Bogdan Klich

Bogdan Klich (2024)

Bogdan Adam Klich (* 8. Mai 1960 in Krakau) ist ein polnischer Politiker (PO, KO). Vom 16. November 2007 bis 2. August 2011 war er polnischer Verteidigungsminister. Von 2001 bis 2004 gehörte er dem Sejm in dessen IV. Wahlperiode und anschließend bis 2007 dem Europaparlament an. Von 2011 bis 2024 gehörte er dem polnischen Senat an. Da die Präsidenten Andrzej Duda und Karol Nawrocki seiner Ernennung zum Botschafter Polens in den USA in Nachfolge von Marek Magierowski nicht zustimmten, ist er dort seit November 2024 diplomatischer Geschäftsträger.

Leben, Ausbildung und Beruf

Klich ist von seiner Ausbildung Arzt an der Medizinischen Akademie in Krakau (1986) und Kunsthistoriker an der Jagiellonen-Universität in Krakau (1987). Nach seinem Studienabschluss arbeitete er zunächst in einer neuropsychiatrischen Klinik in Krakau. Von 1988 bis 1990 leitete er das Kunstmagazin „Tumult“. Anschließend leitete er die Nachrichtenredaktion des Fernsehsenders TVP Kraków. Von 1992 bis 1995 war er am Woiwodschaftsfachkrankenhaus in Krakau wieder als Arzt tätig.

Von 1998 bis 1999 war Klich Berater der polnischen Regierungen für die Beziehungen zur Europäischen Union. In den 1990er Jahren betrieben acht mitteleuropäische Staaten (Polen sowie Estland, Lettland, Litauen, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn) den Beitritt zur EU; im April 2003 unterschrieben sie den Beitrittsvertrag.

Klich leitete von 1993 bis 2007 das Instytut Studiów Strategicznych bzw. dessen Vorgänger Międzynarodowe Centrum Rozwoju Demokracji in Krakau. Er gilt als Spezialist für internationale Politik. Er veröffentlichte zahlreiche Schriften zu den Themen Außenpolitik und internationale Sicherheit; Er war akademischer Lehrer für Europawissenschaften an der Jagiellonen-Universität in Krakau.

Klich ist verheiratet und Vater von drei Kindern.

Politik

Klich gehörte zu den Gründern des oppositionellen Studentenverbandes Studencki Komitet Solidarności w Krakowie, der sich nach dem gewaltsamen Tod von Stanisław Pyjas bildete. Später war er Mitglied des Unabhängigen Studentenverbandes NZS. Während des Kriegsrechts in Polen wurde er am 12. Januar in Załęże interniert. Später im Jahr war er unter anderem in der Arrestanstalt Krakau-Podgórze inhaftiert. Im Oktober 1982 wurde er jedoch vom Vorwurf der Beleidigung der Obrigkeit freigesprochen. In den 1980er Jahren engagierte er sich in der oppositionellen „Ruch Wolność i Pokój“. 1988/89 war er in der von ihm mitbegründeten Gruppe „Czas Przyszły“ aktiv.

Nach der politischen Wende in Polen schloss er sich zunächst dem Komitet Obywatelski „Solidarność“ und dann der Ruch Obywatelski Akcja Demokratyczna (ROAD) an, aus der 1991 die Unia Demokratyczna (UD), für die er bei der ersten vollständig freien Parlamentswahl 1991 erfolglos kandidierte, entstand. Als diese sich 1994 mit dem Kongres Liberalno-Demokratyczny (KLD) zur Unia Wolności (UW) vereinigte, wurde auch Klich Mitglied der neuen Partei.

Im Jahr 1999 ernannte ihn Premierminister Jerzy Buzek zum Staatssekretär im Verteidigungsministerium. In dieser Funktion war er für die polnischen Kontakte zur NATO verantwortlich. 2001 trat er der Platforma Obywatelska (PO) bei und wurde bei der Parlamentswahl des Jahres für den Wahlkreis Krakau in das polnische Unterhaus Sejm gewählt. Er blieb Abgeordneter, bis er bei der Europawahl im Juni 2004 für die Platforma Obywatelska ins Europäische Parlament gewählt wurde. Dort gehörte er der Fraktion der Europäischen Volkspartei an. Als der neue polnische Regierungschef Donald Tusk ihn am 16. November 2007 als Verteidigungsminister in sein erstes Kabinett berief, legte Klich sein Europa-Mandat nieder.

Klich erklärte am 29. Juli 2011 seinen Rücktritt als Verteidigungsminister, nachdem der polnische Untersuchungsbericht zum Flugunfall von Smolensk 2010 schwere Versäumnisse der polnischen Streitkräfte aufzeigt hatte. Tusk ernannte am 2. August 2011 Tomasz Siemoniak zum neuen Verteidigungsminister. Bei den Wahlen 2011, 2015, 2019 und 2023 wurde er jeweils für die PO in den Senat der Republik Polen gewählt. Von 2015 bis 2019 war er Fraktionsvorsitzender der PO im Senat. Danach war bis 2023 Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses und war anschließend Vorsitzender des Ausschusses Angelegenheiten der Europäischen Union und der Parlamentarischen Versammlung des Europarates. Im November 2024 legte er sein Senatorenamt nieder, um polnischer Geschäftsträger in den Vereinigten Staaten zu werden.

Auszeichnungen und Ehrungen

Commons: Bogdan Klich – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten

  1. ↑ Head of Mission - Poland in US - Gov.pl website. Abgerufen am 19. April 2026 (britisches Englisch).
  2. ↑ Telewizja Polska SA: Poland’s diplomatic mission to U.S. to have new head from Monday. Abgerufen am 15. November 2024 (polnisch).
  3. ↑ 'Centre for European Studies' der Jagiellonen-Universität: Kurzporträt
  4. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  5. ↑ Ergebnis in Dziennik Ustaw 2004, Nr. 137, S. 9627.
  6. ↑ Gazeta Wyborcza, Klich: odchodzę, by nie utrudniać zmian, 29. Juli 2011
  7. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  8. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  9. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  10. ↑ Ergebnis auf der Seite der Wahlkommission, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  11. ↑ „Znamy przewodniczących komisji Senatu. 8 z KO, 6 z PiS“ auf wiadomosci.wp.pl, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  12. ↑ „Senat wybrał przewodniczących 19 komisji stałych“, abgerufen am 12. Oktober 2024.
  13. ↑ Mitteilung in Monitor Polski 2024, S. 1014.
  14. ↑ Міністр оборони Польщі Богдан Кліх нагороджений українським орденом "… 26. November 2014, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2014; abgerufen am 26. Oktober 2019 (ukrainisch).
  15. ↑ Vabariigi President. Abgerufen am 26. Oktober 2019 (estnisch).
Personendaten
NAME Klich, Bogdan
ALTERNATIVNAMEN Klich, Bogdan Adam (vollständiger Name)
KURZBESCHREIBUNG polnischer Politiker, Mitglied des Sejm, MdEP
GEBURTSDATUM 8. Mai 1960
GEBURTSORT Krakau, Polen