Rapid Application Development (RAD) (dt. etwa „schnelle Anwendungsentwicklung“) ist ein von dem britischen Informatiker und IKT-Spezialisten James Martin (1933–2013) in den 1980er Jahren miterdachtes Konzept zur Softwareentwicklung basierend auf einem Vorgehensmodell mittels Prototyping. Es verfolgt den Zweck, Softwareentwicklung im Vergleich zu klassischen Vorgehensmodellen wie dem Wasserfallmodell flexibler zu gestalten und sich an schnell ändernde Anforderungen anpassen zu können. Die Grundlage von RAD ist das Spiralmodell von Barry Boehm. Die Methode wurde bereits weiterentwickelt und ist (Stand 2025) weiterhin in Benutzung.

Rapid Application Development (RAD) sieht ein prototypisches Vorgehen vor, bei dem Anforderungen an eine Software gesammelt und möglichst schnell in ausführbaren Code umgesetzt werden. Dieser wird dem Auftraggeber in einer relativ frühen Phase vorgelegt, um Missverständnisse bei den Anforderungen sowie hinzugekommene Anforderungen zu identifizieren. Die Änderungen werden in einer weiteren Version implementiert und wiederum vorgelegt. Diese Zyklen werden so oft durchlaufen, bis der Auftraggeber mit der Software zufrieden ist und diese abnimmt.
Die Methode verspricht, schneller zu ersten Ergebnissen zu gelangen und weniger Zeit für die Vorarbeit und Planung zu benötigen. Des Weiteren ist der Kunde frühzeitig über die Entwicklung informiert und die Qualität des Softwareprodukts kann durch das frühzeitige Testen durch Anwender verifiziert und verbessert werden. Die tatsächliche Effektivität der Methode wurde bereits kritisch beleuchtet.
Ähnliche Charakteristika und Ziele werden auch bei anderen (meist agilen) Softwareentwicklungsprozessen verfolgt.
Entwicklungsumgebungen, die Rapid Application Development (RAD) unterstützten, sind Microsoft Visual Basic und Embarcaderos RAD Studio (ein Softwarepaket bestehend aus Delphi und C++Builder) unter Windows sowie Gambas unter Linux.
Als RAD-Tools gelten außerdem Visual Studio LightSwitch für .Net-Framework, Servoy sowie XDEV 3 für Java, Omnis Studio und 4th Dimension für Mac und Windows, oder der IBM Lotus Domino Designer. Speziell Bedienoberflächen lassen sich mit solchen Werkzeugen visuell entwerfen. Außerdem bietet das Free-Pascal-Entwicklungssystem Lazarus die Möglichkeit, GUI-Anwendungen plattform-übergreifend für GNU/Linux, Mac OS X und Microsoft Windows zu erstellen.