
Das Spiralmodell ist ein klassisches inkrementelles Vorgehensmodell aus der Softwareentwicklung, das Ende der 1980er Jahre von Barry Boehm beschrieben wurde.
Es wurde als ein generisches und risikogetriebenes Modell konzipiert, welches versuchte die anfänglichen Probleme der Softwareentwicklung in den Griff zu kriegen. Dazu zählten Software oder Programme, die nicht dem gewünschten Umfang entsprachen, die Wünsche des Kunden oder der Stakeholder nicht erfüllten oder technische Probleme aufwiesen. Ganz zu schweigen von den überbordenden Kosten derartiger Projekte. Es gilt als eine Weiterentwicklung des Wasserfallmodells. Boehm spricht von elementaren Entwicklungsprozessen, die mit einem aktiven Risikomanagement kombiniert werden sollten, um dieses zu minimieren.
Die Risikobetrachtung ist der wesentliche Aspekt, der das Spiralmodell von anderen, zuvor entwickelten Vorgehensmodellen unterscheidet. Dabei werden zunächst alle Risiken, die das Projekt bedrohen, identifiziert und anschließend bewertet. Dann sucht man einen Weg, um das größte Risiko zu mindern. Das Projekt gilt als gescheitert, wenn die Beseitigung fehlschlägt. Wenn hingegen keine Risiken mehr existieren, so ist das Projekt erfolgreich abgeschlossen.
Die Entwicklung folgt dabei einer Spirale, die ein Koordinatensystem mit vier Quadranten bzw. Projektenphasen mehrfach durchkreuzt. Das inkrementelle bzw. iterative Vorgehensmodell sieht daher eine zyklische Wiederholung der einzelnen Phasen vor. Dabei nähert sich das Projekt langsam den Zielen an, auch wenn sich die Ziele während des Projektfortschrittes verändern. Durch das Spiralmodell wird nach Boehm das Risiko eines Scheiterns bei großen Softwareprojekten entscheidend verringert.
Das Spiralmodell fasst den Softwareentstehungsprozess als iterativen Prozess auf, wobei jeder Zyklus in den einzelnen Quadranten folgende Aktivitäten enthält: