Borland C++ ist ein Compiler und eine Entwicklungsumgebung von Borland für die ProgrammiersprachenC und C++. Es ersetzte die Professional-Version von Turbo C++ und gilt als ihr Nachfolger, während Turbo C++ primär als Produkt für Einsteiger, Studenten und Hobby-Entwicklern weitervermarkted wurde.
Der Compiler ist bereits ab der ersten Version (2.0) vollständig kompatibel mit den Standards AT&T C++ 2.0 und ANSI-C.
Analog zu anderen Entwicklungsumgebungen von Borland unterstützt auch Borland C++ die Grafikbibliothek Borland Graphics Interface (BGI). Um BGI-Grafiktreiber zu entwickeln, wurde von Borland das SDKBGI Driver Toolkit angeboten, das u.a. mit Borland C++ in der Edition Borland C++ & Application Frameworks vertrieben wurde. In dieser Edition wurde ebenfalls ein Editor zum Erstellen von BGI-Schriftarten angeboten. Das enthaltene Tool BGIOBJ.EXE ermöglicht die Einbindung von Grafiktreiben und Schriftarten in ausführbare Dateien.
Borland C++ 5.02 ist der direkte Vorgänger der RAD-Entwicklungsumgebung C++Builder, deren Entwicklung und Vertrieb später von CodeGear und Embarcadero Technologies übernommen wurde.
2000 bot Borland unter der Versionsnummer 5.5 den Linker und den Compiler von Borland C++ kostenlos zum Download an. Höhere Programmierwerkzeuge, wie u.a. der grafische Editor waren in dieser Edition allerdings nicht enthalten.
Geschichte
Die nachfolgende Tabelle enthält eine Auswahl der wichtigsten Änderungen der einzelnen Versionen:
Es können Anwendungen für Win32s erstellt werden, sofern sie nicht auf NT-exklusive Funktionen zurückgreifen
Via OWL 2.0 und 2.5 ist es möglich, VBX-Steuerelemente in Borland C++ zu nutzen, sofern als Zielplattform 16-Bit für Windows festgelegt wurde. Das Tool VBXGEN.EXE ermöglichte es, aus bestehenden VBX-Dateien Header-Dateien zu generieren, um die entsprechenden Komponenten in C++ nutzen zu können.
4.01
1993
4.02
1994
Bereitstellung eines DOS-Extenders, der es Anwendungen ermöglicht, auch unter DOS den 386er-Protected-Mode zu nutzen.
„[…] Der zweite Platz geht an den Compiler Borland C++ 4.02, der sich sowohl für Einsteiger als auch Profis eignet und für die Windows-Programmierung ausreichend bestückt ist. Die Compilerleistungen sind allerdings schwach. Wer Entwicklungen mit dem Borland-C-Compiler für DOS betreibt und auf Windows umsteigt, sollte bei der Marke bleiben.“
– PC Professionell. Januar 1995.
Im September 1996 kam man dort im Hinblick auf die Version 5.0 zu dem Ergebnis:
„[…] Borland C++ ist in der aktuellen Version 5.0 ein ausgesprochen gutes und leicht zu handhabendes Produkt. Es eignet sich sowohl für Einsteiger als auch für Profis und insbesondere Entwickler mit Internet-Ambitionen.“
– Ruppert von Teutul: PC Professionell. September 1996.
Literatur
Ben Ezzell:Borland C++ 2.0 Programming. Addison-Wesley, 1991, ISBN 0-201-56781-4 (englisch).
Clayton Walnum:Borland C++ Power Programming. Que, 1993, ISBN 1-56529-172-7 (englisch).
Burkhard Sachs:Borland C++ und Turbo C++: Eine Einführung. Carl Hanser Verlag, München 1992, ISBN 3-446-16477-4.
John Caspers:Das Borland C++ Buch. 2. Auflage. Sybex-Verlag, 1993, ISBN 3-88745-168-6.
Henning Mittelbach:Programmieren in C++ Borland-Versionen. Vieweg+Teubner Verlag, Wiesbaden 1998, ISBN 3-519-02998-7.
Craig Arnush:Teach Yourself Borland C++ 5 in 21 Days (=Sams Teach Yourself). 3. Auflage. Sams, Indianapolis 1996, ISBN 0-672-30756-1 (englisch).
↑Ian O. Angell, Dimitrios Tsoubelis:Advanced Graphics on VGA and XGA Cards Using Borland C++. Red Globe Press, London 1992, ISBN 0-470-21833-9, S.14 (englisch).
12The BGI Driver Toolkit: Creating Device Drivers for the Borland Graphics Interface (Revision 1). In: Borland International (Hrsg.): Borland C++ & Application Frameworks. (BGI.DOC auf Installationsdatenträger). 31.Mai 1989 (englisch).
12FE: A Stroke Font Editor (Revision 1). In: Borland International (Hrsg.): Borland C++ & Application Frameworks. (FE.DOC auf Installationsdatenträger). 29.September 1988 (englisch).
Borland C++ Tools and Utilities. In: BorlandC++5.02 Hilfe. (BCTOOLS.HLP im Installationsverzeichnis). 25.März 1997 (englisch).
↑Converting graphics drivers and fonts (BGIOBJ): „BGIOBJ.EXE converts graphics driver files an character sets (stroked font files) to object (.obj) files. Once files are converted, you can link them into your program […].“
↑VBXGEN 1.0: „VBXGEN is a utility program which generates a header file (.h) from a VBX control library (.vbx). […] The header file contains a section for each control model supported by a VBX library.“
↑Welcome to Borland C++ & Application Frameworks 3.0. In: Borland International (Hrsg.): Borland C++ & Application Frameworks 3.0. (README im Installationsverzeichnis). 11.November 1991 (englisch).
↑Borland International (Hrsg.):BorlandC++ 3.0: User’s Guide. Scotts Valley 1991 (englisch, uni-stuttgart.de[PDF; 9,1MB]).
↑Willkommen zu Borland C++ 3.1 Professional. In: Borland International (Hrsg.): Borland C++ 3.1 Professional. (README im Installationsverzeichnis). 11.Juni 1992.
Craig Arnush:Teach Yourself Borland C++ 5 in 21 Days (=Sams Teach Yourself). 3. Auflage. Sams, Indianapolis 1996, ISBN 0-672-30756-1 (englisch).
↑Peter Wollschlaeger:Borland setzt auf Windows 95. In: PC Professionell. Redwood Press, April 1995, ISSN0939-5822, S.155.
12Willkommen zu Borland C++ 4.52. In: Borland International (Hrsg.): Borland C++ 4.52. (README.TXT im Installationsverzeichnis). 10.September 1995.
↑Borland International (Hrsg.):BorlandC++ 4.5: Benutzerhandbuch. Scotts Valley 1994, Was ist neu in Borland C++?, S.17–19 (Volltext im Internet Archive).
↑Windows 95: The new Applications. In: PC Magazine. Band14, Nr.15. Ziff Davis, 12.September 1995, ISSN0888-8507, Borland C++ 5.0, S.224 (englisch, Volltextin der Google-Buchsuche).
12Ruppert von Teutul:C/C++-Compiler für Windows. In: PC Professionell. Redwood Press, September 1996, ISSN0939-5822, Borland C++ 5.0 Development Suite, S.148–155.
↑Das Beste einer Applikation ist sein Code in C oder C++. Fordern C-Compiler auch das Beste vom Entwickler, oder machen sie deren Arbeitsleben leichter? In: PC Professionell. Redwood Press, Januar 1995, ISSN0939-5822, S.136–159.