die Stadt aufkommen musste. 1818, die Stadt gehörte jetzt zur preußischen Provinz Pommern, wurde eine dreiklassige Schule eröffnet, die nach der Errichtung eines Neubaus 1838 um eine vierte Klasse erweitert wurde. Nach der Gründung des Deutschen Reiches wurde die Stadt 1872 Kreisstadt des Kreises Bublitz. Es setzte eine rege Bautätigkeit ein, so wurden 1881 ein neues Schulgebäude, 1886 die Johanniskirche und 1908 das Rathaus neu errichtet sowie der Marktplatz umgestaltet. Ein Jahr später wurde das neue Postamt eröffnet.
1932 wurde der Kreis Bublitz aufgelöst und das Landratsamt in Bublitz geschlossen. Die Stadt kam zum Kreis Köslin.
Um das Jahr 1930 hatte die Gemarkung der Stadt Bublitz eine Flächengröße von 35,3 km², und im Stadtgebiet standen zusammen 549 Wohnhäuser an drei verschiedenen Wohnstätten:
Zum 1. April 1939 wurde das östlich von Bublitz liegende Dorf Friedrichsfelde, das bislang eine eigene Landgemeinde bildete, nach Bublitz eingemeindet.
1940 wurde auf dem Gelände der in den Novemberpogromen 1938 zerstörten Synagoge ein Kino errichtet.
Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs marschierte am 27. Februar 1945 nach schwerem Beschuss am Vortage die Rote Armee in Bublitz ein. Nach Beendigung der Kampfhandlungen wurde die Stadt seitens der sowjetischen Besatzungsmacht der Volksrepublik Polen zur Verwaltung überlassen. Die polnische Ortsbezeichnung Bobolice wurde eingeführt. Es begann nun die Zuwanderung von Polen. Die einheimische Bevölkerung wurde von der polnischen Administration aus Bublitz vertrieben.
Im Oktober 2022 wurde das Denkmal für die im Zweiten Weltkrieg gefallener Soldaten der Roten Armee abgerissen. „Die Sowjets haben 1945 nicht die Freiheit gebracht, sondern eine neue Versklavung“ erklärte Karol Nawrocki, Leiter des polnischen Instituts für Nationales Gedenken (IPN) dazu.




| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 1740 | 856 | |
| 1782 | 1091 | davon 22 Juden |
| 1791 | 1140 | davon 19 Juden |
| 1794 | 1168 | davon 19 Juden |
| 1812 | 1474 | davon 51 Juden, keine Katholiken |
| 1831 | 2095 | davon fünf Katholiken und 139 Juden |
| 1852 | 3840 | davon sieben Katholiken und 170 Juden |
| 1861 | 3743 | davon vier Katholiken und 189 Juden |
| 1875 | 4362 | |
| 1880 | 4734 | |
| 1890 | 4731 | davon 21 Katholiken und 126 Juden |
| 1900 | 4919 | meist Evangelische |
| 1910 | 5175 | |
| 1925 | 5432 | davon 58 Katholiken und 67 Juden, in 1335 Haushalten |
| 1933 | 6094 | |
| 1939 | 6190 |
| Jahr | Einwohner | Anmerkungen |
|---|---|---|
| 2009 | 4364 |
Die einheimischen Bewohner von Bublitz waren in der Zeit von der Reformation bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs vorwiegend evangelisch. Die nach Kriegsende zugewanderte polnische Bevölkerung ist dagegen überwiegend katholisch.
Die Stadt- und Landgemeinde Bobolice gehört zum Powiat Koszaliński (Kreis Köslin) mit dem Kraftfahrzeugkennzeichen ZKO.
Nachbargemeinden sind:
Seit dem 1. Januar 1999 gehört die Gmina Bobolice zur Woiwodschaft Westpommern und war bis dahin Teil der Woiwodschaft Köslin.
Die Gemeinde ist flächenmäßig (bei 367,74 km²) die siebtgrößte von 114 Gemeinden in der Woiwodschaft Westpommern, einwohnermäßig (10.006 im Jahre 2005) steht sie an 36. Stelle. In der Gemeinde besteht eine Bevölkerungsdichte von 27 Einwohnern pro km². Das Gemeindegebiet macht 22 % der Fläche des Landkreises Koszalin aus.
Amtssitz der Gemeindeverwaltung ist die ul. Ratuszowa 1 in Bobolice. Die Gemeinde hat eine einheitliche Postleitzahl: 76-020.
Die Gmina Bobolice gliedert sich in 20 Ortsteile (Schulzenämter):
Diese wiederum vereinigen insgesamt 69 Ortschaften der Gmina Bobolice. Unter den weiteren Ortschaften sind Cybulino (Zeblin), Przydargiń (Priddargen), Ujazd (Wilhelmshöhe) und Wojęcino (Wojenthin).
Durch die Gmina Bobolice führt die Landesstraße Nr. 11 Kołobrzeg (Kolberg) (84 km) – Koszalin (Köslin) (39 km) – Szczecinek (Neustettin) (31 km) – Piła (Schneidemühl) (94 km) – Poznań (Posen) (189 km), und die Landesstraße Nr. 25 von Inowrocław (Hohensalza) (186 km) – Bydgoszcz (Bromberg) (177 km) – Człuchów (Schlochau) (66 km) – Biały Bór (Baldenburg) (18 km) endet in Bobolice.
Außerdem begegnen sich in der Gmina Bobolice die Woiwodschaftsstraßen
Die Woiwodschaftsstraße Nr. 168, die bei Mostowo (Brückenkrug) (24 km) von der Landesstraße Nr. 11 abzweigt, endet bei Drzewiany (Drawehn) in der Gemeinde Bobolice.
Von 1895 bis 1945 gab es eine Eisenbahnlinie der Köslin–Belgarder Bahnen von Koszalin (Köslin) (46 km) über Rosnowo (Roßnow) (26 km) – Świelino (Schwellin) (17 km) nach Bobolice, auf die in Świelino die Linie von Białogard (Belgard) (59 km) über Słonino (Schlennin) (43 km) traf.
Von 1897 bzw. 1903 bis 1945 bestand außerdem eine Strecke, zuletzt betrieben von der Deutschen Reichsbahn von Świdwin (Schivelbein) (76 km) – Połczyn-Zdrój (Bad Polzin) (52 km) – Grzmiąca (Gramenz) (20 km) über Bobolice nach Polanów (Pollnow) (25 km) bis Korzybie (Zollbrück) (59 km).